Die Luga lädt zum Reisen ein

NATIONEN ⋅ Nicht nur Regionales gibt es an der Luga zu entdecken: Am Tag der Nationen wurden Fragen rund um das Thema Integration beantwortet. Auch Kulinarisches aus fremden Ländern konnte man testen.
05. Mai 2017, 08:28

Anja Glover

stadt@luzernerzeitung.ch

Es waren die westafrikanischen Rhythmen, welche die Event­bühne am Tag der Nationen zum Vibrieren brachten. Der ghanaische Musiker Peter John Kofi Donkor führte gestern die Luga-Zuschauer gekonnt in eine Welt der rhythmischen Klänge, des lustvollen und farbenfrohen Tanzens. Zusammen mit Band und Tänzern vermochte er es, die Stimmung auf der Bühne so richtig anzuheizen.

Der Tag der Nationen feierte am Donnerstag an der Luga sein zehnjähriges Bestehen und war mit seinen Aktivitäten erneut ein Publikumsmagnet. So konnten Besucher beispielsweise Kaffee aus Afghanistan, Bosnien oder aus Sri Lanka trinken, ihren Namen auf Tibetisch, Arabisch oder Russisch schreiben lassen oder sich einfach mit Menschen anderer Kulturen unterhalten. Organisiert wurde die interkulturelle Entdeckungsreise von der Fachstelle Integration Luzern. «Unser Ziel ist es, Begegnungen zu ermöglichen und Ängste abzubauen», erklärt die Organisatorin Esther Camara. Dadurch, dass praktisch und nicht theoretisch kommuniziert würde, seien die Besucher auch neugierig, interessiert und offen. «Gerade an einer Messe in einer eher ländlichen Region ist es wichtig, dass es eine Plattform für Begegnungen mit fremden Kulturen gibt», so Camara.

Fremde Kulturen stossen auf Interesse

Dieser Meinung ist auch Besucher Hugo Birchmeier (66). Soeben wollte er wissen, wie sein Name wohl auf Tibetisch geschrieben wird. «Ich finde den Anlass äusserst spannend, gerade das Thema Integration ist ja für uns alle von wachsender Bedeutung», sagt er. Birchmeier ist davon überzeugt, dass vor allem das Beherrschen der Sprache die Integration erleichtert. «Das beruht aber auf Gegenseitigkeit, auch ich interessiere mich für andere Sprachen», meint er lächelnd, während er seinen Namen nun auch noch auf Russisch schreiben lässt. «Ich bin ein offener Mensch, aber Sensibilisierung ist sicherlich elementar, und es ist ja auch sehr interessant, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen.» An einem weiteren Stand befindet sich eine bosnische Stube, die zum Verweilen einlädt. Daneben steht Amela Hadzic (38), die in bosnischer Tracht Süssgebäck anbietet. «Die Leute reagieren äusserst positiv, und für uns ist es schön, ihnen die bosnische Kultur etwas näherbringen zu können», so Hadzic.

«Eine kleine Reise zu kulinarischen Inseln»

Auch Doris Hess (67) profitiert vom Spezial-Tag an der Luga. Die Sarnerin beugt sich über den Stand aus Sri Lanka, an dem sie soeben ein Gebäck degustiert hat. Ertappt hebt sie ihren Blick und erklärt: «Jetzt habe ich gerade so was Gutes gegessen, ich muss mir das Rezept merken.» Sie sei auf dem Platz der Eventbühne förmlich stecken geblieben: «Das ist wie eine kleine Reise zu kulinarischen Inseln. Dabei entdeckt man immer wieder Neues, das gefällt mir.» Sie habe sich vorhin bereits am Stand der Deza verkostet und geniesse es, an der Luga nebst Regionalem auch Internationales zu erleben. Am Tag der Nationen konnten Interessierte nicht nur Fragen stellen, sie wurden in Form eines Wettbewerbs auch selbst befragt. «Obwohl viele über das Thema Integration eine Meinung haben, ist man oft selbst überrascht, wie wenig man darüber weiss», erklärt Agnieszka Christen, Fachmitarbeiterin Integration. Die selbst aus Polen stammende Frau ist davon überzeugt, dass direkter Kontakt mit Menschen zu gegenseitigem Verständnis führt. «Es ist uns wichtig, aufzuzeigen, dass kulturelle Vielfalt unsere Gesellschaft reicher und nicht ärmer macht», so Christen.

Wie gut kennen wir eigentlich unsere Migranten?


Frage 1 von 10:

Wie viel Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung kommt aus dem EU/FTA Raum?


Video: Tag der Nationen: Tänzer Peter John Kofi Donkor

Die Tänzer aus der Gruppe von Musiker Peter John Kofi Donkor (Anja Glover, 4. Mai 2017)




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