Plauderei im Kaffee, «Hasta lapista» und andere Highlights

STILBLÜTEN ⋅ 4595 Texte haben wir zum diesjährigen «Klub der jungen Dichter» erhalten. Die besten haben wir in den letzten Wochen in unserer Zeitung publiziert. Nicht vorenthalten wollen wir Ihnen aber auch die unfreiwilligen Höhepunkte.

Ich heisse Kira, bin 12 und liebe süsse Einhörner. Das ist alles, was ihr über mich wissen müsst.

Bevor ich mit der Geschichte fortfahre, beginne ich am Anfang.

Solche Texteinstiege schaffen Klarheit. Doch nicht alles ist so logisch:

Ich habe dich fast nicht mehr erkannt, du bist ja immer noch derselbe!

Weil er ja Putzen hasste, machte er es im Schneckentempo, damit er nicht so lange putzen musste.

Drei Freundinnen gehen zu viert in die Stadt.

Stephanie geht das Hochzeitskleid anprobieren. Und Julian macht dasselbe für sich.

Okay, warum nicht. Solcherlei ist uns dank Conchita heutzutage wurst. Folgendes ist schwer zu verdauen:

Hanspeter ist immer etwas verrückt gewesen, schon bei der Geburt hat er seine Mutter gebissen.

Lia wurde immer älter, bis sie zehn war.

Mein Herz raste, denn ich hatte ihn seit meiner Geburt nicht mehr gesehen.

Ich kann ihr sehr vertrauen, obwohl sie ein Mädchen ist.

Und hier die Retourkutsche:

Eigentlich gibt es keinen Grund, so zickig zu sein, denn er ist ziemlich attraktiv für einen Mann.

Manchmal indes ist die Logik schon fast erschlagend logisch:

Chantal konnte ja schlecht Nein sagen. Also sagte sie Ja.

Unsere Lippen trafen sich in der Mitte.

Aaron suchte sich eine Lehrstelle, denn er wollte sich irgendwie beschäftigen.

Wir waren die Besten in unserem Verein, aber trotzdem wollte die Nationalmannschaft uns nicht.

Wenn die Hühner einen Wolf sehen, legen sie Spiegeleier.

Doch doch, das macht Sinn. Angst, Hitze, Spiegeleier – völlig klar. Nun kommen die klassischen Stilblüten:

Mein Vater rastete aus, und sein Schnurrbart schäumte vor Wut.

Der See war hellblau mit einem türkischen Schimmer.

Die beiden Hunde sind Knaben.

Anna war über sich vor Freude.

Wohl eine Art Nahtoderfahrung.

Vivienne erzählte Erika, was sie gesehen hatte. Erika lauste.

Sie machten eine Weltreise durch ganz Amerika.

Meine Haare sind fellig.

Ein typischer «Bad-Hair-Day».

Ich hatte ein murmeliges Gefühl.

In mir mischten sich die Gefühle.

«Ich habe dich so vermiest.»

Der Tisch war dreckig. Wir fragen den Kellner, ob er ihn mit einem Lumpen abwischen könne.

Ich baute mir ein Gasthaus und wurde schnell zum Gerücht.

Hoffentlich nicht wegen eines offenen Küchenfensters.

Freunde helfen gegeneinander.

Als ich ihn sah, wurde die Luft dicker.

Ich bekam eine Gefängnisstrafe auf Bewertung.

«Okey, is good, if you about 3 o’clock comes?»

Wir überquerten den reisenden Fluss.

Da macht jemand auf Hermann Hesse. Andere etwas weniger:

Luca ist gekommen, und dann haben sie das Video angekackt.

Nach dem Essen schlief er sofort ein, denn er ist stinkemüde.

Ich biss auf mein bedecktes Brot.

Können Sie mir sagen, wo er sich im Moment aufhellt?

Michael Jackson?

Wir gingen shoppen und fuhren mit dem Auto in sehr viele Läden.

Piero Esteriore?

Sie wurde mit einem Schnaufgerät künstlich beatmet.

Auf dem Weg zum Pool trieft er auf die Tänzerin.

«Sorry, ich kann dir nicht helfen, aber einen Typ kann ich dir geben.»

Vielleicht ist ja genau das die Lösung!

Laura und ihre Mutter beschlossen, in die USA einzuziehen.

Ich legte mich hin und schlaffte ein.

Der Pfarrer verewigt Mischa und Lara.

Andere Formulierungen überzeugen, weil sie kein bisschen übertreiben:

Ich hatte noch nie etwas so Vollkommenes gesehen, wie dieser vor Wasser triefende, gebräunte Junge, der direkt auf mich zurannte und sich vor mir auf die Knie fallen liess.

Werde ich es schaffen, den Felsbrocken, der auf meinen Herzen lastet, in einen Kieselstein zu verwandeln?

Er drückt seine Lippen fester an meine, dann gebe ich seiner Zunge Zutritt zu meinem Mund, und er gibt ihr den Zutritt zu seinem.

Folgende Aussagen lassen auf Ereignisreichtum schliessen:

«Achtung, Achtung, der Zug ist entgleist. Bitte steigen Sie rechts aus und laufen Sie nach Göschenen.»

Wenn ich dir sagte, wer ich bin, würdest du eh Nein sagen.»

Er gab mir ein Kondom und flüsterte mir ins Ohr: «Fall es hart auf hart kommt.»

«Ach du heilige Pizza!»

«Hasta lapista, Baby.»

Ja, man sieht sich auf der Piste! Brisant sind folgende Dialoge:

«Lea, ich muss dir etwas sagen. Ein junger Mann in meinem Alter findet mich süss.» – «OMG, kriegst du endlich einen Freund?»

«Lass uns unsere Hochzeitsreise nach Amerika machen.» – «Oh ja, ich wollte schon immer mal den Big Ben sehen.»

«Du hast meine Schwester geküsst!» – «Ach, es waren doch nur zehn Küsse.»

Lina kam zu mir: «Ich liebe dich, und du?» Ich sagte: «Ja.»

Liebe kann effizient sein. Und schnell:

Es war Liebe auf den Blick.

Nach einer Woche hatten die beiden elf Dates hinter sich.

Er fragte, ob ich Lust auf einen Kaffee hätte, den Rest kann man sich ja denken.

Oh ja. Wobei die Liebeslust ab und zu leicht gebremst wird:

Mit meinen Witzen, Haaren voll Gel und meinem FCL-Shirt konnte ich sie leider nicht überzeugen.

«Du bist für mich wie eine zweite Mutter.»

«Ich liebe dich auch, aber wenn ich sehe, dass du einen anderen Jungen küsst, brennen bei mir die Sicherungen durch.»

Liebe hat oft auch etwas Ambivalentes:

«Joel, dieses Arschloch sieht heute echt nicht schlecht aus.»

Unperfekt an ihr ist nur, dass sie nichts für Autos empfindet.

Laura teilte mir mit, dass sie mich zu etwa 70 Prozent liebe. «Nimm Lea, sie liebt dich zu 85 Prozent.»

Sehr vernünftig. Aber Liebe darf auch ungehemmte Sinnlichkeit sein:

Ich legte mich zu ihm ins Bett. Die Krankenschwestern hörten ein lautes Grunzen und Schmatzen.

Nadine schnüffelte an einem Knaben ihres Alters.

Sie lebten ihre Liebe sogar in der Öffentlichkeit aus.

Ich sah ihn an, und endlich hatte ich das schönste Gefühl: Als würde ich in einen Big Mac beissen.

Was denn?? Ein Big Mac ist doch etwas Sinnliches. Andererseits muss man zuweilen auch ganz cool bleiben.

Sie hat sehr wenig Zeit für mich. Doch ich komme damit klar und mache derweil den Haushalt.

Er hat mir das Herz gebrochen. Egal, ich schaue fern.

Jack ist ein bisschen nervös, weil er Cloe noch nicht erzählt hat, dass er nach New York zieht. Aber dann hat er eine Idee, und er erzählt es Cloes Freundin.

Raffiniert! Doch verlassen wir nun die Liebe. Es läuft ja noch viel anderes schief. «Shit happens» sagen die Amis. Zuweilen passiert das sogar wörtlich:

«Mist, mein Bruder hat mir Scheisse an die Tür gestrichen.»

Genau in dieser Sekunde wurde Cora schwanger.

Opa wird vom Rasenmäher durch den Garten geschleift.

Sie schubsen mich auf das Gleis. Ausgerechnet jetzt fährt ein Zug vorbei!

Felix ist 19 und besucht nun schon seit drei Jahren die Matura.

Sogar in der Schule kann man fast gar nicht mehr schlafen!

Das ist wirklich eine Zumutung! Nun die besten Schlusssätze:

Wenn sie heute noch leben, dann sterben sie heute.

Es war ein glückliches Happy End.

Und die Moral der Geschichte: Man sollte zwischendurch auf seine Eltern hören.

Und wenn er nicht gestorben ist, renoviert Tom noch immer.

Verschenken Sie das «Stilblütenbuch»

Der «Klub der jungen Dichter» verzeichnete mit «Der Hund starb, was er nicht überlebte» einen riesigen Erfolg. Das Buch mit rund 1000 Stilblüten verkaufte sich rund 25 000-mal und stand wochenlang auf Platz 1 der Schweizer Buchcharts. Unsere Abonnenten erhalten es zum Spezialpreis von Fr. 12.90 statt Fr. 17.90:

  • LZ-Corner, Pilatusstr. 12, Luzern
  • LZ-Corner c/o Bahnhof Sursee
  • LZ-Corner c/o Bahnhof Zug

Unter leserangebot@woerterseh.ch auch bestellbar (Fr. 12.90, zzgl. Porto Fr. 2.–).
 


Login


 

Anzeige: