Diaspora macht stark

«Das Leben hat das letzte Wort», Ausgabe vom 16. April
20. April 2017, 04:39

In der Politik hört man gelegentlich das Argument, das Wirken in der Diaspora bringe ganz speziell starke Charaktere hervor. Als Beispiel dienen dann etwa die (katholischen) Freisinnigen aus dem Unterwallis. Stichwort Pascal Couchepin oder der soeben blutjung und ohne politische Praxis neu gewählte Regierungsrat Frédéric Favre. Es macht den Anschein, das Phänomen sei bei den Spitzen der schweizerischen Klöster noch ausgeprägter. Abt Christian Meyer von Engelberg ist in der Stadt Basel aufgewachsen und Abt Urban Federer von Einsiedeln am Zürichberg. Am Erstaunlichsten ist der Abbé des Augustinerklosters von ­ St-Maurice. Der 95. Abt des ältesten ununterbrochen von Mönchen bewohnten Klosters des Abendlandes (Gründung 505) ist Jean César Scarcella, in Montreux als Sohn eines Sizilianers und einer Emmentalerin aus Sumiswald aufgewachsen.

Erich Heini, Luzern


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