Vorfreude auf das Lucerne Blues Festival

PROGRAMM ⋅ 14 Formationen geben sich am 23. Lucerne Blues Festival die Ehre, das vom 11. bis 19. November im Grand Casino und im «Schweizerhof» stattfindet. Ein erster Blick auf das Programm.
25. August 2017, 04:39

Pirmin Bossart
kultur@luzernerzeitung.ch

Für das engere OK-Team um Martin «Kari» Bründler, Präsident Lucerne Blues Festival, ist das ganze Jahr Blues angesagt. Alle anderen Zentralschweizer Bluesfreunde haben sich zumindest die Tage im November vorgemerkt, wenn die 23. Ausgabe des Lucerne Blues Festival im Grand Casino Luzern und im Hotel Schweizerhof über die Bühne geht. Gestern haben die Initianten im Rahmen eines Anlasses in Kriens bei einem ihrer Sponsoren das Programm des diesjährigen Festivals gelüftet.

Viele Bands kommen exklusiv nach Luzern

Das Line-up zeigt, dass auch dieses Jahr Musiker und Musikerinnen auf der Bühne stehen, die in Europa nicht sehr bekannt sind. «Das gehört zu unserem Konzept», sagt Bründler. «Wir versuchen möglichst Musik und Bands nach Luzern zu bringen, die man vielleicht von CDs her kennt, die aber in Europa noch kaum je aufgetreten sind.»

Es würden zudem auch viele Anfragen von Bands eingehen, die in Luzern spielen möchten. «Aber wenn sie kurz vor unserem Festival schon in der Schweiz waren, kommen sie für uns kaum in Frage. Nach wie vor sind bis zwei Drittel der Bands exklusiv bei uns.» Das Programm bietet das bewährt breite Spektrum verschiedener Blues-Spielarten, mit souveränen Gitarristen, Groove-Spezialisten, Soul-erfüllten Sängerinnen und charismatischen Performern.

Mit dem singenden Drummer Big Joe Maher konnte ein Musiker gebucht werden, der schon lange auf der Wunschliste der Veranstalter stand. Er wird mit dem Gitarristen Anson Funderburgh & The Rockets auftreten. Die solide Blueskunst von Funderburgh war in Luzern schon früher einmal zu bewundern. Das gilt auch für den Blues-Man Doug McLeod. Für sein exzellentes Spiel auf der akustischen Gitarre ist er 2017 mit einem Blues Music Award ausgezeichnet worden.

Auch ein Rapper hat den Blues entdeckt

Dem Luzerner Publikum als Sideman schon bekannt ist auch der Gitarrist Kid Ramos. Nun steht er erstmals mit seiner eigenen Band auf der Bühne. Ein formidabler Gitarrist ist Monster Mike Welch. Er kommt mit der Soul-Stimme von Mike Ledbetter ans Festival. Aus einer bekannten Bluesdynastie stammt Robert Kimbrough Sr., Sohn von Junior Kimbrough. Sein «Cotton Patch Blues» enthält Deltablues- und Bluegrass-Elemente.

Mit dem 47-jährigen Grady Champion, der auch Radio-DJ und Rapper war, kommt ein jüngerer Vertreter ans Festival, der aber auch schon vielfach ausgezeichnet wurde und den Blues mit Leidenschaft weiterträgt. Noch jünger ist der Sänger, Gitarrist und Harp-Spieler Tom Holland, ein Vertreter des Chicago-Blues, der von Muddy Waters, Magic Slim und John Primer beeinflusst wurde.

Gleich zweimal stehen The Eastside Kings auf der Bühne. Zum einen mit der Sängerin und Gitarristin Carmen «Cookie» McGee und dem Sänger und Blues­harpisten Birdlegg, der stark in der Tradition von Sonny Boy Williamson und Sonny Terry steht. Zum andern begleiten die Eastside Kings den Gitarristen Classie Ballou. Ballou war in den 1950ern in Texas ein bekannter Rhythm-’n’-Blues-Interpret, später war er lange Bandleader bei Big Joe Turner.

Ein paar stimmgewaltige Sängerinnen

Die Sängerin Denise LaSalle war schon letztes Jahr am Lucerne Blues Festival angekündigt, musste aber im letzten Moment aus gesundheitlichen Gründen absagen. Denise LaSalle veröffentlichte 1967 ihre erste Aufnahme. Seitdem hat sie sich auch als Songwriterin und Produzentin einen Namen gemacht. Einen besonderen Lebenslauf hat die Texanerin Annika Chambers, die mit der Igor Prado Band auftritt. Die Sängerin entdeckte den Blues in ihrer Militärzeit. Sie tourte in einer Armyband und spielte unter anderem vor den Truppen im Irak und im Kosovo.

Eine stimmgewaltige Frontfrau ist die Nordirländerin Kaz Hawkins, die oft mit Etta James und Janis Joplin verglichen wird. Sie hat mit ihrer Band dieses Jahr die European Blues Challenge (EBC) in Dänemark gewonnen und ist nun – wie alle EBC-Gewinner – in Luzern zu hören. Last but not least ist mit Estella Benedetti eine Luzerner Stimme am Festival vertreten. Mit ihrer Band, der auch ihr Ehemann und Gitarrist Michael G. angehört, interpretiert sie einen Blues, in dem Roots-, Country- und Americana-Einflüsse zu hören sind.

 


Leserkommentare

Anzeige: