Leuthard zur Tiefbahnhof-Diskussion: «Sie sind ein bisschen zu schnell»

STÄNDERAT ⋅ Eine etappenweise Realisierung des Luzerner Tiefbahnhofs soll es nicht geben, so die Antwort des Bundesrats auf ein Postulat des Luzerner Ständerats Damian Müller. Die Engpassbeseitigung habe Vorrang vor regionalen Interessen, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard.
13. September 2017, 18:53

Der Bund geht bei den Bahnprojekten für den Ausbauschritt 2030/35 nicht auf regionale Interessen ein und lehnt eine Etappierung des Luzerner Tiefbahnhofs ab: Das verkündete der Bundesrat in einer Antwort auf eine Interpellation des Lu­zerner FDP-Ständerats Damian Müller. Am Mittwoch beantragte Müller im Ständerat die Diskussion über seinen Vorstoss.

Verkehrsministerin Doris Leuthard (CVP) sagte, dass es bei den Bahnprojekten primär um die Engpassbeseitigung gehe – und nicht um kantonale Betrachtungen. Der Bundesrat werde im Herbst über die Grösse des Ausbauschritts entscheiden. Die Forderung nach konkreten Antworten konterte sie darum so: «Sie sind einfach noch ein bisschen zu schnell.»

Die Sektion Zentralschweiz der ÖV-Kunden-Interessenvertretung Pro Bahn kritisiert derweil in einer Mitteilung die ­Antworten auf Müllers Interpel­lation. Die Antworten seien «sowohl inhaltlich wie auch in Sachen Ernsthaftigkeit enttäuschend», schreibt Pro Bahn. Wenn der Bund nicht gewillt sei, das Anliegen einer ganzen Region ernsthaft und in der gebotenen Tiefe zu prüfen, verheisse dies wenig Gutes für die bevorstehenden Entscheide über den Ausbauschritt. (avd)


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