Bahnhof Menznau wird für 32 Millionen Franken umgebaut

BAHNVERKEHR ⋅ In Menznau werden die Weichen gestellt, sodass mehr Züge im Dorf halten können. Dafür muss der Bahnhof komplett umgebaut werden.
15. Februar 2017, 21:49

In zwei Jahren werden die Menznauer ihren Bahnhof kaum wiedererkennen. Für rund 32 Millionen Franken, die der Bund zahlt, baut die BLS AG einen grossen Teil des Bahnhofes um. Unter den Neuerungen sind längere und höhere Perrons, neue Gleise und Weichen sowie eine Per­sonenunterführung. Die grösste Veränderung wird aber der Abriss des Hauptgebäudes sein (siehe Bild). Damit wird auch die Verkaufsstelle am Bahnhof Menznau geschlossen. Künftig sollen die Passagiere ihre Tickets am Automat kaufen.

Einige der Mitarbeiter, die von dieser Schliessung betroffen sind, sind zurzeit noch für das Umstellen der Weichen zuständig. Da diese neu ferngesteuert sein werden, verlieren die Mitarbeiter somit ihre Aufgaben. Die BLS sucht mit ihnen nach Lösungen, um sie weiterhin im Betrieb beschäftigen zu können. Die Neuerung sei bitter nötig. «Nur bei einer Handvoll Bahnhöfen auf unserem Streckennetz werden die Weichen noch von Hand geschaltet», sagt Helene Soltermann, Mediensprecherin der BLS. «Nun ist es an der Zeit, diese letzten ‹alten› Bahnhöfe zu erneuern.»

In Zukunft sollen drei Züge pro Stunde halten

Durch den Umbau ist es ab Dezember 2019 möglich, drei Züge pro Stunde am Bahnhof Menznau halten zu lassen, weil sie sich neu am Bahnhof kreuzen können. Die zusätzliche mögliche Verbindung ist bereits geplant: Die S 61, die heute zwischen Luzern und Schachen verkehrt, wird bis nach Willisau verlängert. Für die rund 550 Passagiere pro Tag würde das eine markante Verbesserung der Mobilität bedeuten. Bisher halten die Züge zwei Mal pro Stunde.

Dank den Umbauten wird ausserdem die Barriere an der Unterdorfstrasse, direkt beim Bahnhof, öfters für den Verkehr offen sein. Dies, weil die Güterzüge in Zukunft nicht mehr durch den Bahnhof fahren, sondern in Menznau West halten. Weitere Neuerungen sollen laut BLS den Passagieren mehr Komfort ermöglichen: Zum einen wird es neu eine Personenunterführung geben. Bisher konnte man nur über die Gleise das Perron wechseln. Dies habe eine markante Verbesserung der Sicherheit zur Folge. Zum anderen wird der gesamte Bahnhof behindertengerecht gestaltet. Dies, weil laut dem Behindertengleichstellungsgesetz bis im Jahr 2023 alle öffentlichen Bauten keine Hindernisse für Menschen mit Behinderung mehr darstellen dürfen. Ausserdem wird eine neue Anlage mit 20 Parkplätzen und insgesamt 74 Velo- und 14 Töff­abstellplätzen entstehen.

Bahnhof an einigen Wochenenden zu

Beginnen sollen die Bauarbeiten voraussichtlich im Februar 2018. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2019 geplant. Bis am 16. März liegt der Umbauplan bei den Gemeinden Menznau und Willisau oder auf der Webseite der kantonalen Dienststelle Raum und Wirtschaft zur Einsicht auf. Betroffene können Einsprache erheben.

Während der Bauzeit wird der Bahnhof nicht vollständig ausser Betrieb genommen. Die Züge werden jedoch an einigen Wochenenden nur eingeschränkt verkehren können. An welchen dies der Fall ist, wird die Gemeinde im Verlaufe der Bauarbeiten mitteilen.

 

Jessica Bamford

jessica.bamford@luzernerzeitung.ch


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