«De beschti Grend»: Das sind die Gewinner

LUZERN ⋅ Am Güdisdienstag war es soweit. De beschti Grend 2018 wurde prämiert. Am meisten Stimmen erhielten die Sujets «Nasengrübler», «Hawaiianische Wildsäue» und «Appenzeller Chäs».
13. Februar 2018, 13:55

Hawaiianische Wildschweine, Nasengrübler, Appenzeller und Chinesen belagerten am Dienstag das Hotel Schweizerhof. Sie alle warteten gespannt auf die Preisverleihung des beschte Grends. Rund 360 Maskierte liessen sich am Schmutzigen Donnerstag mit ihren Grenden ablichten. Die allerbesten mit den meisten Stimmen durften gestern ihre Preise entgegennehmen. «Die Kreativität an der Fasnacht ist einzigartig. Die Jungmannschaft hilft, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird», sagte Moderator Peti Federer von der Zunft zu Safran mit Blick auf die ausgefallenen Sujets, auch bei den Familien.

Auf dem dritten Platz in dieser Kategorie landete Familie Zürcher aus Luzern. Auf die Idee der Bergsteiger seien sie bereits im Herbst gekommen. «Wir sind von der Fräkmüntegg nach Kriens gewandert und die Kinder fragten immer, wie lange es noch geht und streckten die Zunge raus», erzählte Urs Zürcher. Das habe den Ausschlag dafür gegeben, auch die Masken so zu gestalten. Angefangen zu basteln hätten sie aber erst am 20. Januar. «Wir mussten dann etwas Gas geben.» Die Kinder seien begeistert gewesen. «Unter dem Grend sah es bestimmt ähnlich aus, wie auf dem Grend», sagt Zürcher.

Auf dem zweiten Podest landete Familie Staub aus Luzern mit ihrem Motto Tim und Struppi. Der Applaus für dieses Sujet fiel besonders tosend aus, in der Hoffnung, dass er Familie Staub auch in ihren Ferien erreicht.

Mit 629 Stimmen landeten die Nasengrübler auf dem ersten Platz. Mit ihren riesigen Grenden machten sie mächtig Eindruck. Der Finger wandert immer wieder selbstverständlich von der Nase in den Mund. Das Streicheln des Bauches verdeutlich, was für ein Leckerbissen sie gerade zu sich genommen haben.

  • Die Familie Thrier gewinnt mit ihrem Sujet «Nasengrübler» in der Familienkategorie. (© Dominik Wunderli / LZ (Luzern, 13. Februar 2018))
  • Die Familie Staub erreicht mit dem Sujet «Tim und Struppi» den zweiten Platz. (© Familie Staub)
  • Auf den dritten Platz wählten die Leser und Leserinnen die «Bergsteiger» der Familie Zürcher. (© Dominik Wunderli / LZ (Luzern, 13. Februar 2018))

Auch dieses Jahr suchte unsere Zeitung mit dem LFK «de beschti Lozärner Fasnachtsgrend». 360 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler erschienen am Schmutzigen Donnerstag zum Fotoshooting im Hotel Schweizerhof. Am Güdisdienstag wurden nun die Gewinner bekannt gegeben.

Unter den Grenden verbarg sich Familie Thrier aus Inwil. Auf das Motto kamen sie aber nicht etwa, weil jemand ständig in der Nase gegrübelt hatte, nein. Bei ihnen stand das Basteln im Vordergrund. «Wir haben auch immer die Kinder miteinbezogen. Mal sollte es ein grosser Bauch , dann wieder ein grosser Kopf sein», erklärte Jürg Thrier. Und irgendwie, als der Kopf dann so eine grosse Nase hatte, lag der Nasengrübler auf der Hand.

«Kann keinen Käse mehr sehen»

Bei den Einzelmasken schaffte es Marcus Tschopp mit seinem Chinesen auf den dritten Platz. Der Vollblutfasnächtler aus Küssnacht, der eine Doppelgarage voll Fasnachtsartikel hat, liess sich vom Ausverkauf im Palace vor wenigen Wochen inspirieren.  «Ich habe super Reaktionen erhalten», sagt Tschopp. Wenn er durch die Strassen ging und sah, wie die Leute einander anstupsten und auf ihn zeigten, dann sei das schon schön gewesen, sagt Tschopp.

Um seine Rolle zu perfektionieren, habe er auch angefangen, sich Geschichten zu den einzelnen kleinen Möbelstücken, die er auf seinem Hut befestigt hatte, auszudenken. «Man läuft ja an der Fasnacht nicht einfach so rum und sagt nichts!» So habe in einem der Betten ganz sicher Queen Elizabeth genächtigt und wer Glück habe, finde vielleicht noch etwas Geld unter der Matratze.

Mit Leib und Seele ist auch der Zweitplatzierte Ivan Rasovszky aus Horw dabei. Jedes Jahr bastelt er einen neuen Grend und lässt sich mit diesem für den Wettbewerb fotografieren, heuer mit dem Motto «Fremdbestimmt». Die Idee kam ihm im Alltag. «Täglich bist du von 9-5 Uhr fremdbestimmt. An der Fasnacht kann ich mal machen, was ich will!» Obwohl er es schon oft in die Zeitung geschafft hat, auf einem Podestplatz sei er noch nie gelandet. «Die Anerkennung, die man für seine Arbeit erhält, ist rüüdig schön!», sagt Rasovszky. Doch zurücklehnen werde er sich deswegen jetzt nicht. «Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht», sagt er, bereits mit seiner nächsten Idee im Kopf.

Weitaus am meisten Stimmen für sich gewinnen konnte Patrick Steffen aus Obernau. 803 Stimmen wurden für den Appenzeller Käse mit dem grossen Fingerzeig abgegeben. «Nur den normalen Appenzeller zu basteln wäre langweilig gewesen, deshalb haben wir noch die grosse Hand gemacht», erklärt Steffen seine Idee. Die Stunden, die er daran gearbeitet hat, habe er nicht gezählt. «Ui nei, sonst würde ich das wohl nie mehr machen», sagt Steffen und lacht. Was er in nächster Zeit wohl auch nicht mehr machen wird, ist Käse essen. «Kiloweise Käse haben wir von Appenzeller bekommen», sagt Steffen. Obwohl sie diesen an der Fasnacht verteilt haben, hätten sie immer noch viele Müsterli zu Hause.

Für einen kleinen Skandal sorgten die Gewinner der Kategorie Kleingruppe. Ausgerechnet das Team Scheidegger aus dem zürcherischen Rorbas konnte als hawaiianische Wildschweine am meisten Stimmen absahnen. Doch bevor jetzt böse Stimmen laut werden: Michèle Bottlang und Benno Scheidegger kommen immer wieder an die Lozärner Fasnacht. Seit sieben Jahren basteln sie aufwändige Grende. «Dass wir es als Zürcher hier in Luzern gar in die Ränge geschafft haben, macht uns riesig stolz.» Sie glauben, dass vor allem das Farbige bei den Leuten ankam. Und das bei allen Generationen. Auch die feinen, echt wirkenden Borsten zogen Aufmerksamkeit auf sich. «Nein, wir haben dafür kein Schwein geschlachtet», versichert Scheidegger und lacht. Das Sujet für die nächste Fasnacht sei übrigens bereits im Kopf. Dann dürfen wir ja gespannt sein, mit welcher ausgefallenen Idee uns die Zürcher im nächsten Jahr überraschen. 
 

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Video: «De beschti Grend»: Das sind die Gewinner des Luzerner Maskenwettbewerbs

Am Güdisdienstag der Luzerner Fasnacht war es soweit. De beschti Grend 2018 wurde prämiert. Am meisten Stimmen erhielten die Sujets «Nasengrübler», «Hawaiianische Wildsäue» und «Appenzeller Chäs». Am Wettbewerb teilgenommen hatten 360 Fasnächtler. Sie alle erschienen am Schmutzigen Donnerstag zum Fotoshooting im Hotel Schweizerhof. (David von Moos / Youtube.com, 13.02.2018)




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