Grünes Licht für Hochhausplanung am Pilatusplatz

STADT LUZERN ⋅ Das Stadtparlament hat die Weichen gestellt für die Neu-Überbauung des Pilatusplatzes. Dort soll ein 35 Meter hohes Büro-Hochhaus gebaut werden.

16. Februar 2017, 09:41

Die Stadtluzerner Parteien streiten zurzeit besonders gerne und leidenschaftlich. Doch am Donnerstag stand im Stadtparlament ein Traktandum an, über das sich Linke und Bürgerliche fast schon verdächtig einig sind. Kein Wunder, ging es doch um die Beseitigung eines städtebaulichen Dauerärgernisses am Pilatusplatz.

Wo früher das Restaurant Schmiede stand, ist heute ein Kiesplatz, der weitgehend ungenutzt ist. Das soll sich nun ändern - das Stadtparlament stellte nun die Weichen für ein neues, 35 Meter hohes Büro-Gebäude. Ja, selbst über die Nutzungsart herrscht bei Linken und Bürgerlichen Einigkeit.

Für die Grünen, die sonst viel Wert auf Wohnpolitik legen, ist der Pilatusplatz der richtige Ort für Büros. Grünen-Fraktionschefin Korintha Bärtsch wünscht sich sogar, dass der gemäss BZO für den Pilatusplatz vorgesehene kleine Wohnanteil noch weiter reduziert wird. Trotz dem grünen Bekenntnis, am Pilatusplatz Firmen anzusiedeln, sagt Bärtsch aber auch: «Wir wollen kein Headquarter eines internationalen Unternehmens, sondern einen Begegnungsort am Pilatusplatz.» Tatsächlich sehen die Pläne des Stadtrats neben Büroflächen auch publikumsintensive Gewerbenutzungen im Erdgeschoss des neuen Gebäudes vor.

Baubeginn ist 2022

Die Stadt lanciert nun einen Investorenwettbewerb für die Neuüberbauung des Pilatusplatzes. Dafür hat das Parlament einen Kredit von knapp 600 000 Franken bewilligt. Anschliessend gibt sie das Areal im Baurecht an den Wettbewerbssieger ab. Wenn alles planmässig läuft, soll 2022 mit dem Bau begonnen werden.

Dieses Vorgehen ist ein Kompromiss, auf den sich Linke und Bürgerliche geeinigt haben. Die Linken wollten ursprünglich nämlich, dass die Stadt das Projekt bis zur Baureife selber plant. Die Bürgerlichen wiederum wollten das Areal möglichst rasch an einen Investor verkaufen. Der Kompromiss lautet nun: Die Stadt überlässt die Detailplanung dem Investor, dafür behält sie das Grundstück und gibt es lediglich im Baurecht ab.

Bundesgericht musste entscheiden

Mit dem Entscheid des Stadtparlaments nimmt das Trauerspiel am Pilatusplatz nun ein glückliches Ende. Denn die Schliessung der städtebaulichen Wunde wurde lange verzögert. Grund war die Stadtbild-Initiative, welche Hochhäuser im Stadtzentrum verhindern wollte. Deshalb sistierte das Stadtparlament 2015 jegliche Planungen am Pilatusplatz, bis klar war, wie es mit der Stadtbild-Initiative weiter ging. Im Dezember 2016 erklärte das Bundesgericht die Initiative für ungültig. Damit herrscht nun Rechtssicherheit für den 35-Meter-Bau.

Doch war es wirklich nötig, die Planungen so lange zu sistieren und das Projekt um Jahre zu verzögern? Darüber gehen die Meinungen auch rückblickend auseinander. Baudirektorin Manuela Jost (GLP) ist nach wie vor der Meinung, dass man trotz der rechtlichen Unsicherheit hätte weiter machen sollen. Sie verweist dabei auf das Beispiel des Bundesplatzes, der ebenfalls von der Stadtbild-Initiative betroffen gewesen wäre. «Trotz der Unsicherheit haben die Investoren dort weiter geplant. Dafür steht jetzt bereits ein konkretes Projekt für den Bundesplatz.» Tatsächlich ist man am Bundesplatz schon einen grossen Schritt weiter als am Pilatusplatz. 2019 soll mit dem Bau von zwei über 30 Meter hohen Gebäude begonnen werden.

 

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch
 





 


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