Wegen Uneinigkeit: Arbeiten im Parkhaus standen still

MALL OF SWITZERLAND ⋅ Während Tagen ruhten die Arbeiten im Parkhaus der Mall of Switzerland. Grund: Ein Unternehmer hat seinen Auftrag anders ausgeführt als vereinbart. Ob der Pause ein juristisches Nachspiel folgt, ist offen.

17. Februar 2017, 05:00

Emsiges Treiben auf der Baustelle der Mall of Switzerland. Der Eröffnungstermin rückt näher. Auch im Parkhaus laufen die Arbeiten seit gestern Nachmittag auf Hochtouren – wieder. Denn Anfang Woche ruhten sie für mehrere Tage. Wieso? Die Bauherrin und ein beauftragtes Unternehmen lagen im Clinch. Werner Schaeppi leitet die Kommunikation für die Mall of Switzerland. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt er: «Aus Sicht der Projektverantwortlichen wurden gewisse Arbeiten vom Ersteller anders umgesetzt als vertraglich vereinbart.»

Worum es bei den Ungereimtheiten ging, kann er nicht sagen. Ebenso wenig, ob sich die Parteien mittlerweile einigen konnten. Dafür läutete in Ebikon während der Baupause das Buschtelefon: Mit der Statik stimme etwas nicht, hiess es da beispielsweise. Schlechte Stützen, zu dünne ­Böden? Nichts dergleichen. Das versichert Schaeppi: «Für die statische Sicherheit des Parkhauses besteht keine Gefahr.»

Wird der Unternehmer belangt?

Dennoch könnte die Geschichte teuer werden. Schaeppi: «Unsere Fachleute klären, ob die Sache für einen der Beteiligten Kostenfolgen hat. Und wenn ja, für wen und in welcher Höhe.» Erst dann werde sich auch herausstellen, ob man von einem Bauschaden sprechen könne. «Letztlich handelt es sich im Kern um eine bautechnische Frage», so der Mall-Sprecher. Allerdings macht er klar: «Ob aus dem Sachverhalt Mehrkosten erwachsen, kann im Moment noch nicht gesagt werden.» Die Auswirkungen dürften sich aber in einem überschaubaren Rahmen halten. Denn laut Schaep­pi ist der Eröffnungstermin nicht bedroht. Und auch die Anzahl der Plätze im Parkhaus bleibt unverändert. Heisst: Die Mall of Switzerland eröffnet wie geplant am 28. September, das Parkhaus wird wie geplant über 1600 Plätze verfügen. Zudem befänden sich die Verantwortlichen in einer komfortablen Situation, sagt Schaeppi: «Da die Fertigstellung des Parkhauses bereits weit fortgeschritten ist, stehen wir nicht unter Zeitdruck.»

Zweitgrösstes Zentrum der Schweiz

Ob ein juristisches Nachspiel folgt, war bis gestern unklar. Es wäre allerdings keine Premiere, wenn sich die Anwälte mit dem Dossier befassten. Bevor auch nur ein Bauarbeiter eine Schaufel in der Hand hatte, landete das Projekt vor den Schranken der Gerichte. Eine Immobilienfirma wehrte sich mit einer Einsprache gegen die Mall. Das konnte sie, weil sie eine Liegenschaft besass, die sie dazu berechtigte. Das Luzerner Verwaltungsgericht hiess die Baubewilligung allerdings gut. Schliesslich landete der Streit beim Bundesgericht. Dort wurde jedoch kein Urteil gefällt. Die Einsprecherin zog die Beschwerde zurück, nachdem ihr die Bauherrin der Mall, die Halter AG aus Zürich, die Liegenschaft abgekauft hatte (Ausgabe vom 25. Januar 2014). Daraufhin starteten die Arbeiten des 500-Millionen-Projekts im Juli 2014.

Die Mall of Switzerland wird das zweitgrösste Einkaufszen­trum der Schweiz. Auf einer Fläche von 65000 Quadratmetern werden etwa 150 Geschäfte und Gastrobetriebe untergebracht.

 

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch


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