Ladenbesitzer droht Täter mit Veröffentlichung

SARNEN ⋅ «Stellen Sie sich!», fordert der Bijoutier vom Scheibendemolierer. Sein Druckmittel sind Bilder.
17. Februar 2017, 08:17

Uhrmachermeister Ingbert Hoffmann, dessen Schaufenster an der Sarner Brünigstrasse Sonntagnacht beschädigt wurde (wir berichteten), schaltet sich gleich selbst in die Ermittlungen zum mutmasslichen Einbruchsversuch ein. Und zwar mit der Bekannt­gabe eines Tätersignalements auf seiner Internetseite: «Der Täter holte den Hammer aus einer roten Denner-Papiertasche, und er trug eine graue Trainingshose mit weissen Streifen», so Hoffmann.

Und direkt «an den Täter!» adressiert, schreibt er: «Sie haben 5-mal auf die Scheibe eingeschlagen (...) und wurden dabei gefilmt!» Der angerichtete Schaden an der Panzerglasscheibe betrage «10000 Franken». Und drohend: «Wenn Sie nicht wollen, dass der Film oder die Bilder veröffentlicht werden, (...) Bekannte Sie erkennen (...), so stellen Sie sich! Ihre Fotos sind bereits bei der Polizei!»

Ermittler verfolgen auch andere Spuren

«Wenn ich den Schaden hätte, möchte ich auch, dass man dem Täter möglichst rasch auf die Schliche kommt», äussert Marco Niederberger, Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, Verständnis für Hoffmanns Vorgehen. Mit dem Nachsatz: «In der Regel ist es schon so, dass man uns das Bildmaterial übergibt, und wir als Fachkräfte führen dann die Ermittlungen.» Niederberger bestätigt, im Besitz besagter Überwachungsaufnahmen des Sarner Uhren- und Bijouteriegeschäfts zu sein. «Wir ziehen das Material selbstverständlich in unsere Ermittlungen mit ein, verfolgen aber auch andere Ansätze.» Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er nicht mehr dazu sagen.

Was Ingbert Hoffmann mit den Videoaufnahmen weiter anstelle, sei grundsätzlich dessen Sache: «Die Aufnahmen gehören ihm, er kann auch auf die Homepage schreiben, was er will.» Einzig vor der Veröffentlichung der Bilder warnt Niederberger: «Wenn beispielsweise die Polizei mögliche Täterbilder ins Internet stellt, wird das vorher juristisch genau abgeklärt.» Zu diesem Schritt rät er nun auch Hoffmann vor einer Veröffentlichung. (red)

Hinweis

Hinweise zur Täterschaft nimmt die Polizei telefonisch unter 041 666 65 00 entgegen.


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