Dank Ranft-Mobil kommen alle zu Bruder Klaus

OBWALDEN ⋅ Für Rollstuhlfahrer waren die Ranftkapellen bisher praktisch unerreichbar. Das ändert sich nun.
25. Juni 2017, 04:38

Bis zu 23 Prozent beträgt das Gefälle auf dem Weglein vom Tourismusbüro im Flüeli hinab in den Ranft, dem Wirkungsort von Bruder Klaus und den beiden Ranftkapellen. Dies alles blieb Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten bisher verwehrt. Ein herkömmlicher Elektrorollstuhl kann Steigungen von höchstens 20 Prozent bewältigen. «Beim Tourismusbüro hiess es jeweils einfach, das ist nicht möglich», so Linus Meier, Obmann des neu gegründeten Vereins Ranft-Mobil.

«Dieses Problem wollten wir lösen. Alle, die wollen, sollen Bruder Klaus besuchen dürfen», so Linus Meier. Mit Thomas Z’Rotz vom Verein hindernisfrei Bauen Nidwalden/Obwalden sei der ideale Partner gefunden worden. Zusammen mit der Firma Orthotec in Nottwil entwickelte man ein Gefährt, das für solche Gefälle tauglich ist. Fünf weltliche und kirchliche Stiftungen steuerten die benötigten 12 000 Franken bei. Nun, vier Jahre später, und passend zum aktuellen Gedenkjahr «600 Jahre Bruder Klaus», ist das Ziel erreicht. Kürzlich durfte das Ranft-Mobil sein neues «Zuhause» beziehen.

In einer Woche geht es los

Bei der grössten Knacknuss, der Frage nach der Unterbringung des Gefährts, half der Obwaldner Regierungsrat Niklaus Bleiker. «Er fand ein ideales Plätzchen in der Nähe des Tourismusbüros», zeigt sich Linus Meier dankbar. Der besondere Fahrdienst wird ab dem 1. Juli angeboten. Wer auf das Ranft-Mobil angewiesen ist, meldet das Bedürfnis im Voraus an. Eine Begleitperson steuert dann das Gefährt am Wunschtag des Gastes und ermöglicht ihm so den Ranft-Ausflug auf Rädern.

Verein sucht freiwillige Begleitpersonen

Die Feuertaufe ist geglückt. «Vor einer Woche probierten wir das neue Angebot mit einem älteren gehbehinderten Herrn aus. Das Ehepaar war überglücklich über die Möglichkeit», so Linus Meier. Er ist von der Nachfrage überzeugt. «Mit schweizweit rund 6000 Rollstuhlfahrern und etwa 1,2 Millionen gehbehinderten Leuten braucht es das Angebot unbedingt.»

Doch mit der Beschaffung des Elektromobils ist es nicht getan. Bisher konnte der Verein sechs freiwillige Begleitpersonen für den Dienst gewinnen, zwei davon wohnen in Flüeli-Ranft. «Um möglichst vielen Gästen den Besuch der Ranftkapellen von April bis Oktober überhaupt zu ermöglichen, suchen wir weitere Personen, welche ältere und gehbehinderte Personen begleiten.» Der Zeitaufwand betrage rund zwei Stunden pro Monat, so Meier. Begleitpersonen erhalten als Dankeschön 20 Franken, vom Gast werden 10 Franken als Unkostenbeitrag erwartet.

 

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Gäste melden sich eine Woche im Voraus beim SRK Unterwalden, Telefon 041 670 30 30, oder über www.ranft-mobil.ch/gaeste


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