Tempo 30: «Entscheid war nachvollziehbar»

GISWIL ⋅ Der Giswiler Gemeinderat gab an der Gemeindeversammlung überraschend bekannt, dass Tempo 30 auf der Brünigstrasse kein Thema mehr ist und es keine Urnenabstimmung gibt. Gemeindepräsident Beat von Wyl nimmt Stellung.
19. Mai 2017, 08:10

Beat von Wyl, hat man Ihnen beim Apéro nach der Gemeindeversammlung auf die Schulter geklopft, oder zeigten sich die Bürger enttäuscht?

Ich habe keine Enttäuschung gespürt. Der Entscheid des Gemeinderats, die Tempo-30-Zone vorerst nicht weiterzuverfolgen, war offenbar nachvollziehbar.

Sind Sie enttäuscht?

Für mich persönlich ist das keine Katastrophe. Das Gebiet wird durch den Neubau des Bahnhofs und die Neugestaltung des Areals ohnehin deutlich aufgewertet. Tempo 30 wäre eine zusätzliche Aufwertung gewesen.

Wie teuer wäre eine eigene Urnenabstimmung geworden?

Grob geschätzt zwischen 5000 und 10'000 Franken.

Das ist ja kein «Weltsbetrag». Hand aufs Herz: Sie haben einfach gemerkt, dass die Giswiler hier keine Tempo-30-Zone wollen.

Die Kosten für eine eigene Urnenabstimmung sind sehr wohl ein relevanter Faktor. Aber es stimmt auch: Der Gemeinderat hat gemerkt, dass ein grosser Teil der Bevölkerung das heute nicht will.

Wird der Gemeinderat das Thema wieder aufgreifen?

Wir wollen jetzt mal warten, bis die Zentrumsüberbauung abgeschlossen ist, und beobachten, wie sich das Gebiet entlang der Brünigstrasse entwickelt – ganz ohne Zeitdruck.

Die Gemeinde liess ein Verkehrsgutachten erstellen. Wie viel Geld ist umsonst in die bisherige Planung geflossen?

Das Gutachten war ein Drittauftrag für rund 10'000 Franken. Aber das ist nicht verlorenes Geld. Das Gutachten behält seine Gültigkeit, und es ist denkbar, dass man zu einem späteren Zeitpunkt wieder darauf zurückgreift.

ve


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