Der junge Schächentaler Poet will Handwerker werden

KLUB DER JUNGEN DICHTER ⋅ Kilian Arnold aus Spiringen hat beim Klub der jungen Dichter den dritten Platz in der Kategorie Oberstufe gewonnen. Dabei gehören Lesen und Schreiben nicht einmal zu seinen Lieblingshobbys.
23. Dezember 2016, 08:48

Matthias Stadler

matthias.stadler@luzernerzeitung.ch

Die Geschichte handelt von zwei Hunden, die sich in einem Zug begegnen. Rollo ist Hundegeheimagent, Blackjack ist ein Krimineller, der wieder auf freiem Fuss ist. Der Geheimagent traut Blackjack aber noch heute nicht über den Weg, weshalb er ihn in einem unachtsamen Moment mit einem GPS-Sender bestückt. Kurz darauf will Blackjack tatsächlich den Osterhasen kidnappen, Rollo kommt ihm aber zuvor und lässt ihn verhaften.

Die Geschichte vom Spirgner Kilian Arnold wurde so im Klub der jungen Dichter, dem jährlichen Schreibwettbewerb unserer Zeitung für Nachwuchstalente, unter dem Titel «Hundegeheimagent Rollo» publiziert (Ausgabe vom 1. Dezember). Und der literarische Erguss des 14-Jährigen schaffte es prompt auf Platz drei in der Kategorie Oberstufe. Mitgemacht haben dieses Jahr 4595 Schüler aus der Zentralschweiz, unterteilt in drei Kategorien. Die Konkurrenz ist also gross. Der Schreiber dieser Zeilen etwa erreichte in seinen Jugendjahren nicht mal, dass sein Text in der Zeitung abgedruckt wird.

«Ich wollte den Lesern den Tag versüssen»

Für seine Leistung erhielt Kilian Arnold gestern Nachmittag eine kleine Würdigung des Schulleiters Daniel Gsteiger. «Du hast super Arbeit geleistet, das macht uns stolz.»

Dass Kilian den dritten Platz erreichen würde, hätte er nie gedacht: «Ich war sehr überrascht. Dabei wusste ich lange nicht, über was ich schreiben sollte», erklärt er. Schliesslich entschied er sich für «etwas Positives, denn momentan ist das Geschehen in der Welt so traurig. Ich wollte den Lesern den Tag versüssen. Etwas, worüber man zwei, drei Minuten schmunzeln kann.» Kilian schrieb bewusst «ganz einfach». Von der ersten Idee bis zur Einreichung der Arbeit dauerte es knapp vier Wochen.

Harry Potter inspiriert ihn

Zu verdanken habe er sein gutes Abschneiden aber auch der Deutschlehrerin, welche ihn unterstützt habe. Sie benotete den Text auch. Kilian erhielt ein 5,3 von Birgit Müller. «Ich finde die Geschichte gut und originell. Sie hat auch einen Preis verdient.» Kilian habe schon immer viel Fantasie gehabt und immer gut geschrieben. Etwas Unterstützung habe er beim Mittelteil seines Textes gebraucht, wohingegen der Anfang schon gut und originell gewesen sei.

Anders als man vermuten könnte, ist Deutsch nicht Kilians Lieblingsfach. Er schreibe zwar gerne Geschichten, aber Bücher lese er nur selten: «Wenn, dann in den Ferien auf dem Urner­boden.» Harry Potter hat es ihm dabei angetan. Am liebsten treibt Kilian aber Sport, so ist er Mitglied im Schwingklub Bürglen und im Nationalturnen Bürglen. «Sport bedeutet mir alles», sagt er denn auch. Beruflich sieht er sich künftig mehr als Handwerker denn als Schriftsteller.

Schattdorferin auf zweitem Platz

Kilian Arnold ist nicht der einzige Urner, der heuer für seine Geschichte ausgezeichnet wurde. Auch Laura Grepper aus Schattdorf erhielt einen Preis. Sie wurde Zweite in der Kategorie Primar. Der Text der Sechstklässlerin handelt von «ziemlich besten Feindinnen», welche aus einem brennenden Tunnel fliehen und danach zu Freundinnen werden.


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