Wassner Granit hält Bäche in Zaum

STEINBRUCH ⋅ Im Gebiet Standel wird schon bald im grossen Stil Aaregranit abgebaut. Verwendung finden dürfte er vor allem für Bachverbauungen und Dammbauten.
20. Mai 2017, 05:00

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind fiel gestern die Ehre zu, den Steinbruch und die Deponie Standel in Wassen mit dem Durchschneiden eines Bandes symbolisch zu eröffnen. Betrieben wird die Anlage von der Baumann & Epp Bau AG, Bürglen, die dafür von der Korporation Uri eine Konzession für 25 Jahre erhalten hat. Trotz sintflutartigem Regen beinhaltete der Eröffnungsanlass auch einen ausgiebigen Rundgang.

Zunächst konnten die geladenen Gäste noch im Trockenen das Betriebsgebäude besichtigen, welches eine grosse Halle für Reparaturen von Maschinen, ein Büro und einen Schulungsraum für das Personal beinhaltet. Anschliessend bat Geschäftsführer und -inhaber Bernhard Epp alle Versammelten, auf eine gigantische Waage neben dem Betriebsgebäude zu stehen. Das Totalgewicht aller Gäste belief sich auf rund 3 Tonnen – ein «Fliegengewicht», verglichen mit dem vorhandenen Gesteinsmaterial im mächtigen Abbau- und Deponiegebiet, das 8,9 Hektaren umfasst.

Harter Stein ist sehr gefragt

«Den Steinbruch haben wir in fünf Etappen eingeteilt», erklärte Epp. «Wir gehen davon aus, dass wir hier in den nächsten 25 Jahren bis zu einer Million Tonnen Gestein abbauen können.» Während beim Steinabbau gleich voll losgelegt werden kann, startet der Deponiebetrieb nur langsam. «Zuerst müssen wir Steine verkaufen, und erst dann können wir Deponiematerial einlagern», so der Geschäftsführer. Im Gebiet wird Aaregranit abgebaut. «Das ist ein ziemlich harter Stein», so Epp. Verwendet wird er vor allem für Bachverbauungen und Dammbauten, da er sehr robust ist. «Von der Qualität her handelt es sich um Topgestein. Darum ist es auch sehr gefragt», so Epp. Das Bürgler Unternehmen ist derzeit daran, ein neues Geschäfts-Segment zu lancieren, und will prüfen, ob sich der Stein auch für Tische, Küchenabdeck­ungen und Plättchen eignen würde. Dazu ist jedoch die Zusammenarbeit mit einem Schneidwerk erforderlich.

In der Startphase sind im Steinbruch vier bis fünf Mitarbeiter beschäftigt. «Im Winter sind es dann voraussichtlich bis zu zehn Personen, die hier arbeiten werden», sagte Epp. Das hänge auch vom Verkauf der Steine ab. «Wenn der Absatz gut läuft, dürfte es eher eine zweistellige Mitarbeiterzahl sein.» Auf Vorrat abgebaut wird nicht allzu viel Gestein. Die Depots sollten nicht zu gross werden. «Am besten ist es für uns, wenn wir das Gestein in der Abbauzone direkt auf die Lastwagen verladen und wegschaffen können», erklärte Epp. «Das verursacht am wenigsten Kosten.»

Zuerst wird das «Güetli» aufgefüllt

Die Baumann & Epp Bau AG hat vorher den Steinbruch Güetli in Gurtnellen betrieben. Dort ist der Steinabbau mittlerweile erschöpft. Aber es gibt noch ein beachtliches Deponievolumen von rund 300 000 Kubikmetern. «In erster Priorität werden wir den Steinbruch Güetli mit Deponiematerial füllen», sagte der Geschäftsführer. «Hier im Standel läuft das Deponieren nur langsam an. Ansonsten würde der Abbaubetrieb zu stark behindert.» Der Steinbruch Riess in Göschenen, den das Unternehmen noch vor dem «Güetli» betrieben hat, ist wieder aufgeforstet.

Heute Samstag wird im Steinbruch und in der Deponie Standel in Wassen ein Tag der offenen Tür durchgeführt. Von 11 bis 17 Uhr können interessierte Besucher die Betriebshalle besichtigen und einen Rundgang durchs Abbaugebiet in Angriff nehmen. Beim Steinbruchareal ist eigens eine Bushaltestelle eingerichtet worden.


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