Aarau
Zum Auftakt ins Jubiläumsjahr schenkt sich der Rennverein ein Buch

Der Aargauische Rennverein feiert 2023 sein 100-Jahr-Jubiläum. Auf über 200 Seiten bietet er nun spannende Einblicke in seine Geschichte.

Nadja Rohner
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Das neue Buch «100 Jahre Aargauischer Rennverein».

Das neue Buch «100 Jahre Aargauischer Rennverein».

Az / Aargauer Zeitung

Die «Reiterstadt Aarau» hält ihre Tradition auch 50 Jahre nach Abschaffung der Kavallerie noch aufrecht – unter anderem dank des enormen Engagements des Aargauischen Rennvereins, der Jahr für Jahr vier Renntage im Schachen organisiert. Sie sind seit je her nicht nur sportliches, sondern auch gesellschaftliches Ereignis. Der Verein war am 24. Februar 1923 im Café Bank an der Bahnhofstrasse gegründet worden, darf in wenigen Monaten also Jubiläum feiern. Ab sofort erhältlich ist sein Jubiläumsbuch, verfasst von Thomas Frei und Rolf Gfeller, Vernissage. Es wird herausgegeben in einer Auflage von 800 Exemplaren und kann beim Sekretariat des Rennvereins für 38 Franken bezogen werden.

Das über 200 Seiten dicke Buch ist nicht nur für eingefleischte Pferdesportfans eine spannende Lektüre. Nach Vorworten («Aufgalopp») von Regierungsrat Alex Hürzeler und Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker sowie Ehrenpräsident Beat Ries und dem aktuellen Präsidenten Pascal Steudler kommen auch Geschichtsinteressierte auf ihre Kosten.

Am 13. Mai 1923 fand der erste vom Verein organisierte Renntag statt – es war allerdings nicht das erste Pferderennen überhaupt im Schachen. Am 29. Mai 1921, so ist dem Buch zu entnehmen, «organisierte der Kavallerieverein Suhrental auf dem Exerziergelände der Infanterie- und Kavallerieschulen die erste Rennveranstaltung im Aarauer Schachen». Es kamen beeindruckende 8000 bis 10’000 Zuschauer. Das «Aargauer Tagblatt» schrieb vom «ebenso interessanten wie edlen Wettstreit».

Die Tausenden Rennen seither wären nicht ohne Helferinnen und Helfer möglich gewesen; auch ihnen ist ein Kapitel im Buch gewidmet. Dazu dem Wetten, der Werbung, den Sponsoren, den grossen Reitern, den herausragenden Persönlichkeiten. Dazu gehören etwa Vater und Sohn Werner und Hans Britschgi sowie die legendären Speaker Gaston und Eric Delaquis.

Frühlingsrennen im April 1973.

Frühlingsrennen im April 1973.

ETH-Bildarchiv

Die Buchautoren verstanden es, nicht nur in grossen Strichen zu zeichnen, sondern auch die spannenden kleinen Details zu beachten. So erfährt man beispielsweise, dass der Rennverein für den Renntag vom 14. Mai 1933 eine 14-köpfige russische Kosaken-Truppe engagierte. Oder dass ab 1948 regelmässig «Bally Modeschauen» anlässlich der Rennen stattfanden; bis in die 60er-Jahre hinein. Ein Revival gab es 1984, mit internationalen Supermodels und Diamanten von De Beers.

Und 1955 lockte ein britischer Promi derart viele Leute in den Schachen, dass die NZZ von «völlig verstopften Strassen der Innenstadt» schrieb. Wer das war? Das reichlich mit Zeitdokumenten und Fotos illustrierte Buch verrät es.