Gefahr für Kinder
60 Zigi-Stummel auf Aarauer Spielplatz gezählt

Die Organisation «stop2drop» veröffentlichte kürzlich erschreckende Analyse-Ergebnisse: 95 Prozent von 42 untersuchten Schweizer Spielplätzen waren mit Zigarettenstummeln übersäht. Auf der Spielfläche in Aarau beim Kasinoplatz wurden 60 Stummel gezählt.

Cyrill Felder, argoviatoday.ch
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Freiwillige zählten und entsorgten die Zigarettenstummel auf den Spielplätzen.

Freiwillige zählten und entsorgten die Zigarettenstummel auf den Spielplätzen.

argoviatoday.ch

Es ist kein Geheimnis, dass Zigaretten gefährlich für unsere Gesundheit sind. Doch nicht nur das inhalieren einer Zigarette ist gefährlich, auch der weggeworfene Stummel ist eine Gefahr – vor allem für Kinder. Er enthält über 7000 Giftstoffe, die durch Regen und Schnee in die Natur gelangen können. «Der achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, ein giftiges Übel. Er verschmutzt Strassen, Haltestellen, Parks und ist besonders gefährlich auf Spielplätzen: Das Verschlucken der Stummel kann zu Vergiftungen führen», schreibt die Nonprofitorganisation «stop2drop» in einer Medienmitteilung.

Durchschnittlich 77 Zigarettenstummel pro Spielplatz

Mit der «Aktion Spielplatz» wollte «stop2drop» eine aktuelle Momentaufnahme des Zigaretten-Litterings auf Schweizer Spielplätzen erfassen. Freiwillige Helfer und Helferinnen analysierten Kinderspielplätze in mehreren Kantonen. Geschäftsführer Markus Dick ist über die Ergebnisse bestürzt: «Von den 42 untersuchten Spielplätzen waren 95% mit Zigarettenstummel übersät – einer davon sogar mit 488 Stummeln. Im September und Oktober lagen durchschnittlich 77 Stummel pro Spielplatz herum.» Auf dem Spielplatz in Aarau beim Kasinoplatz wurden alleine 60 Stummel gezählt.

Neben den unmittelbaren Risiken der Zigarettenstummel für die Kinder ist das Rauchen auf Kinderspielplätzen auch aus anderen Gründen ein Problem. «Wenn ältere Jugendliche und Erwachsene vor Kindern rauchen, dann erhöht das die Chance um das Dreifache, dass Kinder später selbst damit anfangen», erklärt Dick.

Tool für Datenerfassung entwickelt

Durch eine gezielte Mitmachaktion hat «stop2drop» die Bevölkerung bei der Untersuchung miteinbezogen. Ein dreisprachiges Analyse-Tools stand der Öffentlichkeit zur Verfügung, um die Daten zu erfassen. So konnten innert kürzester Zeit sehr viel Informationen gewonnen werden.

Die Organisation sieht vor, mit den betroffenen Gemeinden Lösungen zu entwickeln: «Mit den Ergebnissen dieser kleinen, aber skalierbaren Pilotanalyse ist «stop2drop» in der Lage, auf gezielte Kampagnen und Instrumente hinzuarbeiten. Diese sollen Gemeinden dabei helfen, die Problematik des Zigaretten-Litterings wirksam anzugehen und sich gemeinsam für saubere und rauchfreie Spielplätze einzusetzen», heisst es weiter.

«stop2drop»

«stop2drop» wurde vor vier Jahren von einer Schulklasse aus Burgdorf initiiert. Um gemeinsam etwas gegen das Problem der Zigarettenstummel zu unternehmen, gründeten die Jugendlichen einen Verein, suchten Sponsoren, sammelten Zigarettenstummel und mobilisierten andere, selber auch mitzuwirken. Seit Anfang Mai 2022 ist «stop2drop» nun als unabhängige NGO in einem Verein organisiert.