Nach Umbau
So sieht es im neuen Ausweiszentrum Aargau aus – und von diesen Neuerungen profitieren die Kundinnen und Kunden

Der Umbau in vier Etappen dauerte über ein Jahr, jetzt sind die Arbeiten im Ausweiszentrum Aargau abgeschlossen. Es hat sich einiges geändert – nicht nur optisch.

Dominic Kobelt
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Der Eingangsbereich mit dem Ticketsystem und den Schaltern. Ebenfalls zu sehen sind die farbigen Markierungen an den Wänden, mit denen die Kundinnen und Kunden an den richtigen Ort gelenkt werden.

Der Eingangsbereich mit dem Ticketsystem und den Schaltern. Ebenfalls zu sehen sind die farbigen Markierungen an den Wänden, mit denen die Kundinnen und Kunden an den richtigen Ort gelenkt werden.

Dominic Kobelt

Bis zu 100'000 Personen werden im Ausweiszentrum Aargau pro Jahr bedient – seit 2021 werden nicht nur Anträge für Schweizer Pässe, sondern auch die notwendigen Daten für Ausländerausweise erhoben. Dass sämtliche Ausländerausweise auf Papier durch einen neuen nationalen Ausweis in Kreditkartenform abgelöst wurden, hat zu einem Anstieg geführt. Im Zug des gleichen Projekts fand die Ausweitung auf die EU- und Efta-Staaten statt.

«Weil zwei Bereiche zusammengelegt wurden, mussten die bisherigen Räumlichkeiten umgebaut werden», erklärt Regierungsrat Dieter Egli am Montag bei der Medienkonferenz in den frisch renovierten Räumen. Gleichzeitig wurde überprüft, wie gut die Aufgaben bisher erfüllt werden konnten und wo Optimierungen möglich sind. Nebst Reisedokumenten und Ausländerausweisen stellt das Ausweiszentrum Dokumente des internationalen Rechtsverkehrs (zum Beispiel Überbeglaubigungen), und Bewilligungen im Zusammenhang mit dem Reisendengewerbe aus, etwa für Schausteller.

«Das Ausweiszentrum Aargau ist ein wichtiger Kontaktpunkt der Verwaltung für die gesamte Aargauer Bevölkerung», so Departementsvorsteher Egli. Deshalb sei das Ausweiszentrum – früher Pass- und Patentamt – auch so etwas wie ein Fenster der Bevölkerung zur Kantonsverwaltung.

So sehen die neuen Schalter aus, an denen Kundinnen und Kunden bedient werden. Im Bild die Mitarbeiterinnen Tabatha Hüssi (vor dem Schalter) und Rita Zürcher.

So sehen die neuen Schalter aus, an denen Kundinnen und Kunden bedient werden. Im Bild die Mitarbeiterinnen Tabatha Hüssi (vor dem Schalter) und Rita Zürcher.

Dominic Kobelt

Kundenfreundlicher und barrierefrei

Mit einem Farbsystem (rot für ID und Pass, grün für Ausländerausweise, gelb für Apostillen und Beglaubigungen), werden die Kundinnen und Kunden geleitet.

Die Wartenden werden durch ein Ticket-System, wie man es etwa von den Postschaltern kennt, an die frei werdenden Schalter zugeteilt. Die Wartebereiche sind grosszügiger und moderner gestaltet worden.

Die unterschiedlichen Aufgabenbereiche sind durch Farben markiert, so fällt es leichter, den Weg zum richtigen Schalter zu finden.

Die unterschiedlichen Aufgabenbereiche sind durch Farben markiert, so fällt es leichter, den Weg zum richtigen Schalter zu finden.

Dominic Kobelt

Besonders vom 1,7 Millionen teuren Umbau profitieren aber Menschen mit einer Beeinträchtigung. Dank dem Umbau ist es für Menschen mit Behinderung nun einfacher, den Pass oder die ID zu erneuern, weil sich die Schalter als auch die entsprechenden Kabinen zur Erfassung der Daten im Erdgeschoss befinden. «Die Kundschaft soll sich wohlfühlen, und der Zugang muss für alle Bevölkerungsgruppen möglich sein», fasst Marcel Wüest, Leiter Ausweiszentrum, zusammen.

«Bei der Umsetzung hat uns die Organisation Procap unterstützt», sagt Wüest. Nebst den rollstuhlgängigen Schaltern gibt es auch abgetrennte Erfassungsstationen, und Fotos können auch mit einer mobilen Kamera aufgenommen werden. Zudem gibt es jetzt auch behindertengerechte Toiletten.

Hier können Menschen mit Behinderung ihre Ausweisdaten erfassen.

Hier können Menschen mit Behinderung ihre Ausweisdaten erfassen.

Dominic Kobelt

Anfragen brachen in der Coronapandemie ein

Weil die Datenerfassung für Schweizer Reisedokumente und Ausländerausweise zusammengelegt wurde, konnte eine Stelle oder rund 80'000 Franken eingespart werden. Zudem kann so die Arbeit etwas besser verteilt werden. Denn die Erneuerung von Pässen und Identitätskarten erfolgt in Wellenbewegungen. «Das hat damit zu tun, dass viele erst merken, dass sie ihren Ausweis erneuern müssen, wenn sie Ferien planen», erklärt Andreas Bamert, Leiter Abteilung Register und Personalbestand.

Die Lernenden Noelle Robmann und Matteo Miserendino zeigen, wie die biometrischen Daten für einen Pass erfasst werden – dass ein Pass erneuert werden muss, merken die Leute oft erst dann, wenn sie in die Ferien wollen.

Die Lernenden Noelle Robmann und Matteo Miserendino zeigen, wie die biometrischen Daten für einen Pass erfasst werden – dass ein Pass erneuert werden muss, merken die Leute oft erst dann, wenn sie in die Ferien wollen.

Dominic Kobelt

Gut zu beobachten war das auch während der Coronapandemie. «Die Nachfrage ist zu Beginn eingebrochen, und entsprechend angestiegen, als das Reisen wieder erleichtert wurde», erklärt Bamert. Zudem schwankt die Zahl der ausgestellten Dokumente auch von Jahr zu Jahr erheblich, und so werden im Ausweiszentrum zwischen 20 und 30 Leute beschäftigt, je nach Auslastung.

Erstaunlich ist, dass in etwa die Hälfte der Anträge auf Reisedokumente noch telefonisch eingehen. Hier hoffen die Verantwortlichen, dass künftig noch mehr Leute ihren Antrag elektronisch einreichen.