Kreuzlingen
Kantonsschule erhält das Mint-Label: Eine Auszeichnung für die Pionierrolle des Gymnasiums

Am Freitag erhält die Kantonsschule Kreuzlingen in Payerne das Mint-Label. Prorektor Daniel Hurtado erzählt, weshalb die Kanti diese Auszeichnung gewonnen und warum es eben nicht reicht, einfach nur eine Klasse in den Mint-Fächern zu unterrichten.

Sabrina Bächi
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Zwei Schülerinnen einer Mint-Klasse: Der Roboterarm zeichnet seinen ersten Strich. Dereinst soll er einen Smiley zeichnen können.

Zwei Schülerinnen einer Mint-Klasse: Der Roboterarm zeichnet seinen ersten Strich. Dereinst soll er einen Smiley zeichnen können.

Bild: PD

Die Kantonsschule Kreuzlingen (KSK) ist Pionierin, wenn es um Spezialklassenangebote geht. Bereits 2003 hat sie als erste im Kanton die Englischklasse eingeführt. Seit 2014 können Schülerinnen und Schüler die sogenannte Mint-Klasse besuchen. Diese legt den Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint). Nun hat die Kantonsschule für ihr Mint-Angebot eine Auszeichnung erhalten.

Das vielfältige Engagement der Schule in diesem Bereich hat der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz besonders gefallen, sie honoriert dies mit dem Label «Mint-aktives Gymnasium». Die Auszeichnung wird am 17. September in Payerne verliehen und ist für fünf Jahre gültig. Danach erfolgt eine erneute Überprüfung.

Die Jury begründet ihren Entscheid folgendermassen: «Besonders gefallen hat uns, wie der gute Teamgeist unter der Lehrerschaft auf das Schulklima und auf das Verhältnis zu Schülerinnen und Schülern abfärbt. Den Lernenden wird viel Vertrauen entgegengebracht, diese nutzen es für originelle und anspruchsvolle Projekte.»

Die Schule fördert Mint auch in den Regelklassen

Prorektor Daniel Hurtado legt denn auch Wert darauf, dass die KSK die Auszeichnung nicht einfach «nur» für die Mint-Klasse erhalten hat. «Bloss dieses Angebot hätte für das Label nicht gereicht», sagt er. Beispielsweise mit Mint-Sonderwochen für alle Klassen oder mit Laborunterricht und Praktika versuche die KSK, generell dieses Angebot zu fördern.

Die Schülerinnen und Schüler einer Mint-Klasse arbeiten mit Komplexen.

Die Schülerinnen und Schüler einer Mint-Klasse arbeiten mit Komplexen.

Bild: PD

Die Mint-Klasse selbst kann jede Schülerin und jeder Schüler besuchen. Die Stundentafel enthält mehr Lektionen in den Fächern Mathematik, Physik, Informatik oder Chemie. Für Laborarbeiten dürfen die Schülerinnen und Schüler auch in die Laboratorien der Universität Konstanz benützen, um dort an Projekten und Versuchen zu forschen.

Die Klasse hat einen Roboterarm gebaut

Des Weiteren geht die schulische Vertiefung in diesen Fächern weiter als in den Regelklassen, etwa in der Informatik oder Mathematik ist der Schulstoff anspruchsvoller. «Im Bereich Technik werden beispielsweise Roboterarme gebaut», erklärt Hurtado. Derzeit sei eine Klasse daran, einen Roboterarm zu entwickeln, der «in Zukunft ein Smiley zeichnen kann».

Von den vier Klassen pro Jahrgang ist eine davon eine Mint-Klasse. Die Schülerinnen und Schüler wählen vor Beginn ihrer Kantikarriere, ob sie in die Mint-Klasse möchten. «Manchmal sind die Klassen etwas kleiner und in der Regel sind über die Hälfte davon Buben», sagt Hurtado. Es sei vielleicht auch eine gesellschaftliche Entwicklung, dass es sich die Mädchen weniger zutrauen.

Daniel Hurtado, Prorektor KSK.

Daniel Hurtado, Prorektor KSK.

Bild: PD
«Das ist aber reine Spekulation. Die Mädchen beweisen eindrücklich, dass auch sie in den Mint-Klassen gut aufgehoben sind.»

Eine Wertschätzung für die Pionierrolle

Viele der Abgänger solcher Klassen würden auch in einem Mint-Bereich ein Studium aufnehmen. «Es gab aber auch schon, dass ein Mint-Schüler Germanistik studierte», sagt der Prorektor. Denn die Matura sei nicht anders als bei den anderen Schülern.

Insgesamt 15 Schulen haben sich um das Mint-Label beworben. Wie viele davon eines erhalten, kann Hurtado nicht sagen. Die Freude über die gewonnene Auszeichnung überwiegt: «Wir fühlen uns natürlich geehrt, dass wir zeigen können, was wir erreicht haben. Es bestätigt uns in unserer Pionierrolle im Kanton und in der Mint-Förderung, die wir seit Jahren betreiben.»