Alpnach
3 Millionen Franken für den Ausbau des Fernwärmeleitungsnetzes

Die Korporationsversammlung Alpnach behandelt am 29. November zahlreiche Sach- und Wahlgeschäfte.

Markus Villiger
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Die Versammlung der Korporation Alpnach vom 29. November, 20 Uhr, im Landgasthof Schlüssel ist mit Sach- und Wahlgeschäften stark befrachtet. Für die aus dem Rat ausscheidende Dina Gasser ist ein neues Mitglied in den Korporationsrat zu wählen. Zur Wiederwahl steht Korporationspräsident Urs Spichtig. Bei der Wahl des Korporationsvizepräsidenten wird es infolge Rücktritts von Dina Gasser zu einer Neuwahl kommen. Im Weiteren sind zwei Mitglieder der Alpenkommission und ein Mitglied der Energiekommission zu wählen.

Aussenansicht des Holzheizwerkes in Alpnach.

Aussenansicht des Holzheizwerkes in Alpnach.

Bild: Markus Villiger

Das Korporationsbudget 2023 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 87’100 Franken ab. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 4,635 Millionen Franken. Für 3 Millionen Franken soll das Fernwärmeleitungsnetz im Gebiet «Laubligen – Feldheimstrasse – Feld» ausgebaut werden. Das Holzheizwerk der Korporation Alpnach wurde im Jahr 2006 in Betrieb genommen. Der damalige Energiebedarf konnte mit einem Heizkessel mit einer Leistung von 1100 Kilowatt abgedeckt werden. Die Nachfrage nach Fernwärme nahm schnell zu, sodass das Heizwerk im Jahr 2009 in einer zweiten Etappe und 2012 in einer dritten Etappe erweitert wurde.

Aktuell beträgt die installierte Leistung der drei Holzheizkessel 8900 Kilowatt. Mit den Heizwerkerweiterung wurden jeweils auch das Verteilnetz erweitert. Heute werden fast alle zusammenhängenden Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete sowie die öffentlichen Gebäude des Dorfkerns Alpnach ganzjährig mit Fernwärme versorgt. Die Wohngebiete Laubligen und Feld westlich der Brünigstrasse und südlich der Schoriederstrasse sind bislang noch nicht mit Fernwärme erschlossen, wie der Korporationsrat in seiner Botschaft an die Stimmberechtigten schreibt.

Mehrheit des Energieholzes aus eigenem Wald

Aktuell stammen rund 85 Prozent des benötigten Energieholzes aus den eigenen Waldungen der Korporation. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Synergienutzung der Wertschöpfungskette im Wald und in der Korporation erreicht. Im Jahr 2021 wurden 17,3 Millionen Kilowattstunden Energie bei einer total vertraglichen Anschlussleistung von 9740 Kilowatt an die Kunden geliefert.

Durch Betriebsoptimierungen, wie der Einbau von Abgasrezirkulationssystemen an den beiden grösseren Holzheizkesseln und der Installation von 300 Kubikmeter Wärmespeicherkapazität, haben dazu beigetragen, dass noch eine Leistungsreserve von 2900 Kilowatt für Neuanschlüsse zur Verfügung steht. Der Korporationsrat geht bei zukünftigen Einzonungen im Umkreis des bestehenden Fernwärmenetzes von einem Anschlusspotenzial von rund 1100 Kilowatt aus. Demzufolge stehen noch 1800 Kilowatt für einen Netzausbau zur Verfügung.

Wie der Korporationsrat festhält, besteht eine grosse Nachfrage nach nachhaltiger Wärmeenergie. «Die Gründe dafür lassen sich in den steigenden Energiepreisen, der Lieferunsicherheit vom herkömmlichen Energieträger Erdöl, den geänderten gesetzlichen Vorgaben und mit dem bewussten ökologischen Gedankengut erklären», betont der Korporationsrat. Neu will die Energiekommission das Potenzial in den Gebieten Laubligen und Feld nutzen.

Die Neuerschliessung dieser Gebiete soll ab der Hauptleitung bei der Sonnmatt erfolgen, welche noch eine berechnete Kapazitätsreserve von rund 1600 Kilowatt hat. Da das Gebiet Feld über der statischen Druckgrenze des bestehenden Fernwärmenetzes liegt, wird dafür eine Netztrennung und eine Pumpstation notwendig. Es ist vorgesehen, dass im Bereich der Hauptleitung Sonnmatt ein kleines Gebäude mit einer Photovoltaikanlage gebaut wird. Die Einzelheiten sowie auch der genaue Standort müssen bei vorliegender Zustimmung zum Ausbau noch definiert und verhandelt werden, wie der Korporationsrat erwähnt.

Hinweis: Korporationsversammlung Dienstag, 29. November, 20 Uhr, Landgasthof Schlüssel, Alpnach Dorf.