Alpnach Dorf
«Besondere Leuchtkraft»: Internationale Jury zeichnet viergeschossiges Bürohaus aus

Die Küng Holzbau AG aus Alpnach Dorf konnte für ihren einzigartigen Neubau einen Anerkennungspreis entgegennehmen.

Markus Villiger
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Das viergeschossige Bürogebäude der Firma Küng Holzbau AG in Alpnach.

Das viergeschossige Bürogebäude der Firma Küng Holzbau AG in Alpnach.

Bild: PD

Gross war die Freude beim 45-jährigen Geschäftsführer Stephan Küng zusammen mit der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden, als bekannt wurde, dass das innovative Holzbauunternehmen für den viergeschossigen Neubau eine Auszeichnung erhalten hatte. «Die Entscheidung ist der Jury aufgrund der sehr guten und ansprechenden Projekte ausserordentlich schwergefallen, doch unter den 237 eingereichten Projekten hatte das Bürohaus Küng gleich von Anfang an eine besondere Leuchtkraft. Wir freuen uns sehr, dass Ihr Projekt in der diesjährigen Ausgabe von Constructive Alps eine Anerkennung erhält», so das Schreiben der internationalen Jury des Architekturpreises Constructive Alps an die Geschäftsleitung. Die Jury sei zutiefst beeindruckt gewesen von dem innovativen Haus, das in Alpnach gebaut wurde.

«Der Besuch bei Ihnen vor Ort hat erkennen lassen, welche Liebe zum Detail in die Planung mit eingeflossen ist und wie durchdacht das gesamte Konzept ist»,

hielt die Jury zusammenfassend fest und ergänzte: «Von der Tatsache, dass das Gebäude ohne kontrollierte Lüftung auskommt, über den Low-Tech Ansatz, besonders beeindruckt waren wir von den verstellbaren Schreibtischen mit der Handkurbel bis hin zur Aussenfassade, die mit Holzdübeln zusammengehalten wird. Kurz: wir waren begeistert», schliesst die Jury ihr positives Urteil über das vom Architekturbüro Seiler Linhart, Sarnen/Luzern entworfene Bürohaus. Abschliessend betont die Jury: «Das Gebäude spricht für sich und so sollte es in Fern und Nah bekannt werden und als Vorbild in Richtung Zukunft weisen.»

Ein Austausch auf Augenhöhe

Architekt Sören Linhart vom Architekturbüro Seiler Linhart erwähnte unter anderem: «Es war einzigartig, für und mit einem Holzbauer zusammen ein Haus zu bauen, bei dem in Fragen der Anwendung von Holz am Bau so gut wie alles möglich ist. Dies führte im Planungs- und Bauprozess zu verschiedenen Innovationen. So wurde zum Beispiel eine zweiachsige gespannte Buchendecke eingebaut und die Wandelemente bis hin zu den gesteckten Holzmöbeln kommen gänzlich ohne Leim und Metallverbindungen aus.»

Mit statt gegen die Natur: Der Holzbau der Firma Küng überzeugte die Internationale Jury des Architekturpreises Constructive Alps.

Mit statt gegen die Natur: Der Holzbau der Firma Küng überzeugte die Internationale Jury des Architekturpreises Constructive Alps.

Bild: PD

Der Austausch zwischen dem Architekten und der Bauherrschaft, namentlich mit Geschäftsführer Stephan Küng, geschah zu jeder Phase des Projekts partnerschaftlich und auf Augenhöhe. So wurden die architektonischen Vorschläge mit der Bauherrschaft immer offen diskutiert. «Dieser Dialog war zentral für das Gelingen des Projekts», betont Architekt Sören Linhart. «Der Preis steht für die Übereinkunft von acht Alpenstaaten, sich für ein nachhaltiges und klimagerechtes Bauen in den alpinen Regionen stark zu machen.» Oberste Prämisse sei es dabei, Häuser zu bauen, die mit der Natur arbeiten statt gegen sie.

«Die Kraft der Natur positiv nutzen und diese in die Architektur miteinfliessen lassen. Daher freuen wir uns als Planer und ausführende Architekten sehr über diese Auszeichnung»,

ergänzt Sören Linhart.

Für das viergeschossige Bürohaus investierte die Küng Holzbau AG 3,5 Millionen Franken. Die Inbetriebnahme erfolgte 2020. Im Bürohaus befinden sich Besprechungsräume sowie Einzel- oder Doppelbüros für die Projektleiter. Unter dem Dach werden zukünftig in einem kleinen Ausstellungsbereich auch Gäste empfangen und mit den Produkten der Unternehmung sowie dem Thema des naturnahen Bauens vertraut gemacht werden können.

Preis für nachhaltiges Bauen

Liechtenstein und die Schweiz vergeben gemeinsam den internationalen Preis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen – Constructive Alps. Die Universität Liechtenstein hilft der Jury bei der Prüfung der Objekte und die internationale Alpenschutzkommission unterstützt den Wettbewerb organisatorisch. Die Preisverleihung erfolgte in diesem Herbst zum sechsten Mal. Von den 237 eingereichten Projekten zeichnete die Jury insgesamt elf herausragende Projekte aus. Neben vier Preisen verlieh die Jury Anerkennungen an sieben Projekte. (vi)