Alpnach
Projekt für Fussgängersteg über die Hofmättelistrasse wird nicht weiterverfolgt

Die Gemeindeversammlung folgt einem Rückkommensantrag des Gemeinderats. Genehmigt wurde zudem die Rechnung 2021.

Martin Uebelhart
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Die Alpnacher Gemeindeversammlung hatte am Donnerstag ein weiteres Mal über eine Initiative der CVP/Mitte-Ortspartei für einen Fussgängersteg über die Hofmättelistrasse zu befinden. Vor zweieinhalb Jahren war die Initiative an einer Gemeindeversammlung angenommen worden. Nun legte der Gemeinderat einen Rückkommensantrag vor. Gemeindepräsident Marcel Moser erläuterte den anwesenden 111 Stimmberechtigten, dass mit dem Bau des Kreisels «Industrie» im Rahmen des Vollanschlusses an die A8 an der Hofmättelistrasse eine sichere Fussgängerquerung entstehe. Der Bau eines Fussgängerstegs sei vor allem wegen der zu erwartenden hohen Baukosten sowie den nicht zielführenden Landerwerbsgesprächen Gründen umstritten. Moser zeigte auf, dass knapp 13’000 Franken an internen und externen Kosten für die bisherigen Abklärungen aufgelaufen seien. Wenn der Antrag des Gemeinderats auf Rückkommen abgelehnt würde, kämen rund 70’000 Franken für ein ausgearbeitetes Projekt hinzu. Remo Kuster, Co-Präsident der CVP/Mitte-Ortspartei, hielt fest, dass rund 200 Alpnacherinnen und Alpnacher die Initiative unterschrieben hätten und warb um Unterstützung für das Anliegen.

Gemeindepräsident Marcel Moser erläutert die künftige Situation beim Kreisel «Industrie» in Alpnach. Weiter von links: Gemeinderätin Regula Gerig, Gemeinderätin Sibylle Wallimann, Gemeindevizepräsident Patrick Matter und Gemeindeschreiber Urs Vogel.

Gemeindepräsident Marcel Moser erläutert die künftige Situation beim Kreisel «Industrie» in Alpnach. Weiter von links: Gemeinderätin Regula Gerig, Gemeinderätin Sibylle Wallimann, Gemeindevizepräsident Patrick Matter und Gemeindeschreiber Urs Vogel.

Bild: Martin Uebelhart (Alpnach, 9. Juni 2022)

In Voten wurde unter anderem die Frage aufgeworfen, ob angesichts der Fussgängerverbindung beim geplanten Kreisel der Steg überhaupt genutzt werden würde. Weiter wurde der Gemeinderat aufgefordert, bei solchen Projekten vorausschauender zu planen. Auch wurde argumentiert, der Kreisel sei eine kostengünstige Lösung für die Fussgängerverbindung. Es brauche keine teure doppelte Lösung mit dem Steg, man könne das Geld gescheiter investieren. Die Versammlung folgte mit 83 zu 15 Stimmen deutlich dem Gemeinderat. Das Projekt wird nicht weiterverfolgt.

1 Million Franken für die Reserven

Die Gemeindeversammlung konnte darüber hinaus von einem guten Rechnungsabschluss Kenntnis nehmen. Sie weist bei einem Gesamtaufwand von rund 26 Millionen Franken einen Nettogewinn von gut 390’000 Franken aus. Budgetiert war ein Verlust von 372’000 Franken. Die Rechnung wurde entlastet durch höhere Fiskalerträge, höhere Transfererträge sowie tiefere Personalkosten, Abschreibungen und Transferaufwände. Die Coronapandemie habe sich nicht so stark ausgewirkt wie befürchtet, sagte Gemeindevizepräsident und Finanzchef Patrick Matter. Die Gemeinde könnte Rückstellungen von 1,7 Millionen Franken tätigen. 1 Million Franken gehen in die finanzpolitischen Reserven, weitere 710’000 Franken dienen als Rücklage für die Hochwasserschutzprojekte Kleine Schliere und Sarneraa. Für die Zukunft gelte es, nicht ausgeführte Arbeiten nachzuholen und die anstehenden Investitionen umzusetzen, so Matter. Ein Blick in die Mehrjahresplanung zeige, dass weiterhin Rechnungsergebnisse im Bereich einer schwarzen Null möglich seien. Die Versammlung stimmte der finanzpolitischen Reserve und der Rechnung zu.

In der Gesamterneuerungswahl für die Rechnungsprüfungskommission wurden David Lüthold, Roger Steimen und Guido Wolfisberg für die Amtsdauer 2022 bis 2026 wiedergewählt. Für die den bereits ausgetretenen Präsidenten Marcel Egli und das austretende Mitglied Armin von Atzigen wurden der parteilose Roger Meier und Michael Siegrist (CVP/Mitte) als neue Mitglieder gewählt. Sie setzten sich in einer Kampfwahl gegen den SVP-Kandidaten Güvenç Coban durch.

Marcel Moser informierte über den aktuellen Stand der Raumplanung. Im Rahmen der laufenden Masterplanung müssten noch einige Themen vertieft werden. Namentlich das Gebiet Südufer (Kleine Schliere bis Niederstad), die Ansiedlung einer Arbeitszone sowie der öffentlicher Raum (Grünzonen im Siedlungsgebiet).

Ehrungen und Verabschiedung

In Beantwortung von Fragen, die Marcel Jöri eingereicht hatte, informierte Sibylle Wallimann, Departementsvorsteherin Bildung und Kultur, über den Schulbusbetrieb. Dieser werde in Alpnach seit etlichen Jahren betrieben. Von den 660 Kindern der Schule Alpnach nähmen 93 die Dienste in Anspruch. Eine Anpassung und Weiterentwicklung des Schulbusbetriebes an neue Gegebenheiten werde in den nächsten Jahren erfolgen.

Die Alpnacher Skirennfahrererin Priska Nufer ist in einem Videointerview zu sehen.

Die Alpnacher Skirennfahrererin Priska Nufer ist in einem Videointerview zu sehen.

Bild: Martin Uebelhart (Alpnach, 9. Juni 2022)

Der Gemeinderat hat die erfolgreiche Alpnacher Skirennfahrerin Priska Nufer, die Ende Februar 2022 ihren ersten Weltcup-Sieg in Crans-Montana feiern konnte, geehrt. Da die Sportlerin nicht anwesend sein konnte, zeigte die Alpnacher Sport-Moderatorin Danja Spichtig ein zuvor aufgezeichnetes Interview.

Geehrt wurde auch alt Vizepräsident Willy Fallegger. Er gehörte von Februar 2017 bis Februar 2022 dem Gemeinderat Alpnach an und war insgesamt 20 Jahre lang in der Politik tätig.