Echo vom Glaubenberg
Jodelgesang erobert die Herzen

Zusammen mit ihren geladenen Gästen warteten die Glaubenbergjodler mit einem unterhaltsamen Jahreskonzert auf.

Otmar Näpflin
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Der Jodlerklub Echo vom Glaubenberg lud zu seinem Jahreskonzert nach Sarnen.

Der Jodlerklub Echo vom Glaubenberg lud zu seinem Jahreskonzert nach Sarnen.

Otmar Näpflin (Sarnen, 1. Oktober 2022)

Es ist längstens Geschichte, als der Jodlerklub Echo vom Glaubenberg noch in der Turnhalle Schwendi konzertierte. Inzwischen steht auch ihm die geräumig Aula Cher zur Verfügung, wo er am vergangenen Samstagabend, 1. Oktober, zu seinem Konzertabend lud. Die in Einfachheit gehaltene, herbstliche Bühnendekoration verlieh dem Konzertlokal eine besondere Note. Sie war auch Ausdruck der Bescheidenheit seitens der Gastgeber, die sich sehr sangesfroh gaben und ihrer Erwartungshaltung vollauf gerecht wurden. «Es liegen schwierige Zeiten hinter uns», erklärte Präsident Walter von Wyl nach dem Eröffnungsjuiz. Und weiter sagte er: «Wir schätzen uns ausserordentlich glücklich, wieder einmal für so viele Jodlerfreunde singen zu dürfen.» In der Folge sorgte nicht nur Adolf Stählis «Es Lied wo’s Härz erfreut» für einen besinnlichen Moment. Auch die weiteren, sorgfältig erarbeiteten Lieder und Juiz erlebten eine wohlklingende Interpretation. An die Adresse ihrer Schützlinge hielt die musikalische Leiterin nach Konzertende klar und deutlich fest: «Sehr gut gemacht, tipptopp, z’friede!»

Die neue Dirigentin: Martina Moor.

Die neue Dirigentin: Martina Moor.

Bild: Otmar Näpflin (Sarnen, 1. Oktober 2022)

Wesentlichen Anteil an diesem geglückten Auftritt hat die neue Dirigentin, Martina Moor. Ihr Engagement bei den Schwander Jodlern ist dank Vorjodlerin Luzia Zumstein zu Stande gekommen. Seit Februar 2022 kümmert sich die 31-Jährige ganz erfolgreich um die 20-köpfige Sängerschar. Neben dem Besuch am ZSJV-Fest in Andermatt zeichnen sich, dank ihrem Wirken, weitere positive Ergebnisse ab. So ist auch auf dem Personalsektor ein Lichtblick ersichtlich, konnten doch anlässlich der offenen Jodlerproben neue Kandidaten gefunden werden.

Bodenständiges aus Gstaad, Ebnat-Kappel und St.Antoni

Zu Gastklub-Ehren kam der Jodlerklub Gruss vom Wasserngrat aus Gstaad. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte Dirigent Simon Hefti, dass sie mit 17 anstelle von 21 Mitgliedern leicht dezimiert angereist seien. Für ihn stand aber nicht die personelle Quantität, sondern die gesangliche Qualität im Vordergrund. Dieser Aufforderung sind die behäbigen Berner, denen ein weicher Chorklang eigen ist, mit dem «Golete-Jutz», «Bärgluft» und weiteren Darbietungen eindrücklich nachgekommen.
Aus dem Toggenburg reiste das Jodlerterzett Speerchütz an. Die gut gelaunten Gäste erläuterten vorerst den Namen ihrer Formation. «Speerchütz» liegt folgende Erklärung zu Grunde: «Chütz» sind verblühte Alpenanemonen, die unter dem Speer (Berg) vorkommen. Eine weitere Eigenheit ist der Ausdruck «johlen», den sie anstelle von jodeln zu sagen pflegen. 2008 gründeten Vater Köbi Roth und seine beiden Töchter Maja Roth und Marianne Tschumper-Roth das erwähnte Terzett. Aus ihrem reichhaltigen Repertoire trugen sie «Bluemepracht» und weitere Kostproben vor. Mit «Wie’s üs gfallt» bekannten sie sich zum traditionellen Toggenburger Naturjodel.

Für bewegenden Melodien waren die Geschwister Monney aus St.Antoni (Kanton Freiburg) besorgt. Mit Fug und Recht dürfen Natascha und Maruschka als jodlerische Juwelen bezeichnet werden. Ihre Stimmen ergänzen sich sehr optimal und ergeben eine harmonische Höchstleistung. Mit dem Gewinn vom Kleinen Prix Walo 2014 in der Sparte Jodeln nimmt diese Erfolgsgeschichte ihren Anfang. Dannzumal ging der Ennetmooser Pascal Barmettler mit dem Alphorntrio Bärgkristall ebenfalls als Sieger hervor. Auch er war am Samstagabend in Sarnen zu Gast und untermalte unter anderen die Vorträge «Us de Bärge» und weitere mit Alphorntönen. Nicht nur gesanglich auch instrumental sind die Monneys begabt. Neben E-Piano zählen vorwiegend Schwyzerörgeli und Gitarre zu den Begleitinstrumenten. Mit Letzteren gefielen sie besonders mit Werken von Trauffer und Franz Arnold. Sein Titel: «Dr letschti Tag vom Summer» war gleichbedeutend wie das Ende dieses melodiösen Konzertabends, den Anita Windlin und Thomas Kathriner moderierten. Für die Tanzfreudigen spielte im Anschluss das Ländlertrio tanzARTig.

Hinweis: Im kommenden Jahr feiert der Jodlerklub
Echo vom Glaubenberg sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund organisiert er am 19. August 2023 das Unterwaldner Naturjodlerkonzert in Sarnen.