Ein Obwaldner bringt den Indianer im Herzen auf die Leinwand

Einen Lebenstraum erfüllte sich Ruedi Omlin, indem er seinen eigenen Indianerfilm drehte. Unter anderem im Langis und in Seelisberg.

Marion Wannemacher
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Ruedi Omlin - Initiant des Films Indian Mountain Lake, hoch zu Ross als Häuptling in der Hauptrolle. (Bild: PD/Patrick Lussi)

Ruedi Omlin - Initiant des Films Indian Mountain Lake, hoch zu Ross als Häuptling in der Hauptrolle. (Bild: PD/Patrick Lussi)

Schon immer haben es ihm die Indianer angetan. «Wenn ich im Langis unterwegs war, habe ich mir immer vorgestellt, mir würde ein Trapper begegnen», verrät Ruedi Omlin. Im richtigen Leben arbeitet der gebürtige Sachsler Omlin als Therapeut in der eigenen Massagepraxis in Wilen. In diesem Jahr erfüllte er sich seinen Lebenstraum und drehte einen Film über Indianer an seinen Lieblingsorten im Langis, in Lungern und in Seelisberg, und zwar in Eigenproduktion. Das Ergebnis legen er und sein Filmteam jetzt vor – den Film «Indian Mountain Lake».

Omlin, der selbst Blue- grass-Musik spielt, hatte schon länger Ideen für einen solchen Film. «Ich habe mir immer wieder vorgestellt, wie auf dem Seelisberger Seeli Indianer in ihren Kanus unterwegs sein könnten oder sich im Salon von Karl Tschumi in Seelisberg Trapperfreunde beim Fellhandel begegnen», erklärt er. In eben diesem Westernsalon, den er aus der Musikszene kennt, haben sie denn auch gedreht, und Tschumi spielt selber im Film mit.

Alltagsleben der Trapper und Indianer

Herausgekommen ist ein 25-minütiger Film, der das Alltagsleben der Trapper (Fallensteller und Pelztier-Jäger) und Indianer rüberbringt. In der Handlung geht es um das Treffen solcher Männer, die gemeinsam auf Bison-Jagd gehen und anschliessend die Felle auf einem Fellmarkt verkaufen. Zu sehen sind nun in ästhetisch ansprechenden Bildern Landschafts- und Naturszenen, beispielsweise wie die Indianer die Felle über das Seelisberger Seeli in Kanus transportieren, oder das Leben im Tippidorf. Beeindruckend auch die Szene an den Dundelbachfällen in Lungern, in der die Indianerfrauen Wäsche waschen, Aufnahmen vom Fischen am Bach beim Grund vor dem Langis oder Drohnenaufnahmen vom Langisgebiet selber.

«Patrick Lussi als Kameramann hat für den Film einen überaus grossen Beitrag geleistet», lobt Omlin. «Er ist ein junger, innovativer Typ, der genau das umsetzen konnte, was ich mir vorgestellt hatte», schwärmt der 59-Jährige. Lussi selbst filmt, fotografiert und dreht Spiel- und Naturfilme, seit er 15 Jahre alt ist. Er stand auch für den Film des Kernsers Günter Hofer «Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte» hinter der Kamera und freut sich über Omlins Lob «Es war eine tolle Erfahrung und ich habe sehr viel gelernt», lautet das persönliche Fazit des 19-jährigen Kernsers über sein neuestes Filmprojekt. Für den Polygrafen im vierten Ausbildungsjahr fing die Arbeit nach den vier Drehtagen erst richtig an:

«Ich habe extrem lang geschnitten, sicher zwei bis drei Wochen jeweils an den Feierabenden und jeden ganzen Tag am Wochenende.».

Auch er zeigt sich wie Omlin recht zufrieden mit dem Ergebnis. Nach seinem Militärdienst kann sich der Hobbyfilmer vorstellen, aus seiner Leidenschaft einen Beruf zu machen und im grafischen Bereich weiter mit Film und Fotografie zu arbeiten.

«Es war eine tolle Erfahrung und ich habe sehr viel gelernt», lautet das persönliche Fazit des 19-jährigen Kernsers über sein neuestes Filmprojekt. Für den Polygrafen im vierten Ausbildungsjahr fing die Arbeit nach den vier Drehtagen erst richtig an. «Ich habe extrem lang geschnitten, sicher zwei bis drei Wochen jeweils an den Feierabenden und jeden ganzen Tag am Wochenende.». Auch er zeigt sich wie Omlin recht zufrieden mit dem Ergebnis. Nach seinem Militärdienst kann sich der Hobbyfilmer vorstellen, aus seiner Leidenschaft einen Beruf zu machen und im grafischen Bereich weiter mit Film und Fotografie zu arbeiten.

Beim Zusammenstellen seines Schauspielerteams aus acht Erwachsenen und vier Kindern konnte Ruedi Omlin die im indianischen Geist angenommene Tochter des legendären Originals Angy Burri, Susann Ineichen, verpflichten. Sie habe Originalkleider beigesteuert und dadurch dem Film Authentizität verliehen. Froh war er auch um die Mithilfe der beiden Indianersquaws Mareike Scheuber und Beatrice Waser. «Sie haben für unser Projekt die Pferde organisiert und uns beiden Indianern das Reiten beigebracht.»

Ruedi Omlin selbst spielt die Hauptrolle des Indianerhäuptlings und ist in seiner Indianerkluft im Film kaum wiederzuerkennen. Ihm zur Seite steht auch George Britschgi aus Sarnen, der in seiner Freizeit als Trapper lebt. Auch Omlins eigene Kinder Anouk (10 Jahre) und Jori (8 Jahre) durften im Film mitspielen wie auch die Kinder eines Freundes.

Eigener Soundtrack mit Banjo und Gitarre

Auch für die Musik zeichnete Omlin gemeinsam mit dem Schattdorfer Ringo Beltrametti verantwortlich. Die Banjo- und Gitarrenmusik haben beide selber eingespielt.

Das endgültige Budget hat Omlin noch nicht berechnet, er schätzt es auf vier- bis fünftausend Franken. Unternehmer aus dem Umfeld aus Ob- und Nidwalden haben das Projekt möglich gemacht. Bereits treffen die Kinovorstellungen bei Insidern auf so reges Interesse, dass Omlin und sein Team, die alle in Kostümen bei der Premiere anwesend sein werden, Zusatzvorstellungen ansetzen durften. Auch eine DVD soll es geben. Noch ist kein neues Filmprojekt geplant. Omlin hat viele Interessen, er spielt in seiner Irish Folk Band Folsom Glenn und ist gern sportlich unterwegs.

Zusatzvorstellungen: Samstag, 16. November, 19.10 Uhr, Sonntag, 17. November, 11 Uhr, Kino Engelberg.

Angy Burris indianische Tochter Susann Ineichen spielte im Film Indian Mountain Lake ebenfalls mit. (Bilder: PD/Patrick Lussi)
11 Bilder
Gastgeber war auch Karl Tschumi in seinem Westernsalon in Seelisberg.
Der Salon - schon fast wie ein kleines Museum.
Die Filmcrew mit Angy Burris indianischer Tochter Susann Ineichen auf dem Ross
Ruedi Omlin (links) als Häuptling mit (Mounty) Robert Tresch - hier am Seelisbergseeli.
Auch Kinderrollen galt es zu besetzen.
Blick auf das Tipi-Dorf.
Ein geschmücktes Tipi.
An der Gitarre Robert Tresch (Mounty, links), am Banjo George Britschgi.
Kleiderwaschen in den Dundelbachfällen in Lungern.
Kameramann Patrick Lussi (links) und Initiant Ruedi Omlin realisierten den Film.

Angy Burris indianische Tochter Susann Ineichen spielte im Film Indian Mountain Lake ebenfalls mit. (Bilder: PD/Patrick Lussi)