Energieversorgung
Obermatt übernimmt die Kraftwerke Obermatt und Arni

Die Übergabe der Kraftwerke Arni und Obermatt von der EWL Kraftwerke AG an die neu gegründete Obermatt Kraftwerke AG wurde gebührend gefeiert. Eingeladen hatte das Bau- und Raumentwicklungsdepartement Obwalden.

Franz Niederberger
Drucken

2019 haben der Kanton Obwalden und Energie Wasser Luzern (EWL) beschlossen, die Kraftwerke Obermatt und Arni in einer neuen Aktiengesellschaft gemeinsam zu betreiben. Diesen Januar erfolgte die Gründung der Obermatt Kraftwerke AG. Mit der symbolischen Betriebsübergabe am 30. Juni wurde der nächste Meilenstein erreicht. Ab dem 1. Juli wird die neu gegründete Gesellschaft Obermatt Kraftwerke AG die Kraftwerke Arni und Obermatt betreiben.

Mit der Wasserrechtsverleihung vom 17. Oktober 1960 hat der Regierungsrat Obwalden das Elektrizitätswerk Luzern-Engelberg AG in Luzern (heute EWL Kraftwerke AG) berechtigt, die Wasserkräfte der Engelbergeraa auf der Gefällstufe Engelberg-Obermatt sowie des Arni- und Trübbachs zu nutzen. Die beiden Kraftwerke Arni und Obermatt produzieren pro Jahr durchschnittlich 140 Gigawattstunden Strom. Zum Vergleich: Der Strombedarf des Kantons Obwalden betrug im Jahr 2021 258 Gigawattstunden. Gemäss Konzession hätte der Kanton Obwalden erstmals per Juli 2022 die hydraulischen und elektrischen Anlagenteile der Kraftwerke durch einen vorzeitigen Rückkauf erwerben können.

Gemeinsame Aktiengesellschaft als Lösung

Die Verhandlungen zwischen dem Kanton Obwalden und EWL über einen vorzeitigen Rückkauf und den Weiterbetrieb der beiden Kraftwerke Obermatt und Arni führten zur Gründung der neuen Kraftwerkgesellschaft Obermatt Kraftwerke AG. Die bestehende Konzession wird mit Wirkung per 1. Juli 2022 von der EWL Kraftwerke AG auf die neue Gesellschaft übertragen, welche ab diesem Datum den Betrieb der beiden Kraftwerke übernimmt. Der vereinbarte Wert der Kraftwerke beläuft sich auf 37 Millionen Franken. Dabei erwirbt der Kanton Obwalden 60 Prozent der Aktien, EWL hält 40 Prozent. Der Kanton Obwalden und EWL partizipieren während der noch verbleibenden Konzessionsdauer von 20 Jahren partnerschaftlich an der Stromproduktion und am Gewinn der neuen Gesellschaft.

Präsidentin des Verwaltungsrates der neuen Gesellschaft ist Cornelia Kaufmann-Hurschler. Der Verwaltungsrat setzt sich gemäss ihren Ausführungen aus drei Mitgliedern des Kantons Obwalden und zwei Mitgliedern von EWL zusammen. Der Betriebsstart wurde auf den 1. Juli 2022 festgelegt. «In den vergangenen Monaten wurde dieser wichtige Schritt intensiv vorbereitet» erklärte Kaufmann-Hurschler. Die Vorbereitungsarbeiten endeten mit der symbolischen Betriebsübergabe am 30. Juni. Die Obermatt Kraftwerke AG übergibt heute, 1. Juli, die Geschäfts- und Betriebsführung an das Elektrizitätswerk Obwalden, das die beiden Kraftwerke operativ betreiben und die Elektrizität vermarkten wird.

Symbolische Schlüsselübergabe, von links: Remo Lütolf, VR-Präsident EWL; Patrik Rust, Vorsitzender Geschäftsleitung EWL; Sepp Hess, Regierungsrat Kanton Obwalden; Cornelia Kaufmann-Hurschler, Präsidentin des Verwaltungsrates Kraftwerke Obermatt AG und Regierungsrätin Obwalden; und Thomas Baumgartner, Vorsitzender der EWO-Geschäftsleitung.

Symbolische Schlüsselübergabe, von links: Remo Lütolf, VR-Präsident EWL; Patrik Rust, Vorsitzender Geschäftsleitung EWL; Sepp Hess, Regierungsrat Kanton Obwalden; Cornelia Kaufmann-Hurschler, Präsidentin des Verwaltungsrates Kraftwerke Obermatt AG und Regierungsrätin Obwalden; und Thomas Baumgartner, Vorsitzender der EWO-Geschäftsleitung.

Bild: Franz Niederberger

Versorgungssicherheit und nachhaltige Energieproduktion für Obwalden

Josef Hess, Energiedirektor des Kantons Obwalden, freute sich über die Erreichung dieses wichtigen Meilensteins. «Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Versorgungssicherheit und Sicherung der nachhaltigen Energieproduktion, zwei Kernanliegen des sich zurzeit in der Vernehmlassung befindlichen Energie- und Klimakonzepts 2035.» An der Feier erwähnte Hess auch, dass heute schon mehr Strom aus Wasserkraft in Obwalden produziert wird, als in Obwalden Strom verbraucht wird. Ebenso betonte er die Sinnhaftigkeit der einheimischen Wasserkraft und den Beitrag zum Klimaschutz, auch den Aspekt der Versorgungssicherheit, der sich gerade in den letzten Monaten akzentuiert habe. Für ihn sei der heutige Tag ein wichtiges Ereignis für die Zukunft.

Für EWL-Verwaltungsratspräsident Remo Lütolf ist das Verhandlungsresultat ein typisch schweizerischer Kompromiss, der Kanton Obwalden und EWL hätten eine partnerschaftliche Lösung gefunden, von der alle involvierten Parteien profitieren könnten. EWL sei es ein Anliegen, dass die Verbundenheit mit Engelberg und dem Kanton Obwalden erhalten bleibe. Eine dreifache Win-win-Situation hat sich für Thomas Baumgartner, den Vorsitzenden der EWO-Geschäftsleitung, ergeben: für EWL mit 40 Prozent Beteiligung, für den Kanton Obwalden mit 60 Prozent Beteiligung sowie für das EWO, das die Geschäfts- und Betriebsführung und die Energiebewirtschaftung übernimmt.

Alex Höchli, Talammann von Engelberg, nahm mit grosser Freude zur Kenntnis, dass die neue Gesellschaft ihren Sitz in Engelberg hat und als wichtige Steuerzahlerin und Unternehmung zur Entwicklung des Klosterdorfes beiträgt. Der Eugenisee sei für den Tourismus ein nicht mehr wegzudenkendes Angebot. Abt Christian Meyer gab den Segen Gottes und musikalisch umrahmte das Alphorntrio Obermatt die Veranstaltung.