Engelberg
Mit Feuerwerkskörper Hörschaden verursacht: Bundesgericht bestätigt Strafe

Ein Mann zündete an einem Fest in Engelberg Böller und verursachte dadurch bei einem Besucher Schwerhörigkeit. Nun ist seine Verurteilung rechtskräftig. Der Geschädigte erhält damit 30'000 Franken Genugtuung.

Julian Spörri
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Beim Abbrennen von Feuerwerk ist Vorsicht geboten.

Beim Abbrennen von Feuerwerk ist Vorsicht geboten.

Symbolbild: Cmannphoto / E+

An einem privaten Fest in Engelberg im Januar 2014 zündete ein Mann bei einem Zelt ungefähr zehn Feuerwerkskörper. Für einen Besucher hatte der dadurch verursachte Knall weitreichende Konsequenzen: Er trug einen unheilbaren Gehörschaden davon. Das Obergericht des Kantons Obwalden sprach den Verursacher im vergangenen Juli der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 3360 Franken, einer Busse von 840 Franken und der Zahlung einer Genugtuung von 30’000 Franken.

Nun bestätigt das Bundesgericht dieses Urteil. Es weist eine Beschwerde des Mannes ab, der eine «offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts» durch die Vorinstanz kritisierte. Zum einen monierte er, dass nicht ausreichend bewiesen sei, ob die Schwerhörigkeit des Festbesuchers tatsächlich durch die Böller verursacht wurde. Dem widersprechen die zwei Richterinnen und der Richter. Sie verweisen auf den Befund eines Gutachters, wonach mit «hoher Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang zwischen dem derzeitigen Hörstatus mit dem beschriebenen Knalltrauma» bestehe. Ausserdem sei der Betroffene vor dem Ereignis nicht in Behandlung wegen Hörproblemen gewesen.

Explodierte der Böller im Zelt oder draussen?

Der zweite vorgebrachte Kritikpunkt betrifft die Frage nach dem Ort der Detonation. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, die Böller in einer Distanz von zwei bis drei Metern zum Zelt gezündet zu haben. Er wehrte sich indes gegen die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Knallkörper gleich neben dem Zelt detoniert seien. Tatsächlich hält das Bundesgericht diese Schlussfolgerung für unhaltbar. Es stützt sich dabei auf die Aussage eines Zeugen, wonach der Mann einen gezündeten Knallkörper in das Zelt geworfen habe, in welchem sich der Geschädigte befand.

Dass das Bundesgericht von der Beurteilung des Obergerichts abweicht, bringt dem Beschwerdeführer jedoch nichts. Denn die vorinstanzliche Auffassung, wonach die Böller ausserhalb des Zelts detoniert seien, wirkte sich zu seinem Vorteil aus. Ihm hätte ansonsten sogar ein grösseres Verschulden angelastet werden können.

Hinweis: Urteil 6B_1019/2021