Obwalden
Es geht beim Flugplatz Kägiswil um mehr als Hobbyfliegerei

Bei der Umnutzung gibt auch die Zukunft von über 50 im Aviatikbereich angesiedelten Spezialisten der Rotex Helicopter AG zu reden.

Beat Christen
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Rotex-Schwerlastentransport auf dem Pilatus.

Rotex-Schwerlastentransport auf dem Pilatus.

Noch bis zum 25. November dauert das Auflageverfahren des Gesuchs zur Umnutzung des Flugplatzes Kägiswil. Dass bei diesem Gesuch mit keinem Wort erwähnt wird, dass die Rotex Helicopter AG in der ganzen Geschichte einen wichtigen Part einnimmt, verfälscht gemäss CEO und Inhaber der Rotex AG, Urs Riebli, das Bild. «Für unser Unternehmen geht es dabei um Sein oder Nichtsein. Viele Skeptiker und Gegner der Hobbyfliegerei blenden aus, dass es bei diesem Gesuch auch um Arbeitsplätze von Menschen geht, die ihren Lebensmittelpunkt in der Region haben.» Er möge sich nicht ausdenken, was es für sein Unternehmen bedeuten würde, wenn man den Firmensitz an einen anderen Ort verlegen müsste. «Je nach Standort würden wohl einige in der Region lebenden Mitarbeitende abspringen, was mit dem Verlust von viel Know-how verbunden wäre. Gleichzeitig würde dies für den Kanton Obwalden den Verlust von mehreren in der Aviatik tätigen Fachkräften bedeuten.»

Drohende Gewitterwolken

Seit der öffentlichen Ausschreibung des Umnutzungsgesuches musste Urs Riebli sehr viel Überzeugungsarbeit gerade auch bei Geschäftspartnern seines Unternehmens leisten. Er ist überzeugt, wenn im Gesuch auch die Anwesenheit der Rotex AG thematisiert worden wäre, würden viele Diskussionen ausbleiben. «Ich hoffe für die Zukunft der aviatischen Arbeitsplätze im Kanton Obwalden, dass sich die drohenden Gewitterwolken in Form von Einsprachen wieder verziehen.» Noch ist Aufgeben für Urs Riebli nach dem jahrelangen Kampf um den Erhalt der aviatischen Arbeitsplätze kein Thema. «Aber man wird müde, wenn man am Horizont kein Licht sieht.»

Innovative Obwaldner Unternehmer haben im Jahr 1997 die Rotex Helicopter AG gegründet mit dem Ziel, im Bereich mittelschwere Lasten eine professionelle Dienstleistung anzubieten. Und da der Gründer aus dem Forstbereich kommt, hat das Unternehmen mit dem einzigen in Europa im Einsatz stehenden Helikopter vom Typ Kaman K-Max rasch eine treue Kundschaft gefunden. Vor allem, wenn es darum geht, bei Holzschlägen die Bäume aus unwegsamen Gebieten zu transportieren, oder bei Arbeiten für die Allgemeinheit in Form von Transporten beispielsweise beim Bau von touristischen Transportanlagen. Das Unternehmen wuchs rasch und zählt heute dank der langjährigen Erfahrung europaweit für Transporte bis 2.5 Tonnen Tragkraft zu den Marktführern. Ursprünglich in Giswil angesiedelt, suchte das Unternehmen aufgrund der gewachsenen Strukturen nach einem neuen Standort für den Firmensitz. «Die Wahl fiel auch deshalb auf Kägiswil», so Urs Riebli, «weil es mir als Obwaldner gegen den Strich gegangen wäre, den Firmensitz ausserhalb unseres Kantons zu verlegen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil wir ein Grossteil unserer heute auf über 50 Personen angewachsenen Belegschaft in der Region rekrutiert haben.» Für das Obwaldner Heli-Unternehmen ist die direkte Anbindung an einen Flugplatz für die Aufrechterhaltung des Betriebes zentral. Mit dem Bau eines Hangars für den aufwendigen Unterhalt der Fluggeräte würden zusätzliche Arbeitsplätze im Bereich der Aviatik entstehen.