Finanzen
Engelberg profitiert von höheren Steuereinnahmen

Gut eine Million Franken beträgt der Überschuss in der Rechnung 2020 der Gemeinde. Die Coronapandemie hinterlässt ihre Spuren in den Zahlen.

Martin Uebelhart
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Etwas knapp über eine Million Franken beträgt die Erfolgsrechnung der Gemeinde Engelberg.

Etwas knapp über eine Million Franken beträgt die Erfolgsrechnung der Gemeinde Engelberg.

Bild: Obwaldner Zeitung (21. März 2019)

Die Erfolgsrechnung der Einwohnergemeinde Engelberg für das Jahr 2020 schliesst mit einem Überschuss von rund 1,05 Millionen Franken ab. Dies bei einem Aufwand von 34,41 Millionen, wie die Gemeinde in der jüngsten Ausgabe ihres Info-Bulletins schreibt. Budgetiert war ein Gewinn von 1,08 Millionen. Vor Abschreibungen beträgt der Gewinn rund 4,3 Millionen Franken. «Dieses Resultat ist sehr erfreulich und konnte so nicht erwartet werden», sagt Statthalter und Finanzchef Seppi Hainbuchner gegenüber unserer Zeitung. Die planmässigen Abschreibungen belaufen sich auf rund 1,65 Millionen Franken. Zusätzlich hat der Gemeinderat entschieden, 1,6 Millionen in die Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung einzulegen. Damit könne die angespannte finanzielle Situation dieser Spezialfinanzierung etwas verbessert werden, so die Mitteilung. Sie verzeichnet per Ende 2020 noch ein Minus von rund 1,16 Millionen.

Das Rechnungsjahr 2020 habe auf der Aufwandseite diverse, unvorhergesehene Ausgaben mit sich gebracht. Den Aufwand der direkten Kosten der Coronapandemie beziffert der Gemeinderat mit rund 150'000 Franken. Weiter hat die Gemeinde 100’000 Franken an den kommunalen Hilfsfonds beigesteuert. Für den Ausgleich der Einnahmeausfälle aus den Tourismusabgaben an die Engelberg-Titlis Tourismus AG hätten laut der Mitteilung 295'000 Franken aufgewendet werden müssen.

Gemeinde schreibt die Hälfte eines Darlehens an den Sporting Park ab

Die Coronapandemie habe sich auch stark auf den Sporting Park ausgewirkt, welcher in eine sehr angespannte Liquiditätssituation gekommen sei. Deshalb habe der Einwohnergemeinderat ein Darlehen in der Höhe von 400'000 Franken gewährt. Er gehe davon aus, dass eine komplette Rückzahlung des Darlehens in den kommenden Jahren unrealistisch sei und habe daher die Hälfte, 200'000 Franken, per Ende 2020 wertberichtigt.

Insbesondere die Aktien der Titlisbahnen verloren aufgrund der Pandemie an Wert. Die entsprechende Marktwertanpassung verursachte für die Gemeinde weitere Kosten von rund 2,5 Millionen Franken. Mit 2,97 Millionen zahlte Engelberg zudem fast eine Million mehr als vorgesehen in den innerkantonalen Finanzausgleich ein. Dafür konnte bei den Steuereinnahmen ein sehr erfreuliches und ausserordentliches Ergebnis erzielt werden. Insgesamt liegen die Steuereinnahmen rund 4,2 Millionen Franken höher als budgetiert. Dieses gute Resultat ist laut Gemeinde-Info auf einen ausserordentlichen Steuerfall zurückzuführen. In den Folgejahren könne nicht mit einem ähnlichen Ausmass gerechnet werden.

Bei der Investitionsrechnung rechnete das Budget 2020 mit Nettoinvestitionen mit rund 7,2 Millionen. Effektiv wurden netto rund 5 Millionen investiert.

Betriebseinschränkungen führen zu Verlust beim Sporting Park

Der Sporting Park muss für das Jahr 2020 einen Aufwandüberschuss von knapp 100'000 Franken verzeichnen. Das Budget rechnete mit einem Mehrertrag von knapp 10'000 Franken. Anfang 2020 seien die Aussichten für den Sporting Park sehr positiv gewesen, hält der Gemeinderat fest. Wegen des Lockdowns Mitte März 2020 habe der Betrieb aber bis im Mai eingestellt werden müssen. Danach seien sehr gute Sommermonate im Schwimmbad und im Restaurant Sporting Park gekommen, welche einen Teil der Einbussen hätten kompensieren können. Durch erneute Betriebseinschränkungen ab November seien wieder Wochen mit starken Umsatzeinbrüchen gefolgt. Dank Kurzarbeitsentschädigungen und einem Beitrag aus der Betriebsausfallversicherung habe das Jahr mit einem verhältnismässig geringen Verlust abgeschlossen werden können.