Giswil
Giswil macht wieder einen Gewinn – aber einen kleineren

Die Zahlen sind schlechter als budgetiert. Vor allem die Steuereinnahmen machten den Gemeinden einen Strich durch die Rechnung.

Matthias Piazza
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Die Zahlen der Giswiler Rechnung sind im Lot.

Die Zahlen der Giswiler Rechnung sind im Lot.

Bild: Dominik Wunderli (25. April 2019)

Auch im vergangenen Jahr machte die Gemeinde Giswil wieder ein Plus. Dieses ist allerdings nicht mehr so hoch wie 2019. Bei einem Ertrag von 17,82 Millionen Franken betrug der Ertragsüberschuss 2020 noch 266'036 Franken, 28'500 Franken schlechter als budgetiert und rund 384'000 Franken weniger als im Jahr zuvor.

Trotzdem freut sich Gemeinderat und Finanzchef Hansruedi Abächerli über den positiven Rechnungsabschluss, der fast dem Budget entspreche. Und dies trotz der Wertberichtigungen der Darlehen an die Betagtensiedlung dr Heimä von 972'000 Franken.

Die Steuereinnahmen trugen massgeblich zum schlechteren Ergebnis bei. So hat die Gemeinde rund 10'000 Franken weniger Steuern eingenommen als erwartet. Einigen Firmen musste Geld zurückbezahlt werden, weil ihnen für die Gewinnsteuern zu hohe provisorische Rechnungen aus den Jahren 2018/19 gestellt wurden, wie es im Kommentar zur Rechnung heisst. Unter den Erwartungen blieben auch die Einnahmen aus den Grundstück- und Handänderungssteuern, weil weniger Grundstücke als erwartet verkauft wurden. Mehreinnahmen gab's dafür bei den Kapitalabfindungen (Steuern auf Auszahlungen von Pensionskassengeldern und Auszahlungen aus der dritten Säule). Der Ressourcen- und Lastenausgleich des Kantons und der Gemeinden ist dafür um 905'000 Franken höher, dank guter Steuererträge in anderen Gemeinden. Investiert wurde netto im vergangenen Jahr für 1,69 Millionen Franken, was rund 171'000 Franken weniger sind als budgetiert.

Pro-Kopf-Verschuldung sank weiter

Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 158 Prozent, was als sehr gut bezeichnet wird. Dank des Gewinns nahm die Pro-Kopf-Verschuldung weiter ab. Sie sank von 1777 Franken 2019 auf 1530 im vergangenen Jahr, was einem mittleren Verschuldungsgrad entspricht. «Bei der Pro-Kopf-Verschuldung sind wir auf einem guten Weg, die Frage wird dann sein, wie sich das in den nächsten Jahren entwickeln wird. Dann stehen grössere Investitionen bei Schulen und Strassen an», gibt Hansruedi Abächerli zu bedenken.

Auch Corona werde seine Spuren in den Finanzen hinterlassen, wenn auch verzögert. So etwa in den Steuererklärungen für 2020. Mit 80'000 Franken musste sich die Gemeinde Giswil bis jetzt an den kantonalen Covid-Masssnahmen beteiligen.

Der Blick in die Zukunft sei wegen Corona ungewiss. «Die Steuereinnahmen werden vermutlich tiefer ausfallen. Zudem wissen wir nicht, welchen Einfluss die Pandemie auf den innerkantonalen Finanzausgleich bei den Gebergemeinden hat.»

Auch Wasserversorgung mit Plus, rote Zahlen hingegen beim Wasserbau

Ebenfalls ein Plus gab's bei der Wasserversorgung. Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Gewinn von 202'653 Franken ab – gut 110'000 Franken besser als budgetiert. Dies unter anderem, weil der Ertrag aus der eigenen Stromproduktion beim Kraftwerk Pörter und Herber höher ausfiel als budgetiert.

Investiert wurde netto für 575'133 Franken, was rund 659'000 Franken weniger sind als budgetiert. Dies unter anderem, weil die Erweiterung des Kleinkraftwerks Pörter mit 647'365 Franken nur rund halb so hoch waren wie erwartet. Die Anschlussgebühren sind aufgrund der grossen Bautätigkeit um 126'290 Franken höher ausgefallen. Das Nettoguthaben beträgt nun 536'335 Franken.

In die roten Zahlen ist hingegen der Wasserbau gerutscht, welcher Ausgaben von 878'000 Franken hatte. Mit 21'985 Franken ist der Aufwandüberschuss immerhin rund 70'000 Franken niedriger als budgetiert. Mit ein Grund war die Sanierung einer Sperre in der Grosslaui, die eigentlich über den Unterhalt abgerechnet worden wäre. Nach Rücksprache mit dem Kanton konnten gleich mehrere Sperren repariert und über das Grundangebot abgerechnet werden. Dadurch gab's höhere Subventionen von Bund und Kanton. Investiert wurde brutto für 87'700 Franken. Der Ausgabenüberschuss ist mit 16'467 Franken rund 13'000 Franken höher als budgetiert. Das Eigenkapital beträgt Ende 2020 3,16 Millionen Franken.

Kirchgemeinde mit Ertragsüberschuss

Die Jahresrechnung 2020 der Kirchgemeinde schliesst bei einem Ertrag von 1,9 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von 150'286 ab. Budgetiert wurde mit einem Aufwandüberschuss von 7600 Franken.

Für 2021 wird bei einem Aufwand von 1,15 Millionen mit Mehrausgaben von 86'300 Franken gerechnet. Unsicherheitsfaktoren sind nach wie vor die Entwicklung der Steuereinnahmen wegen Covid-19, schreibt der Kirchenrat. Zudem werden 81'100 Franken ordentliche Abschreibungen vorgenommen, davon für das Pfarrhaus Rudenz 55'600 Franken und für die Kanalisation Mettlen 25'500 Franken.

Gemeindeversammlung: Dienstag, 18. Mai, 20 Uhr, Kulturhalle/Turnhalle 1. Die Rechnungen finden Sie hier. Kirchgemeindeversammlung: Samstag, 1. Mai, im Anschluss an den Abendgottesdienst mit Beginn um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Anton, Grossteil. Rechnung und Budget finden Sie hier.