Leserbrief
Wenn Wahlen sind, vergisst man die Fairness

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In Obwalden sind Wahlen. Wahltag ist bekanntlich Zahltag. Und so haben sich die Parteien nun endgültig in Stellung gebracht. Die Partei der Mitte schiesst scharf gegen das Kantonsspital respektive gegen Gesundheitsdirektorin Maya Büchi. Als Erstes feuerte man in der «Obwaldner Zeitung» (Ausgabe vom 26. Januar) eine Breitseite ab, indem ein Spitalrat in der Person von Bruno Dillier und Mitte-Kantonsrat Gregor Jaggi einem Journalisten eine Geschichte gesteckt hat. Die Strategie dahinter ist einfach. Geschichte stecken und gleich noch ein paar Leserbriefe nachfeuern. Beim Betrachten dieses Spieles frage ich mich aber allen Ernstes, ob sich die beiden Herren ihrer Verantwortung als gewählter Spitalrat respektive gewählter Kantonsrat voll bewusst sind. In der Zwischenzeit hat sich Spitalrat Dillier zumindest als feuriger Wahlhelfer geoutet. Das ist sein gutes Recht. Von einem Arzt und Spitalrat erwarte ich aber mehr Fairness. Auch wenn Wahlen sind.

Denn als Spitalrat weiss er nur zu gut, dass die Spitalstrategie nicht von einer einzigen Person, sondern vom Gesamtregierungsrat abhängig ist. Und Kantonsrat Jaggi müsste auch bekannt sein, dass die Spitalstrategie früher oder später auf dem Tisch des Kantonsrats landen wird. Und wehe, der Regierungsrat legt eine halbherzige Vorlage auf den Tisch. Die Damen und Herren Kantonsräte wären die ersten, die dann dem Regierungsrat den Vorwurf machen, einen Schnellschuss zu präsentieren.

Ruedi Amstutz, alt Kantonsrat FDP