Lungern
Finanzlage erlaubt Steuerrabatt

Im Rechnungsjahr 2022 soll der Gemeindesteuerfuss in Lungern um 0,3 Einheiten sinken.

Robert Hess
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Einen ersten Steuerrabatt von 0,3 Einheiten hatten sich die Einwohner der Gemeinde Lungern bereits im Rechnungsjahr 2020 «geschenkt». Auf den Antrag zu einem weiteren Steuerrabatt 2021 verzichtete der Gemeinderat «aufgrund der damaligen grossen wirtschaftlichen Unsicherheit durch die Coronakrise», schreibt er in seinen Erwägungen zur Gemeindeversammlung vom kommenden Donnerstag.

«Glücklicherweise werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie aus heutiger Sicht deutlich weniger scharf als befürchtet ausfallen», heisst es in der Botschaft weiter. Weil die Finanzlage der Gemeinde nach wie vor solide sei, beantragt der Gemeinderat nun einen einmaligen Steuerrabatt von 0,3 Einheiten für 2022. Damit käme ein Steuerfuss von 4,95 statt 5,25 Einheiten zur Anwendung. Der Gemeinderat rechnet dadurch mit einem Minderertrag von rund 400000 Franken. Dieser ist im Budget 2022 bereits berücksichtigt. Der Gemeindesteuerfuss Lungerns ist mit den 5,25 Einheiten der höchste im Kanton Obwalden.

Seit Jahren positive Abschlüsse

Begründet wird der Antrag eines einmaligen Steuerrabattes nicht zuletzt mit dem positiven Abschluss des Budgets 2022. Bereits in den Jahren 2015 bis 2020 seien positive Rechnungsabschlüsse ausgewiesen worden, so der Gemeinderat weiter. Dies erlaubte nicht nur ausserordentliche Abschreibungen auf dem Anlagevermögen, sondern auch die Bildung von finanzpolitischen Reserven in der Höhe von 3,2 Millionen Franken. Per 31. Dezember 2020 betrugen die kumulierten Bilanzüberschüsse rund 4,3 Millionen Franken. Auch für das laufende Jahr sei ein positiver Abschluss zu erwarten, schreibt der Gemeinderat. Deshalb soll eine weitere Million Franken den finanzpolitischen Reserven zugewiesen werden.

Bei einem Gesamtertrag von rund 11,5 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 11,3 Millionen Franken ist für 2022 ein Ertragsüberschuss von 192'000 Franken budgetiert. Auf der Ertragsseite sind direkte Steuern der natürlichen und juristischen Personen mit rund 6,8 Millionen Franken und für die übrigen Steuerarten 407'000 Franken budgetiert. Dazu kommen rund 1,7 Millionen Franken aus dem Ressourcen-, Lasten- und Strukturausgleich des Kantons. Deutlich geringer ist mit 43'000 Franken der budgetierte Gemeindebeitrag an den nationalen Finanzausgleich.

Nettoinvestitionen von 2,3 Millionen Franken

Nur wenig höher als im Vorjahr ist mit rund 4,9 Millionen Franken der Personalaufwand für die Verwaltung und die Schule budgetiert. Mit rund 2,1 Millionen Franken ist der Sachaufwand um 370'000 Franken geringer als im Vorjahr vorgesehen. Der Grund: Wesentliche Strassenunterhaltsprojekte werden künftig in die Investitionsrechnung verlegt. An ordentlichen Abschreibungen sind 469'000 Franken vorgesehen.

Budgetiert sind für 2022 Nettoinvestitionen von 2,3 Millionen Franken. 53 Prozent davon betreffen den Strassenbau (Sanierung Dundel- und Obseestrasse), 32 Prozent den Bereich Umweltschutz und Raumordnung (Abwasserentsorgung) sowie 15 Prozent den Bereich Bildung (Projektierung Schulhaus Kamp und Mehrzweckgebäude). Der Selbstfinanzierungsgrad für 2022 werde 100 Prozent übersteigen, versichert der Gemeinderat.

Hinweis: Die Einwohnergemeindeversammlung findet am Donnerstag um 20 Uhr in der Turnhalle des Mehrzweckgebäudes mit genereller Maskenpflicht statt.