LUNGERN: Sie sind die neuen Hüttenwarte im Berghaus Schönbüel

In fünf Monaten soll das Berghaus Schönbüel wieder geöffnet werden. Allerdings wird das Projekt rund einen Viertel teurer.

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Die neuen Hüttenwarte Heidi Küng und Peter Ming. (Bild Birgit Scheidegger)

Die neuen Hüttenwarte Heidi Küng und Peter Ming. (Bild Birgit Scheidegger)

Es war fast ein historischer Augenblick, als die Stimmzettel für ein klares Ja in die Luft gehoben wurden. Die 50 Genossenschafter mit total 74 vertretenen Stimmen setzten damit ein klares Zeichen für das Bauprojekt. Bereits im Mai soll mit den ersten Arbeiten am Berghaus Schönbüel begonnen werden, das seit der Stilllegung der Panoramawelt im März 2013 verlassen ist. Die Eröffnung ist für Anfang August geplant.

Planer André Gasser, Mitglied der Baukommission, zeigte den rund 90 Genossenschaftern und Gästen anhand von Plänen das Bauprojekt. An der Gründungsversammlung damals wurde von Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Franken ausgegangen. Aufgrund von verschiedenen Auflagen und Anforderungen, vor allem im Bereich des Brandschutzes, erhöhen sich die Kosten um 300 000 Franken auf rund 1,4 Millionen Franken.

Finanzierung gesichert

«Wir können Ihnen aber mitteilen, dass die Finanzierung der Bauarbeiten gesichert ist», betonte André Gasser. Er erklärte, dass die erhöhten Kosten sie zu einem Umdenken gezwungen hätten und das gesamte Konzept der Bewirtschaftung deshalb angepasst wurde. Unter anderem wird deshalb auch das zweite Obergeschoss zu einer Ganzjahresnutzung umgebaut.

Die Baubewilligung wurde am 18. Feb­ruar erteilt, deshalb steht dem Baubeginn jetzt nichts mehr im Wege. Im Mai, je nach Schnee auch früher, werden die Arbeiten beginnen, damit das Berghaus im August wieder in Betrieb gehen kann mit Heidi Küng und Peter Ming als Hüttenwarten.

«Seit der Gründungsversammlung im September 2015 hat sich einiges getan», erklärte Präsident Andreas Gasser. Das Wichtigste davon waren die Abklärungen mit den Grundeigentümern und der Teilsame Lungern-Obsee betreffend die Übernahme von Gebäude, Grundstück und der Erschliessung, die Abklärung der Wasser- und Abwasserversorgung, Verhandlungen mit Ämtern und Banken für die Baubewilligung und die Finanzierung.

Weitere Genossenschafter gesucht

Auch mussten Genossenschafter gewonnen werden, um das nötige Kapital zusammenzutragen. «Zudem wurde das Projekt laufend optimiert und angepasst, je nach Entscheid der Behörden oder aufgrund der Bausubstanz und der Bedürfnisanalyse», unterstrich Andreas Gasser. Der momentane Stand des Genossenschaftskapitals liegt bei 700 000 Franken. Ein wichtiges Ziel sei es, weitere Genossenschafter und Gönner zu generieren, um das Fremdkapital zu senken.

Mit der Teilsame Lungern-Obsee wurde ein Vorvertrag für die Übernahme des Gebäudes sowie der Nutzung von Wasser, Strom und Strasse abgeschlossen. Ebenso wurde ein Baurecht für die Nutzung einer Bodenfläche für die nächsten 50 Jahre vereinbart. Die Teilsame hat im Gegenzug zwei Anteilscheine gezeichnet und ist damit Genossenschafter. Auch dieser Vertrag wurde ohne Gegenstimmen gutgeheissen. Für die Jahre 2016 und 2017 wird jeweils ein positives Budget erreicht. Als Revisoren wurden Sämi Zumstein sowie Sonja Vogler-Sigrist, beide Lungern, gewählt.

Birgit Scheidegger

Hinweis

Weitere Informationen zum Projekt im Internet unter www.berghaus-schoenbueel.ch