Nidwalden/Obwalden
Covid-Härtefallprogramme sollen 2022 weiterlaufen

Unternehmen, die unter der Pandemie leiden, sollen auch im kommenden Jahr von Härtefallhilfen profitieren können. Jetzt warten die Kantone auf die genauen Vorgaben des Bundes.

Martin Uebelhart
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Die Kantone Obwalden und Nidwalden gehen davon aus, dass die kantonalen Härtefall-Programme für Unternehmen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Das halten die beiden Regierungen in Medienmitteilungen fest. Die Anpassungen im Bundesrecht sollen Anfang Februar 2022 erfolgen. «Wir stehen im Austausch mit dem Bund, damit wir unser Härtefall-Programm rechtzeitig anpassen und damit die besonders betroffenen Branchen weiterhin unterstützen können», wird der Obwaldner Landammann Daniel Wyler zitiert.

Nidwalden schüttete bisher 36,7 Millionen Franken aus

Othmar Filliger, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Nidwalden.

Othmar Filliger, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Nidwalden.

Bild: Urs Hanhart (Oberdorf, 10. Dezember 2021)

Der Nidwaldner Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger geht auf Anfrage davon aus, dass sich das neue Härtefallprogramm nicht gänzlich anders präsentieren dürfte. Einzelne Anpassungen seien aber zu erwarten. «Die fünfte Welle stellt etliche Unternehmen erneut vor grosse Herausforderungen. Wir verfolgen die Entwicklung genau und wollen den vom Bundesrat noch festzulegenden Handlungsspielraum der Kantone möglichst im Interesse der Nidwaldner Wirtschaft nutzen», so Filliger in der Mitteilung.

Im Kanton Nidwalden konnten im laufenden Jahr aus dem Härtefallprogramm bisher 186 Unternehmen mit total rund 36,7 Millionen Franken unterstützt werden, davon 34,9 Millionen in Form von À-Fonds-Perdu-Beiträgen. Daneben sind Bürgschaften für Darlehen in der Höhe von 1,8 Millionen Franken gesprochen worden. Gesuche für das aktuelle Härtefallprogramm können noch bis zum 31. Dezember 2021 eingereicht werden. Auf diesen Zeitpunkt hin ist die kantonale gesetzliche Grundlage befristet.

Mittel in Obwalden noch nicht ausgeschöpft

Für die Unternehmen im Kanton Obwalden stehen maximal 24 Millionen Franken zur Verfügung. 30 Prozent davon steuert der Kanton bei. Bisher sind davon 18 Millionen ausbezahlt worden. Ein Drittel davon nach dem vom Regierungsrat festgelegten Verteiler als Garantien für Darlehen. Insgesamt wurden 200 Gesuche eingereicht. Bis auf ein Gesuch hat das fünfköpfige Expertengremium unter Wylers Vorsitz alle Gesuche erledigt. Am meisten kantonale Finanzhilfen erhielten die Gastronomie (47,3 Prozent) und die Hotellerie (23 Prozent). Weitere 8,8 Millionen Franken gingen an Unternehmen mit einem Jahresumsatz über 5 Millionen Franken. Diese werden vollständig vom Bund getragen.

Daniel Wyler, Landammann des Kantons Obwalden.

Daniel Wyler, Landammann des Kantons Obwalden.

Bild: Anian Heierli (Sarnen, 25. Juni 2021)
«Dass wir noch nicht die ganzen 24 Millionen ausgeschöpft haben, dürfte uns im Hinblick auf die Fortsetzung des Härtefallprogramms im kommenden Jahr etwas Luft verschaffen»,

sagt Daniel Wyler. Der Obwaldner Regierungsrat habe Mitte Dezember die kantonalen Ausführungsbestimmungen zur Finanzierung von Covid-19-Härtefallmassnahmen geringfügig angepasst und eine Grundlage für die Zuteilung der Bundesratsreserve aufgenommen. Demzufolge können Unternehmen aus besonders betroffenen Branchen, die bereits am Härtefallprogramm teilnahmen und finanziell immer noch stark unter den Massnahmen leiden, zusätzlich unterstützt werden, sofern sie die Voraussetzungen nach Bundesrecht erfüllen. Das Obwaldner Volkswirtschaftsdepartement wird die betroffenen Betriebe laut der Mitteilung wiederum direkt kontaktieren.

Neue Gesuchsrunde für privaten Hilfsfonds

Im Kanton Nidwalden ist im Frühling 2020 kurz nach Ausbruch der Pandemie auf Initiative von Peter Grogg aus Hergiswil und weiteren privaten Spendern ein Covid-19-Fonds für Nidwaldner Kleinunternehmen ins Leben gerufen worden. Kleinunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden können unbürokratisch einen einmaligen, nicht rückzahlungspflichtigen Betrag von 10’000 Franken erhalten, wenn sie sich aufgrund der Pandemie in einer existenzbedrohenden Situation befinden. Von den rund 3,5 Millionen Franken, die sich ursprünglich im Fonds befanden, konnten bis heute 2,7 Millionen Franken an rund 300 Unternehmen verteilt werden. 816’000 Franken sind noch vorhanden.

Angesichts der sich verschlechternden Pandemiesituation hat der Regierungsrat in Absprache mit dem Initianten des Fonds beschlossen, dass Unternehmen, die bereits einen Beitrag erhalten haben, erneut ein Gesuch stellen können. Bedingung ist allerdings, dass diese Unternehmen bisher keine Härtefall-Unterstützung in Anspruch genommen haben. Das Gesuchsformular wird am 10. Januar unter www.nw.ch/coronafonds aufgeschaltet.

Landammann Daniel Wyler spricht in der Mitteilung zudem der Obwaldner Kantonalbank, der Raiffeisenbank Obwalden und der Sparkasse Schwyz in Engelberg einen besonderen Dank aus. Die drei Institute hätten bei der Umsetzung des Härtefallprogramms freiwillig und unentgeltlich grosse Unterstützung geleistet.

Weiter Informationen zu den Härtefallprogrammen der Kantone unter www.ow.ch/haertefall und www.nw.ch/haertefall.