Obwalden
Der O-iO Wald wächst – die Idee macht Schule

Mit der Patenschaft zur Pflanzung von Bäumen will das Festival Oldtimer in Obwalden O-iO der Umwelt etwas zurückgeben. Das Engagement für den Sarner Wald kommt an, am O-iO wurden Patenschaften für fast 100 Bäume übernommen.

Philipp Unterschütz
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So begann alles: Baudirektor Josef Hess, O-iO-Veranstalter Ruedi Müller, Sarnens Gemeindepräsident Jürg Berlinger und Sarnens Revierförster, Wendelin Kiser pflanzen die erste Weisstanne im neuen O-iO-Wald.

So begann alles: Baudirektor Josef Hess, O-iO-Veranstalter Ruedi Müller, Sarnens Gemeindepräsident Jürg Berlinger und Sarnens Revierförster, Wendelin Kiser pflanzen die erste Weisstanne im neuen O-iO-Wald.

Bild: Manuel Kaufmann (Sarnen, 25. April 2022)

Es war eine überraschende Idee, die der umtriebige Oldtimer in Obwalden O-iO-Organisator Ruedi Müller vor dem Festival 2022 präsentierte. Dem Ramersberger ist die Umweltthematik durchaus bewusst. Er initiierte kurzerhand einen O-iO-Wald. Mit einer Patenschaft unterstützt das O-iO die Arbeitsgemeinschaft Forst Sarnen bei der Pflanzung von Bäumen für einen Schutzwald im Bielholz bei Stalden ob Sarnen.

Und der Wald wächst und gedeiht bereits prächtig. «Wir haben im O-iO-Wald diesen Frühling 225 Bäume gepflanzt und die Ahorn und Weisstannen gegen Wildschäden geschützt. Für rund 160 Bäume besteht nun eine O-iO-Patenschaft inklusive dem Startkapital», erzählt der Sarner Revierförster Wendelin Kiser.

Noch fehlen einige Patenschaften

Im Herbst kommen dazu fünf weitere, spezielle Bäume, wie Gemeindepräsident Jürg Berlinger am O-iO angekündigt hat. Sie stehen nämlich symbolisch für die Gemeinde und die vier Ortsteile Wilen, Stalden, Ramersberg, Kägiswil. «Um diese Bäumchen herum sollen weitere Geschwister wachsen und zu einem mächtigen Wald heranwachsen, sodass viel zur Nachhaltigkeit beigetragen werden kann», so Jürg Berlinger. «Wir sind absolut begeistert und finden die Idee eine tolle Sache.» Die Gemeinde werde pro Einwohner einen Franken beisteuern, die Ruedi Müller vollumfänglich in den O-iO-Wald investieren wird.

Damit ist die vorgesehene Fläche zu rund 90 Prozent bepflanzt. «Die Aufforstung muss die nächsten fünf bis acht Jahre ausgemäht werden, damit die Konkurrenzvegetation die Pflanzung nicht überwuchert», erklärt Wendelin Kiser. Man sieht, nur mit der Pflanzung allein ist es beim O-iO-Wald noch nicht gemacht.

Das Gelände des O-iO-Waldes Bielholz bei Stalden ob Sarnen.

Das Gelände des O-iO-Waldes Bielholz bei Stalden ob Sarnen.

Bild: PD
Der «Pflanzblätz» sieht von oben weniger steil aus, als er ist.

Der «Pflanzblätz» sieht von oben weniger steil aus, als er ist.

Bild: PD

Entstanden ist diese Aufforstungsfläche durch einen geplanten Holzschlag, weil dieser Bestand in den letzten Jahren durch Windwurf und Käferbefall laufend geschwächt wurde und praktisch ein reiner Fichtenwald war. «Der O-iO-Wald wird ein Mischwald mit Ahorn, Buchen, Weisstannen und Fichten», sagt der Revierförster, der am O-iO persönlich beim Gemeindehaus einen Stand betrieb, wo die Gäste Patenschaften für 15 Franken zeichnen konnten. «Die Aktion war ein Erfolgserlebnis, der Start ist gelungen. Wir hatten an unserem Stand keine einzige negative Reaktion von Besuchern und Teilnehmern dazu», freut sich Wendelin Kiser, der knapp 100 Patenschaften am Stand verzeichnen durfte. «Es wäre schön, wenn alle Bäumchen im O-iO-Wald mit einer Patenschaft versehen werden könnten. Eine Möglichkeit dazu bietet vielleicht das O-iO 2023.»

Der Stand für die Baumpatenschaften am O-iO beim Gemeindehaus.

Der Stand für die Baumpatenschaften am O-iO beim Gemeindehaus.

Bild: PD

Oldtimerszene nimmt die Idee auf

Und der Revierförster kann auf Organisator Ruedi Müller zählen. «Natürlich wird der O-iO-Wald auch 2023 ein Thema sein», verspricht er. Er habe am Festival nur positive Reaktionen bekommen: «Alle fanden das toll.» Er sei überrascht, wie gut die Idee ankam – und vor allem auch, wie sie Kreise zieht in der Oldtimerszene. So wird in Laufen (BL) von einem Club im August bei dessen Anlass eine Eiche gepflanzt. Ein anderer Club wolle an seinem Event Ende September auch Patenschaften anbieten, freut sich Ruedi Müller. «Alle diese Aktionen erfolgen übrigens nicht wegen eines schlechten Gewissens. Auf historische Fahrzeuge entfallen ja nur 0,1 Prozent der gefahrenen Kilometer in der Schweiz. Der Anteil bei Flugreisen oder Kreuzfahrten liegt um ein Vielfaches höher. Zudem fordern weltweit zurecht immer mehr Leute ‹Reparieren statt wegwerfen›. Genau das leben wir mit unserem mobilen Kulturgut.»

Revierförster Wendelin Kiser (l.) mit O-iO-Organisator Ruedi Müller.

Revierförster Wendelin Kiser (l.) mit O-iO-Organisator Ruedi Müller.

Bild: PD