Obwalden
Flüchtlingsunterkunft in Giswil wird um 60 Plätze erweitert

Der Regierungsrat hat bis zu 580 Stellenprozente für die Unterbringung und Betreuung ukrainischer Flüchtlinge bewilligt.

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Für die Unterbringung und Betreuung von ukrainischen Flüchtlingen in Obwalden werden schrittweise zusätzliche Plätze bei Gastfamilien und auch in der Kollektivunterkunft Giswil geschaffen, wie der Regierungsrat in einer Mitteilung schreibt. Zu den bestehenden Gebäudeteilen beim Hotel Krone in Giswil werde neu auch das Blumenhaus mit 60 Plätzen für die Unterbringung genutzt.

Das ehemalige Hotel Krone in Sarnen.

Das ehemalige Hotel Krone in Sarnen.

Bild: Eveline Beerkircher (18. Oktober 2022)

Die aktuelle Lage in der Ukraine habe sich nicht verbessert und ein unmittelbares Ende des Krieges sei laut den Prognosen des Bundes weiterhin nicht absehbar. Bis Ende Jahr werden schweizweit zwischen 80'000 bis 120'000 Flüchtlinge erwartet. Das wahrscheinlichste Szenario gehe von 80'000 bis 85'000 aus, so der Obwaldner Regierungsrat weiter. «Ein starker Wintereinbruch mit gleichzeitigem Energieengpass könnte jedoch zu weitaus mehr Gesuchen führen.»

Zusammenarbeit laufe «sehr gut»

Gemäss dem geltenden Verteilungsschlüssel hat der Kanton Obwalden 0,4 Prozent der Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. In Obwalden sind zwei Drittel der ukrainischen Flüchtlinge bei privaten Gastfamilien (Zimmer, Einlegerwohnungen, Ferienwohnungen und Ähnliches) untergebracht. Die Gastfamilien werden durch die Sozialen Dienste Asyl und die Sektion Unterwalden des Schweizerischen Roten Kreuzes betreut.

Die Zusammenarbeit laufe «sehr gut» und die Plätze bei Privaten seien ein wichtiger Beitrag bei der Unterbringung der Flüchtlinge, so der Regierungsrat. «Dank der hohen Anzahl von Plätzen bei Gastfamilien besteht die Möglichkeit zur angemessenen Unterbringung und individuellen Betreuung der Schutzsuchenden aus der Ukraine», wird Landammann Christoph Amstad in der Mitteilung zitiert.

Neue Stellenprozente geschaffen

Zudem könnten die Schutzsuchenden bei dieser Unterbringungsart besser auf die Gemeinden verteilt werden. Wer selber Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen möchte, könne sich hierfür direkt bei der Anlaufstelle Ukraine-Hilfe unter 041 662 97 97 oder ukraine@ow.ch melden.

Weiter hat der Regierungsrat für die Bewältigung der zusätzlich anfallenden Arbeiten maximal 580 Stellenprozente für die Unterbringung und Betreuung und 110 Stellenprozente für die Integrationsschule bewilligt. Diese seien befristet und bis Ende 2023 bewilligt. «Je nach Lageentwicklung kann der Arbeitsanfall stark variieren und es ist schwierig abzuschätzen, wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine nach Obwalden kommen.» (lur)