Obwalden
Gewerbeverein will mit Berufsmesse auf Fachkräftemangel reagieren

Jedes vierte befragte Obwaldner Unternehmen findet keine Fachkräfte mehr. Doch auch Positives führt die Obwaldner Gewerbeumfrage zu Tage.

Matthias Piazza
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Sarnen mit Quartieren aus der Höhe.

Sarnen mit Quartieren aus der Höhe.

Bild: Romano Cuonz

Der Fachkräftemangel schwingt beim Sorgenbarometer des Obwaldner Gewerbes ganz obenaus. Ein Drittel der 144 Unternehmen, die an der Onlinebefragung des Obwaldner Gewerbeverbandes teilgenommen haben, gab an, nur mit grossem Aufwand das benötigte Fachpersonal einstellen zu können. Und jedes vierte befragte Unternehmen findet praktisch keine Fachkräfte mehr. Wie auch in der Frühjahrsbefragung wurde dieses Problem in der Befragung zwischen dem 7. und 23. Oktober am meisten genannt. Immerhin können 29 Prozent der befragten Unternehmen selber Lernende ausbilden.

«Auch wenn in Obwalden handwerkliche Berufe noch einen höheren Stellenwert als in städtischeren Kantonen geniessen, verschärft sich auch bei uns das Problem des Fachkräftemangels – querbeet durch alle Berufe», sagt dazu Jonas Wieland, Präsident des Gewerbeverbands Obwalden. Besonders die vielen kleinen Betriebe in Obwalden kämpften mit dem Mangel, da sie oft nicht die Ressourcen hätten, viel in die Nachwuchsförderung oder Lehrlingsausbildung zu investieren.

Die Antwort des Gewerbeverbandes ist eine Obwaldner Berufsmesse. «Mit einem vertretbaren Aufwand sollen sich die Betriebe den jungen Leuten präsentieren und ihre Berufe vorstellen können, ihnen ein Gesicht geben», umreisst Jonas Wieland das Konzept, das nun erarbeitet werde. «Die Schülerinnen und Schüler können so niederschwellig Berufe kennen lernen und mit den Berufsleuten sprechen.»

Im Idealfall dürfte im nächsten Jahr schon die erste Ausgabe stattfinden. Die Unterstützung des Gewerbes sei da. «Die Betriebe sind bereit, mitzumachen, um das sich verschärfende Problem anzugehen, von dem sie am eigenen Leibe betroffen sind», weiss Jonas Wieland.

Mehrheit beurteilt die Auftragslage positiv

Positiver äussern sich die befragten Unternehmen zur Auftragslage. Drei Viertel beurteilen die Auftragslage positiv, einem Viertel bereitet sie Sorgen. Knapp ein Drittel gibt an, über eine bessere Auftragslage als noch im Herbst vor einem Jahr zu verfügen. 15 Prozent erkennen einen leichten, 5 Prozent einen sehr starken Rückgang. Die Hälfte der Unternehmen beurteilt die Auftragslage im selben Zeitraum als unverändert. Hingegen ist der Blick in die unmittelbare Zukunft etwas getrübt. 15 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in den nächsten sechs Monaten eine Verschlechterung der Auftragslage.

Wenig überraschend taucht die Energiethematik auf den Spitzenplätzen im Sorgenbarometer auf. Die gestiegenen Energiekosten werden sehr häufig genannt, ebenso die hohen Beschaffungskosten, die drohende Strommangellage sowie die Abhängigkeit vom Ausland. Mehr als die Hälfte der Unternehmen setzt bereits Energiesparmassnahmen um. Die Palette reicht vom Abschalten nicht benötigter Geräte oder Beleuchtung über die Reduktion der Heiztemperatur bis hin zum Ersatz älterer Geräte oder Leuchtmittel bis hin zur Anschaffung von neueren, sparsameren Alternativen. Zahlreiche Unternehmen haben zudem Sensibilisierungsmassnahmen für die Mitarbeitenden durchgeführt.

Mit 12 Prozent bewegt sich die Rücklaufquote im langjährigen Schnitt. 144 der 1200 angeschriebenen Unternehmen nahmen teil. Gemäss Jonas Wieland ist die Umfrage trotzdem repräsentativ. 95 Prozent der teilnehmenden Unternehmen sind KMU. Knapp ein Drittel sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Am meisten vertreten (29 Prozent) an der Befragung ist das Baugewerbe, gefolgt von der Dienstleistungsbranche mit 26 Prozent und dem verarbeitenden Gewerbe mit 20 Prozent.