Obwalden
Gründung einer AG: Kraftwerke Obermatt und Arni werden bald gemeinsam betrieben

Die Obermatt Kraftwerke AG wurde wie geplant gegründet. Der Kanton Obwalden hält dabei 60 Prozent der Aktien, ewl 40 Prozent.

Florian Pfister
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Die Obwaldner Regierung und ewl Energie Wasser Luzern hatten vor drei Jahren über die Zukunft des Kraftwerks Obermatt in Engelberg verhandelt. Es ging darum, ob der Kanton Obwalden das Kraftwerk zurückkaufen oder 2041 gratis übernehmen solle. Die beiden Parteien hatten einen Mittelweg gefunden und sich geeinigt, ab 2022 eine Aktiengesellschaft zu gründen. Dies ist nun planmässig geschehen, wie der Kanton Obwalden und ewl in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben. Die Obermatt Kraftwerke AG betreibt ab dem kommenden Sommer das namensgebende Kraftwerk sowie das Kraftwerk Arni zusammen. Somit sei ein nächster Schritt in Richtung gemeinsame Stromproduktion erfolgt.

Freuen sich über die Gründung der Obermatt Kraftwerke AG: Patrik Rust (CEO ewl), Cornelia Kaufmann-Hurschler (OKW AG) und Josef Hess (Energiedirektor Obwalden).

Freuen sich über die Gründung der Obermatt Kraftwerke AG: Patrik Rust (CEO ewl), Cornelia Kaufmann-Hurschler (OKW AG) und Josef Hess (Energiedirektor Obwalden).

Bild: PD

Mit der Wasserrechtsverleihung vom 17. Oktober 1960 hat der Regierungsrat Obwalden das Elektrizitätswerk Luzern-Engelberg AG in Luzern (heute ewl Kraftwerke AG) berechtigt, die Wasserkräfte der Engelbergeraa auf der Gefällstufe Engelberg-Obermatt sowie des Arni- und Trübbachs zu nutzen. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, kann der Kanton Obwalden gemäss Konzession erstmals per Juli 2022 die hydraulischen und elektrischen Anlagenteile der Kraftwerke durch einen vorzeitigen Rückkauf erwerben. Diese bestehende Konzession werde von der ewl Kraftwerke AG auf die neue Gesellschaft übertragen, welche am 1. Juli 2022 den Betrieb der beiden Kraftwerke übernimmt. Der Kanton erwirbt 60 Prozent der Aktien, während ewl 40 Prozent Anteil hält.

Kantonsrätin Cornelia Kaufmann-Hurschler ist im Verwaltungsrat

Wie in der unterzeichneten Grundsatzvereinbarung beschlossen, hat der Kanton Obwalden im Januar 2022 seine zehnprozentige Aktienbeteiligung im Wert von 1,2 Millionen Franken an der ewl Kraftwerke AG an ewl verkauft. Im Anschluss an den Rückkauf gründete ewl am 31. Januar 2022 die neue Obermatt Kraftwerke AG. Den Kanton Obwalden vertreten im Verwaltungsrat die CVP/Mitte-Kantonsrätin Cornelia Kaufmann-Hurschler, Jörg Huwyler, Geschäftsleitungsmitglied der Axpo Power AG, sowie Betriebsökonom Daniel Odermatt. Die zwei Verwaltungsräte seitens ewl sind Stephan Marty, ehemaliger CEO und derzeitiger Vizepräsident des Verwaltungsrats von ewl, und Markus Gassmann, Leiter Energiewirtschaft.

Ab Anfang Juli übernimmt das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) somit die Geschäfts- und Betriebsführung der Kraftwerke sowie die Vermarktung der Energie. Der Kanton Obwalden und ewl beteiligen sich während der noch folgenden Konzessionsdauer von 20 Jahren partnerschaftlich an der Stromproduktion und am Gewinn der neuen Gesellschaft. Die beiden Kraftwerke Arni und Obermatt produzieren pro Jahr durchschnittlich 140 Gigawattstunden Strom. Im abgelaufenen Jahr hatte der Strombedarf des Kantons Obwalden 258 Gigawattstunden betragen.

Bis zum Start der Betriebsführung sei noch einiges zu tun. «Gleich nach der Gründung erfolgte die erste Verwaltungsratssitzung, in der wichtige Entscheide für die anschliessende Betriebsführung durch das EWO gefällt wurden», sagt Cornelia Kaufmann-Hurschler in der Mitteilung.

Erträge sollen die Investitionen markant übersteigen

Energiedirektor Josef Hess zeigt sich erfreut über die Gründung: «Dieser Schritt stärkt die Position des Kantons Obwalden bei der Versorgung mit erneuerbaren Energien und somit in der Erreichung seiner gesetzten Klimaziele», lässt sich der Regierungsrat zitieren. «Ausserdem ergeben sich mit der Übernahme der Betriebsführung durch das EWO wertvolle Synergien.» Die neuen Erträge würden helfen, die finanzielle Lage des Kantons zu verbessern. Der Regierungsrat gehe davon aus, dass die Erträge aus der Kantonsbeteiligung die Investitionen in die neue Obermatt Kraftwerke AG markant übersteigen werden. Die Kosten betragen für den Kanton gut 20 Millionen Franken.