Obwalden
Guber Naturstein AG erhält Label von der Stiftung Natur & Wirtschaft

Das Unternehmen wurde erneut für die naturnahe Gestaltung seines Areals in Alpnach ausgezeichnet.

Martin Uebelhart
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Bereits im Jahr 2002 erhielt die Guber Natursteine AG das Label der Stiftung Natur & Wirtschaft. Bei der Rezertifizierung dieses Jahres konnte das Label laut einer Mitteilung der Stiftung ohne Vorbehalte wieder verliehen werden. Die naturnahen Flächen auf dem Areal in Alpnach setzten sich aus einer Vielzahl von steinbruchtypischen Lebensräumen zusammen: Ruderal-, Wiesen- und Waldflächen, unterschiedliche Gewässer und viele Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen.

Auf über 32’400 Quadratmeter Naturfläche finden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten im Steinbruch wertvollen Lebensraum.

Auf über 32’400 Quadratmeter Naturfläche finden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten im Steinbruch wertvollen Lebensraum.

Bild: PD

Die Habitate würden von zahlreichen Insekten, Amphibien und Kleinsäugetieren besiedelt. So fänden beispielsweise die stark gefährdete Gelbbauchunke und unzählige Libellen wertvollen Lebensraum. Das Areal sei ein wunderbares Beispiel dafür, dass Kiesgruben und Steinbrüche der Natur grosse Chancen böten, so die Mitteilung weiter. Typische Pflanzen- und Tierarten, welche eigentlich in Flussauen leben würden, besiedelten als Pionierarten die offenen Abbaustellen. Da hierzulande die meisten Flussläufe künstlich begradigt worden seien, bildeten die Abbaustellen wichtige Ersatzstandorte für diese verschwundenen Auenlandschaften.

Firma erhofft sich positive Wirkung

Thomas Meier, Geschäftsleiter der Guber Natursteine AG, freut sich über die erneute Zertifizierung durch die Stiftung, wie er auf Anfrage sagt. «Das Label ist für uns sehr wichtig», hält Meier fest. «Es zeigt, dass wir der Natur mit dem Steinabbau etwas wegnehmen, ihr jedoch gleichzeitig mit den verschiedenen Flächen zum Nutzen seltener Tier- und Pflanzenarten wieder etwas zurückgeben.» Es sei für die Firma auch nie ein Müssen gewesen, betont er. Und: «Die Mitarbeitenden im Abbau, die auch für den Unterhalt dieser Flächen zuständig sind, leisten diese Arbeit gerne.»

Die Habitate werden von zahlreichen Insekten, Amphibien und Kleinsäugetieren besiedelt.

Die Habitate werden von zahlreichen Insekten, Amphibien und Kleinsäugetieren besiedelt.

Bild: PD

Direkt kaufen könne sich die Guber Natursteine AG mit dem Label nichts, räumt Thomas Meier ein. Er erhoffe sich aber durchaus eine positive Wirkung für das Marketing und wenn es um Ausschreibungen der öffentlichen Hand gehe. Der Steinbruch in Alpnach sei darüber hinaus im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung verzeichnet, sagt Meier weiter.

Über 500 Areale zertifiziert

Die Stiftung Natur & Wirtschaft fördert laut der Mitteilung die naturnahe Planung und Gestaltung von Firmenarealen, Wohnsiedlungen, Schulanlagen, Kiesabbaustellen und Privatgärten. Sie zeichnet vorbildliche Areale mit einem national anerkannten Label aus und unterstützt Interessierte bei der Planung und Realisierung ihres naturnahen Areals. Über 500 Institutionen aus allen Branchen seien aktuell zertifiziert. Das ergebe eine Naturfläche von rund 40 Quadratkilometern. Getragen wird die Stiftung unter anderen vom Bundesamt für Umwelt, der Migros, dem Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB) oder dem Branchenverband Jardin Suisse.

Kiesgruben und Steinbrüche bieten der Natur grosse Chancen.

Kiesgruben und Steinbrüche bieten der Natur grosse Chancen.

Bild: PD

Naturnah gestaltete Areale seien von grosser Wichtigkeit für die einheimische Biodiversität, hält die Stiftung weiter fest. Viele der ausgezeichneten Flächen seien wahre Hotspots der Artenvielfalt. So sind beispielsweise sämtliche bedrohten Amphibienarten der Schweiz auf den zertifizierten Arealen zu finden.