Obwalden
Heimbewohnerinnen stricken für die Sicherheit der Schulkinder

Betagte Menschen haben etwas für mehr Sicherheit im Strassenverkehr getan. Sie haben Schulkindern reflektierende Stirnbänder gestrickt.

Primus Camenzind
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Im Rahmen einer nationalen Aktion mit dem Namen «Frauen bringen Kinder zum Leuchten» legten sich Bewohnerinnen der Residenz Am Schärme in Sarnen mächtig ins Zeug. Sie beschenkten diese Woche auf dem Schulhausplatz in Sarnen die Kinder der Unterstufe mit knapp hundert gestrickten, lichtreflektierenden Stirnbändern. Die gemeinnützige Terzstiftung mit Sitz in Berlingen am Bodensee macht es sich mit dieser Aktion zur Aufgabe, die Fähigkeiten älterer Menschen zu nutzen und zu fördern. «Wir wollen älteren Menschen die Chance geben, ihre Erfahrungen und Kompetenzen zum Wohle der Mitwelt und ihrer Nachkommen weiterzugeben um selbstständig, selbstbestimmt und aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben», schreibt die Stiftung in ihrem Selbstporträt.

Christine Lingertat von der Schulleitung übergibt die Stirnbänder den Kindern.

Christine Lingertat von der Schulleitung übergibt die Stirnbänder den Kindern.

Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 3. November 2021)

«Diese Aktion hat auch tatsächlich unseren Frauen viel Spass bereitet», schreibt die Leitung der Residenz in ihrer Medienmitteilung. Sie hätten bei der Strickarbeit für sich selbst erkannt, wie wichtig es sei, bei schlechter Sicht und Dunkelheit im Strassenverkehr gesehen zu werden. Zusammen mit Susanne Jenne leitet Renate Schmitter die Aktivierung in der Altersresidenz in Sarnen. «Die Terzstiftung hat uns im vergangenen Winter zur Teilnahme eingeladen. Schon vor drei Jahren haben wir bei einem ähnlichen Projekt mitgemacht und für Kindergärtner Mützen gestrickt», sagt Schmitter auf Anfrage. Die Handarbeitsgruppe habe auch dieses Jahr wieder spontan mitgemacht.

Renate Schmitter, Leiterin Aktivierung in der Residenz Am Schärme.

Renate Schmitter, Leiterin Aktivierung in der Residenz Am Schärme.

Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 3. November 2021)

Kräftigen Applaus als Dank

Wegen der Pandemie wollte man aber nicht alle Frauen an die Übergabe der Stirnbänder mitnehmen. «Die kleine Delegation, die heute anwesend ist, besteht aus den fleissigsten Strickerinnen», so Schmitter. In der Residenz findet jeden Donnerstag ein Handarbeiten statt. Es werde allerlei gestrickt, von Socken bis zu Topflappen, sagt Schmitter. «Oder jede strickt das, wozu sie Lust hat.» Für die Produktion der Stirnbänder wurden von der Terzstiftung hilfreiche Vorgaben gemacht. Trotzdem: «Wichtig war das fachgerechte Einsetzen von reflektierendem Leuchtfaden. Das war nicht immer einfach.»

Nach der offiziellen Pause fanden sich die ersten Klassen der Sarner Unterstufe unter der Leitung von Christine Lingertat beim Brunnen auf dem Schulhausplatz ein. Mit Spannung wohnten die Kinder dem Öffnen der grossen Geschenkpackung bei. Je mehr Kinder sich ein farbenfrohes Stirnband mit den eingeflochtenen Leuchtfäden aufsetzten, desto aufgeräumter war auch die Stimmung. Als stille, aber von Zufriedenheit geprägte Beobachterinnen schauten die «Strickfrauen» dem bunten Treiben zu. In Form von kräftigem und anhaltendem Applaus durften sie den Dank für ihre sinnvolle Arbeit und ihren Beitrag zur Sicherheit der Schulkinder im Strassenverkehr entgegennehmen.

Die Schulkindern spendeten Applaus für die Strickerinnen.

Die Schulkindern spendeten Applaus für die Strickerinnen.

Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 3. November 2021)