OBWALDEN: Heisser Sommer schadet Ernte

Weniger Obst und damit auch weniger Most gab es nach dem heissen Sommerwetter 2015. Mager fiel auch die Zwetschgenernte aus.

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Martin Amgarten mit den erfolgreichen Süssmost- Wettbewerbsteilnehmerinnen Andrea Kiser (links) und Anni Küchler. (Bild Paul Küchler)

Martin Amgarten mit den erfolgreichen Süssmost- Wettbewerbsteilnehmerinnen Andrea Kiser (links) und Anni Küchler. (Bild Paul Küchler)

Die spärlichen Niederschläge des vergangenen Sommers haben den Früchten zum Teil «recht zu schaffen gemacht». Diese Feststellung machte Werner Keiser als Präsident der Interessengemeinschaft (IG) Obst Obwalden anlässlich ihrer Jahresversammlung am vergangenen Freitag im Restaurant Flüematte in Flüeli-Ranft. Keiser hielt in seinem Jahresbericht weiter fest, dass das Blühen der Bäume gegenüber anderen Jahren später und nur spärlich eingesetzt habe und die Blüten nicht überall befruchtet wurden, was er sich mit dem geringeren Bienenbestand erklärte.

Im Sommer habe die Trockenheit vor allem den Apfelbäumen zugesetzt, was dazu geführt habe, dass die Früchte zum Teil vorzeitig auf den Boden fielen und die Ernten damit kleiner waren. Recht mager fiel auch die Zwetschgenernte aus, so Keiser weiter. An die Obstverwertungsfirma in Alpnach seien 180 Tonnen Birnen abgeliefert worden, gegenüber 287 Tonnen im Vorjahr, und 70 Tonnen Äpfel, im Vorjahr waren es 415 Tonnen Äpfel. Überhaupt keine Ablieferungen gab es bei den Zwetschgen.

Mehr Mitglieder gewonnen

Alle Vereinsgeschäfte konnten diskussionslos abgewickelt werden. Der Mitgliederbestand ist mit einer Neuaufnahme auf 84 angestiegen. Im Jahresprogramm 2016 ist auch wieder die Durchführung eines Schnittkurses vorgesehen. Keiser orientierte über einen von ihm besuchten Bio-Pflanzenschutzkurs im Obstbau und über die in einer Versuchsfläche gemachten Erfahrungen im Zusammenhang mit der Erhaltung der Schorfresistenz verschiedener Apfelsorten. Ein Kurs, der sich mit den Themen Kirschessigfliegen, Behangsregulierung und allgemein mit den Schädlingen und Krankheiten an Kern- und Steinobst befasst, findet am 24. Februar in Hünenberg statt.

Anni Küchler gewann wieder

Martin Amgarten vom Landwirtschaftsamt Obwalden befasste sich mit dem ökologischen Stellenwert der Hochstamm-Obstbäume, die im Kanton Obwalden auf einem Bestand von ungefähr 23 000 gehalten werden konnten. Im Weiteren orientierte er über den Süssmost-Qualitätswettbewerb der Ernte 2015, welcher am Tag der Generalversammlung durchgeführt wurde. Die Beurteilung der Saftmuster wurde wiederum von einem versierten Team von Sachverständigen nach den vorgegebenen Kriterien «visuell», «Geruch», «Geschmack» und «Gesamteindruck» bewertet und benotet.

Mit 18 Saftmustern war die Zahl der zu beurteilenden Proben gegenüber den Vorjahren etwas kleiner. Die Ergebnisse wurden im Anschluss an die Versammlung bekannt gegeben. Gewonnen wurde der Wettbewerb mit der Maximal-Punktzahl 20 von Anni Küchler, Kerns. Nach 2012 erhielt sie zum zweiten Mal den Wanderpreis. Den zweiten Rang mit vorzüglichen 19 Punkten teilten sich Lukas Burch, Giswil, und Andrea Kiser, Sarnen, die nach der dreijährigen Ausbildung als Landwirtin und der anschliessenden zweiten Lehre im letzten Sommer das Diplom zur Obstfachfrau EFZ erhalten hat. Sie kann voraussichtlich am Schweizerischen Süssmost-Qualitätswettbewerb teilnehmen.

Paul Küchler