Obwalden
Im Lernendenlager ersetzen Schaufel und Pickel die Computermäuse

Auf der Melchsee-Frutt treten Lernende der Obwaldner Kantonalbank aus ihrem gewohnten Arbeitsumfeld hinaus – sie mähen, befreien die Wiesen von Unkraut, ebnen den Boden mit Kies und Erde. Dabei lernen sie sich über alle Stufen besser kennen.

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Auf dem Bonistock haben die Lernenden den Sonnenuntergang genossen.

Auf dem Bonistock haben die Lernenden den Sonnenuntergang genossen.

Bild: PD / Obwaldner Kantonalbank

16 Lernende der Obwaldner Kantonalbank (OKB) sind diese Woche auf der Melchsee-Frutt im Lager. Sie sind am Dienstag mit zwei Betreuenden von Engelberg entlang des Trübsees, Engstlensees und Tannaplsees zum Clubhaus Bergfrieden gewandert, heisst es in einer Mitteilung der OKB. «Das war bereits ein erstes Highlight», wird Lagerleiter Damian Kretz in der Mitteilung zitiert. Er ist zum sechsten Mal als Betreuer im OKB-Lernendenlager.

Im Lager geht es einerseits darum, den Zusammenhalt unter den Lernenden zu stärken. «Das gemeinsame Erlebnis sowie das Kennenlernen stehen dabei im Mittelpunkt», so Kretz. Andererseits sollen mit dem Lagerleben Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit gefördert werden. Das ganze Lager wurde durch die Lernenden des 3. Lehrjahres geplant und organisiert. Die Betreuenden seien lediglich für Fragen zur Verfügung gestanden.

Bushaltestelle wird verschönert

Die Lernenden sind in verschiedenen Arbeitsgruppen unterwegs. Damian Kretz war beispielsweise mit einer Gruppe zwei Stunden am Melchsee mit der Sägesse am Mähen, im Auftrag eines Älplers. Andere aus seiner Gruppe haben Wiesen von giftigem Unkraut befreit.

Sophie Gasser, Mediamatiker-Lernende im 3. Lehrjahr (im Vordergrund, mit Schaufel), und ihre Arbeitsgruppe beim Finish der Fruttlizug-Haltestelle «Tannendamm».

Sophie Gasser, Mediamatiker-Lernende im 3. Lehrjahr (im Vordergrund, mit Schaufel), und ihre Arbeitsgruppe beim Finish der Fruttlizug-Haltestelle «Tannendamm».

Bild: PD / Obwaldner Kantonalbank

Eine achtköpfige Gruppe hatte den Auftrag, die Fruttlizug-Haltestelle «Tannendamm» zu verschönern. Unter ihnen befindet sich Sophie Gasser, eine Mediamatiker-Lernende im 3. Lehrjahr. Sie ebnet mit einer Schaufel den Steinboden. Erwin von Deschwanden, Mitarbeiter der Bergbahnen Melchsee-Frutt, instruiert die Lernenden. Er zeigt ihnen, was gemacht werden muss und wie mit den Werkzeugen umgegangen wird. Mit der Arbeit ist er sehr zufrieden. Es mache ihm Spass, mit so motivierten jungen Menschen diese Umgebungsarbeiten zu machen.

Die Fruttlizug-Haltestelle «Tannendamm», nachdem die Arbeitsgruppe am Werk war. Die Lernenden und Erwin von Deschwanden sind zufrieden mit dem Resultat.

Die Fruttlizug-Haltestelle «Tannendamm», nachdem die Arbeitsgruppe am Werk war. Die Lernenden und Erwin von Deschwanden sind zufrieden mit dem Resultat.

Bild: PD / Obwaldner Kantonalbank

«Das ist ein toller Start in die Lehre»

Für eine Stärkung am Abend sorgt das Küchenteam mit Luki Bucher und Sonja Reinhard. An einem Abend haben sie Pizza zubereitet. «Das war echt super», sind sich die Lernenden Liana Gander, Mia Bachmann und Nino Rondinelli einig. Sie sind gerade daran, den Abwasch zu machen. Das Ämtli finden sie überhaupt nicht schlimm. «Das muss halt auch gemacht werden», meint Mia.

Während Céline Dormann, Julian Bircher und Olivia Gasser den Lagerdraht für die OKB-Mitarbeitenden verfassen, sitzen Géraldine Meyer, Janis Eberli und Nils Fischbacher auf der Terrasse und geniessen die Sonne. Sie sind sich einig: «Das ist ein toller Start in die Lehre.» Sie alle haben erst vorige Woche mit ihrer Lehre gestartet und bereits jetzt hätten sie gute Freunde gefunden. Die Lernenden seien über alle Stufen durchmischt und hätten es lustig zusammen. Das Lager gefällt ihnen sehr, wenn da nur nicht die Kühe wären. «Mitten in der Nacht, etwa um drei Uhr, bin ich erwacht. Ich dachte, die Kühe liefen direkt durch unser Zimmer – die Glocken waren so laut», sagt Janis.

Auch nach dem Essen gibt es noch Programm: Die Lernenden haben mit Erwin von Deschwanden eine Spezial-Bahnfahrt organisiert. Auf dem Bonistock geniessen sie den Sonnenuntergang. Ein letztes Highlight wird die Heimreise am Samstag: Diese findet nicht mehr zu Fuss statt, sondern mit dem Trottinett. (pd/cn)