Obwalden
«Synergien nutzen und Qualität sichern»: Kantonsspital Obwalden strebt Verbund mit der Luks-Gruppe an

Ein überregionaler Spitalverbund erachtet der Obwaldner Regierungsrat als beste Lösung für die Zukunft des Spitals. Es ist nicht der erste Anlauf.

Matthias Piazza
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Das Kantonsspital Obwalden.

Das Kantonsspital Obwalden.

Bild: Florian Pfister (Sarnen, 30. September 2022)

«Die Zukunft der stationären Akutversorgung liegt in einem überregionalen Spitalverbund, mit einem Akutspital in Sarnen.» So begründet der Obwaldner Gesundheitsdirektor Christoph Amstad die angestrebte Verbundlösung des Kantonsspitals Obwalden (KSOW) mit der Luks-Gruppe, dem das Luzerner Kantonsspital und das Spital Nidwalden schon angehören.

Die engere Zusammenarbeit in einem Verbund mit mehreren benachbarten Spitälern ist für Christoph Amstad die Antwort auf die Frage, wie ein kleines Spital mit einem Einzugsgebiet von rund 38'000 Einwohnenden überleben kann. Er macht Beispiele:

«Mit einem Verbund können wir Synergien nutzen, etwa beim Einkauf oder der Informatik, Spezialisten teilen, Infrastrukturen gemeinsam nutzen und so die hohe Qualität unseres Spitals sicherstellen.»

Er ist überzeugt, dass Obwalden von den Erfahrungen von Nidwalden profitieren könne. Dort ist der Verbund namens Lunis seit Anfang 2021 Realität. Die Spital Nidwalden AG ist nun ein Tochterunternehmen des Luzerner Kantonsspitals und gehört damit der Luks-Gruppe an. «Zudem arbeiten wir schon mit der Luks-Gruppe zusammen, zu dem das Luzerner Kantonsspital als grösstes Zentrumsspital der Zentralschweiz gehört, mit einer hohen Professionalität und Spezialisierung in den medizinischen Fachbereichen.»

Nun beginnt Umsetzungsphase

Unabhängig vom angestrebtem Verbund wird vorderhand nichts am Leistungsumfang des Kantonsspitals Obwalden geändert. «Das medizinische Angebot bleibt bestehen, inklusive Geburtenabteilung, zumindest für die nächsten fünf Jahre. Der Kanton Obwalden kann auch als Teil der Luks-Gruppe selbst über das Leistungsangebot entscheiden– aber muss diese Leistungen über die gemeinwirtschaftlichen Leistungen bezahlen», hält Amstad fest.

Im Rahmen des Projekts Klug (KSOW und Luks-Gruppe) führten die betroffenen Spitalräte, Spitalleitungen und Kantonsregierungen erste Gespräche. Für die nun beginnende Umsetzungsphase hat der Obwaldner Regierungsrat einen neuen Projektauftrag erteilt. Das fürs Gesundheitswesen zuständige Sicherheits- und Sozialdepartement und das fürs Kantonsspital zuständige Finanzdepartement schaffen in einem nächsten Schritt nun die gesetzlichen und rechtlichen Voraussetzungen für die Integration des KSOW in die Luks-Gruppe.

Schon seit 2018 befasst sich der Regierungsrat im Rahmen der kantonalen Gesundheitsstrategie mit dem Thema Versorgungsstrategie im Akutbereich, mit dem Ziel, «eine gute, wohnortsnahe Versorgung der Obwaldner Bevölkerung zu sichern», wie es in einer Medienmitteilung des Kantons heisst.

Früherer Zusammenschluss scheiterte

Es ist nicht der erste Anlauf, eine Partnerschaft einzugehen. Im Jahr 2000 fand eine ernsthafte Annäherung der Spitäler von Ob- und Nidwalden statt, getrieben durch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Der Nidwaldner Spitaldirektor übernahm in Obwalden. Auch arbeitstechnisch fanden Annäherungen statt. Spezialistinnen und Spezialisten aus Stans operierten nun auch in Sarnen und umgekehrt.

Dass allerdings Nidwalden mehr als Obwalden im Lead war, störte einige Obwaldner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Sie machten Stimmung gegen den geplanten Zusammenschluss und pochten darauf, dass Obwalden Anrecht auf ein eigenständiges und kein fremdbestimmtes Kantonsspital habe. Die Zusammenarbeit wurde wieder aufgelöst.

Auch vor rund zehn Jahren, als sich das damalige Kantonsspital Nidwalden auf den Weg machte, sich mit dem Luzerner Kantonsspital zusammenzuschliessen, blieb Obwalden aussen vor. «Wahrscheinlich war die Zeit damals noch nicht reif. Die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen haben sich in der Zwischenzeit geändert», meint Christoph Amstad zurück. Die Vergangenheit habe man hinter sich gelassen und man blicke nun nach vorn.