OBWALDEN: Konkurs lässt Hoffnung keimen

Noch herrscht auf Lungern-Schönbüel Stillstand. Das Konkursverfahren um die Panoramawelt bringt aber Bewegung in die Sache, etwa bei der Suche nach Investoren.

Christoph Riebli
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Am 22. und 23. August ist Ausverkauf: Die Konkursverwaltung veräussert in der Zwischenstation Turren sämtliches Inventar. (Bild: PD)

Am 22. und 23. August ist Ausverkauf: Die Konkursverwaltung veräussert in der Zwischenstation Turren sämtliches Inventar. (Bild: PD)

Seit über einem Jahr stehen die Bahnanlagen der Panoramawelt auf Lungern-Schönbüel schon still. Geschäftsführer Paul Niederberger hatte nach langjährigen Querelen mit dem Konzessionsgeber, dem Bundesamt für Verkehr, und schliesslich wegen einer sistierten Betriebsbewilligung die Gesellschaft an den Nagel gehängt. Während sich Niederberger selbst als Gastwirt zwischen dem Emmental und dem ländlichen Basel versucht, kämpfen die Gläubiger hinter den Kulissen um ihre Interessen – darunter auch der Seilbahnbauer Garaventa und die Teilsame Obsee. Nach mehreren Anläufen wurde über die Panoramawelt schliesslich Mitte Mai der Konkurs verhängt. Infolgedessen will das Obwaldner Betreibungs- und Konkursamt nun einen Notverkauf des Inventars durchführen.

Verkauf ist nötig wegen Einbruch

Dieser findet vor Ort (Station Turren und Bergstation Schönbüel) am 22. und 23. August statt. Die Konkursverwaltung hat sich zu der Massnahme entschieden, weil in ein Gebäude eingebrochen worden war, wie Ende Juli bekannt wurde. Unbekannte hatten sich offenbar Zutritt zu den verlassenen Gebäuden verschafft und unter Umständen auch Gegenstände entwendet. Eine Strafanzeige wegen Einbruchs wurde darum eingereicht.

Zum Ablauf des Notverkaufs teilt Konkursverwalterin Catharina Raffa auf Anfrage schriftlich mit: «Es ist Aufgabe der Konkursverwaltung, für die Gläubiger einen möglichst hohen Erlös zu erzielen.» Deshalb werde der Verkauf direkt vor Ort durchgeführt. «Die Kosten für den Umzug der Gegenstände und allenfalls die Miete einer Lagerhalle wären unverhältnismässig.» Wie gross der Andrang sein werde, könne sie nicht abschätzen.

Beim Notverkauf handelt es sich nicht um eine Versteigerung, wie Catharina Raffa klarstellt: «Die Preise werden von der Konkursverwaltung zu Liquidationswerten festgelegt. Es hat, so lange es hat.»

Potenzielle Investoren stehen bereit

Die grosse Frage bleibt: Wie weiter auf dem Lungerer Hausberg? «Wir haben schon diverse Anfragen von Investoren erhalten», erklärt Hansurs Bürgi, Präsident der Teilsame Obsee. Die Baurechtsgeberin stuft diese als «mehr oder weniger ernsthaft» ein. Die möglichen Investoren stammen sowohl aus dem In- wie auch aus dem Ausland. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: «Bevor Geld investiert wird, möchten sie einen sauberen Abschluss des Konkursverfahrens.» Mit der Einstellung des Konkursverfahrens rechnet Hansurs Bürgi in den nächsten Monaten.

Neueröffnung im Winter undenkbar

«Wir sind zuversichtlich, dass wir einen geeigneten Investor finden», sagt Bürgi weiter. Und: «Ich hoffe, dass wir im Herbst vielleicht schon so weit sind.» An eine Betriebsaufnahme auf die kommende Wintersaison hin sei aber auch unter optimalen Voraussetzungen nicht zu denken. «Es braucht Zeit und auch Geld, bis wieder alles läuft.» So gelte es, Revisionsarbeiten an der Bahn zu machen, die Konzession einzulösen und nicht zuletzt auch fähige und gute Angestellte zu rekrutieren.

Notverkauf sorgt für «Abschluss»

Den Notverkauf des Inventars erachtet der Teilsame-Präsident als sinnvoll: «So hat man einen Abschluss und kann die Gebäude richtig zuschliessen.»