Obwalden
«Landwirtschaftsinitiativen» bereiten Sorgen

Wahlen und Politik standen im Mittelpunkt der Generalversammlung des Bauernverbandes Obwalden.

Robert Hess
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Verbandspräsident Simon Niederberger (links) mit dem neuen Ehrenmitglied Bruno Abächerli, Giswil, vor bäuerlicher Kulisse im Saal.

Verbandspräsident Simon Niederberger (links) mit dem neuen Ehrenmitglied Bruno Abächerli, Giswil, vor bäuerlicher Kulisse im Saal.

Bild: Robert Hess (Giswil, 13. April 2022)

Rund 130 Personen konnte Präsident Simon Niederberger, Alpnach, am Mittwochabend im Gasthof Grossteil, Giswil, zur Generalversammlung nach einem Jahr Coronapause wieder persönlich begrüssen. In seiner Eröffnungsrede kam er gleich zur Sache. «Meiner Meinung nach müssten die landwirtschaftlichen Nutzflächen den gleichen Schutzstatus wie der Wald haben, denn der Boden ist unser wichtigstes Gut.» Müsste es nicht das Ziel sein, so fragte Niederberger, in Anbetracht der gegenwärtigen Weltkrisen, den Grad der Selbstversorgung wieder zu erhöhen und damit unabhängiger vom Ausland zu werden. «Es darf nicht sein, dass unsere Agrarpolitik zu einer Extensivierung hingesteuert wird.»

Er forderte vom Kanton, die nicht mehr benötigten Flugplatzflächen in Kägiswil im Zusammenhang mit der Renaturierung der Sarneraa zu rekultivieren. Auch im Rahmen des Hochwasserschutzes müsse die Erhaltung und der Schutz des Kulturlandes beachtet werden. «Wir stellen immer wieder fest, dass das Kulturland die am schlechtesten geschützte Fläche ist», sprach Niederberger an der Generalversammlung Klartext.

Gemeinsam ist man stark

Präsident Niederberger gab in seinem Jahresbericht der Freude Ausdruck, «dass es uns bei beiden Agrarinitiativen vom 13. Juni 2021 gelungen ist, die Stimmbürger zu mobilisieren, dass diese Vorlagen mit grosser Mehrheit abgelehnt worden sind». Mit der Massentierhaltungsinitiative stehe aber bereits die nächste für die Landwirtschaft wichtige Abstimmung vor der Türe, gegen die man wiederum gemeinsam antreten müsse.

Präsidentenwechsel im 2023

Die ordentlichen Traktanden wie Protokoll der letzten GV, Jahresbericht 2021 sowie die Jahresrechnungen wurden alle einstimmig gutgeheissen. «Die Erfolgsrechnung des BVO schliesst mit einem Plus von 2248 Franken ab», erklärte Kassier Albert von Deschwanden.

Im Vorstand wurden Albert von Deschwanden, St.Niklausen, Michi Spichtig, Melchtal, und Petra Rohrer, Sachseln, in globo für eine Amtsdauer von vier Jahren bestätigt. Präsident Simon Niederberger wurde auf ein Jahr bestätigt, anschliessend will er einem neuen Präsidenten Platz machen. Der designierte neue Präsident ab 2023 ist Peter Abächerli, Giswil, der ab sofort für vier Jahre neu in den Vorstand gewählt wurde.

Die weiteren, früher gewählten Vorstandsmitglieder sind Vizepräsident Peter Seiler, Sarnen, Ambros Epp, Giswil, Sepp Amstutz, Engelberg und Andreas Imfeld, Lungern.

Neues Ehrenmitglied ernannt

Geehrt wurden an der GV insgesamt 22 junge Leute, die 2021 ihre Berufs- oder Weiterbildung mit Erfolg abgeschlossen haben.

Mit grossem Beifall wurde Bruno Abächerli, Giswil, der Ende 2021 in den Ruhestand getreten ist, zum Ehrenmitglied gewählt. «Er hat während 35 Jahren die Landwirtschaft im Kanton Obwalden mit grossem Fachwissen und viel Herzblut mitgeprägt», erklärte Präsident Niederberger. Zuletzt war der aktive Bauer Leiter des Amtes Landwirtschaft und Umwelt im Kanton Obwalden. Sein Nachfolger ist André Windlin, Melchtal.

«Unnötige Tierhaltungsinitiative»

Prominenter Gast bei den Obwaldner Bauern war Martin Rufer, Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes. Er skizzierte das Programm und die geplanten Events zum 125-jährigen Bestehen des Verbandes in diesem Jahr. Für ein klares Nein sprach sich Rufer zur Tierhaltungsinitiative aus, die voraussichtlich am 25. September an die Urne kommt. «In der Schweiz mit ihrer sehr strengen Tierhaltungsgesetzgebung ist eine solche Initiative völlig unnötig.»