Obwalden
Nein zu gratis Menstruationsartikel: Juso spricht von einem rückschrittlichen Zeichen

Die Juso will weiterhin für die Gleichstellung der Geschlechter sowie für finanziell schlechter gestellte Personen kämpfen.

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In der Ratssitzung vom 27. Oktober hat der Obwaldner Kantonsrat über die Volksmotion der Juso, welche gratis Menstruationsartikel in allen öffentlichen Gebäuden des Kantons fordert, abgelehnt. Nur gerade fünf Kantonsrätinnen und Kantonsräte hätten dem Anliegen zugestimmt, schreibt die Juso in einer Mitteilung. In den Augen der Jungpartei ist das ein klar rückschrittliches Zeichen.

Auch der Regierungsrat habe für die Ablehnung der Volksmotion plädiert. Dies, obwohl er eingeräumt hatte, dass die Verfügbarkeit von Menstruationsartikeln wichtig sei und eine finanzielle Belastung darstellen könne. Kantonsrat und Regierungsrat seien sich einig, dass dies keine staatliche Aufgabe sei. Dem Motto «Rückschritt statt Fortschritt» bleibe man anscheinend gerne treu. Wenn man die Politik der vergangenen Jahre in Obwalden betrachte, werde schnell klar, dass Kanton und Regierung es als einzige Aufgabe sähen, Superreichen einen möglichst niedrigen Steuersatz zu ermöglichen.

Von diesem Dämpfer lasse sich die Juso nicht beeindrucken, wird Vizepräsidentin Larissa Küng zitiert: «Wir werden weiterhin für die Gleichstellung der Geschlechter sowie für finanziell schlechter gestellte Personen kämpfen und ihnen Gehör im Kantonsrat verschaffen, wozu die aktuelle Besetzung des Kantonsrats offensichtlich nicht imstande ist.» (mu)