Obwalden
Puzzle statt Gaming-Apps – Schülerinnen und Schüler verzichten eine Woche lang auf Handy, Computer und Fernseher

Rund 260 Schulkinder haben im Rahmen des Projekts «Flimmerpause» ihr Smartphone zur Seite gelegt und sich stattdessen mit analogen Aktivitäten befasst.

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Smartphone, Spielkonsole und Co. sind aus dem Alltag von Gross und Klein kaum mehr wegzudenken. Bewusste Bildschirmpausen werden deshalb umso wichtiger. Für eine Woche verzichteten Obwaldner Kinder und Erwachsene darum vor kurzem im Rahmen des Projekts «Flimmerpause», das von der kantonalen Gesundheitsförderung unterstützt wird, ganz bewusst in ihrer Freizeit auf digitale Medien. Erstmals konnten dabei verschiedene Bibliotheken und Ludotheken für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Sie boten ein attraktives Alternativangebot, das rege genutzt wurde.

Jugendliche seien im Durchschnitt jeden Tag 241 Minuten online, heisst es in einer Mitteilung des Obwaldner Sozialamts. Analoge Freizeitangebote, wie etwa von Sportvereinen, bekommen durch die Möglichkeiten der digitalen Geräte eine grosse Konkurrenz. Für die Entwicklung und das Wohlbefinden seien aber besonders für Kinder analoge Tätigkeiten wie zum Beispiel Basteln, Spielespielen, Musik oder Sport von enormer Bedeutung. Dafür stehe das Projekt «Flimmerpause», das durch den Verein Akzent Prävention und Suchttherapie begleitet wird.

Puzzle statt Bildschirm

Die Gesundheitsförderung des Kantons Obwalden unterstützt und finanziert das Angebot, weil die «Flimmerpause» dazu inspiriere, bildschirmfreie Alternativen auszuprobieren. Die Medienkompetenz und die Gesundheit werden gefördert und Empathie und Sozialkompetenz gestärkt.

Rund 260 Obwaldner Schülerinnen und Schüler der Schulen Giswil, Sarnen Dorf und Melchtal verzichteten vor kurzem in ihrer Freizeit im Rahmen der «Flimmerpause» auf die Bildschirme. Die Bibliotheken Alpnach, Kerns und Sachseln sowie die Ludotheken Kerns und Sarnen boten ihnen stattdessen ein attraktives analoges Angebot.

So wurde etwa in Alpnach mit vielen tatkräftigen Händen und grosser Ausdauer ein 2000er-Puzzle fertiggestellt. Oder bei einem Spielemorgen in der Schule Sarnen Dorf konnten die Schülerinnen und Schüler neue Spiele kennenlernen. Und in der Bibliothek Kerns, in Zusammenarbeit mit der Ludothek Kerns und dem Chindernetz Obwalden, stand der Klötzlianhänger zu Verfügung. «Es wurde fleissig gebaut, gespielt, gestrickt, gepuzzelt und natürlich gelesen», wird Silvia Schäli von der Bibliothek Kerns in der Mitteilung zitiert. (RIN/lur)