Obwalden
So läuft es mit dem Fischer-Nachweis am Lungerersee

Seit dieser Saison darf man am Lungerersee nur noch fischen, wenn man einen Sachkundenachweis vorweisen kann. Nach fast acht Monaten mit der neuen Vorschrift zieht der lokale Fischereiaufseher eine positive Bilanz.

Marcel Jambé
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Seit dieser neuen Saison darf man am Lungerersee nur noch fischen, wenn man einen Sachkundenachweis vorweisen kann.

Seit dieser neuen Saison darf man am Lungerersee nur noch fischen, wenn man einen Sachkundenachweis vorweisen kann.

Bild: Marcel Jambé/PilatusToday

An einem schönen Sommertag an den Lungerersee gehen und gemütlich Fische fangen: Vor allem bei Hobby-Fischern ist der See äusserst beliebt. Die Fangquoten sind gut, die Fische lecker und die Gegend schön. In der Vergangenheit musste man, so wie bei gewissen anderen Gewässern in der Schweiz, lediglich ein zeitlich begrenztes Angelpatent lösen. Allerdings störten sich die Anwohnerinnen und Anwohnern von Lungern über den Verkehrslärm und das Littering der Angel-Touristen. Auch der nicht sachgerechte Umgang mit den Tieren wurde kritisiert. Das hat sich nun geändert: Mit der am 26. Dezember 2021 begonnenen Saison kann nicht mehr jede Fischerin oder jeder Fischer dort angeln gehen, denn es braucht ein Sachkundenachweis (SaNa). Diesen erhält man beim Besuch eines SaNa-Kurses. Dort beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Themen wie Ökologie, Gewässerkunde und sie lernen das Lebewesen Fisch kennen.

20 Prozent weniger Fischer, gleich viele Verstösse

Nach fast acht Monaten mit der neuen Vorschrift zieht das Fischerparadies Lungern gegenüber PilatusToday ein gutes Fazit, was die SaNa-Pflicht betrifft. «Die Bilanz nach einem halben Jahr ‹SaNa-Pflicht für alle› fällt positiv aus und hat nur Gewinner gebracht. Auf und am See ist viel mehr Ruhe eingekehrt», sagt der zuständige Fischereiaufseher Werner Glanzmann vom Fischerparadies Lungern. Zwar gebe es gut 20 Prozent weniger Besucher. Das habe man aber erwartet, so Geschäftsführer des Fischerparadies Lungern, Daniel Odermatt.

Und doch: Jene Besucher, die in Lungern ihre Fische aus dem See ziehen, stehen der Vorschrift positiv gegenüber. Gemäss Odermatt kamen überwiegend positive Rückmeldungen bezüglich der SaNa-Pflicht zurück. Denn die Fischerinnen und Fischer in der Schweiz würden eine SaNa-Pflicht mehrheitlich begrüssen. «Viele Fischer haben uns gelobt, dass wir die Ersten sind, die eine SaNa-Pflicht in diesem Stil einführen und hoffen, dass die Kantone nachziehen werden.» 80 Prozent der Fischer am Lungerersee hatten jedoch bereits vor dieser SaNa-Pflicht einen Ausweis.

Durch die SaNa-Pflicht gebe es fast keine Leute mehr, welche beim Angeln kein Wissen im Umgang mit den Fischen haben. «Mit dieser Massnahme wird die heute schon gute Bilanz in Sachen korrekter und waidgerechter Fischerei noch weiter verbessert», meint Glanzmann.

Allerdings sind die Verstösse nicht zurückgegangen. Dieses Jahr würde sich die Anzahl Verstösse im gleichen Rahmen wie letztes Jahr bewegen. «Damals haben wir 238 Widerhandlungen festgestellt», erklärt der Geschäftsführer des Fischerparadies Lungern, Daniel Odermatt. Bei den Verstössen handelt es sich sowohl im vergangenen, wie auch im aktuellen Jahr, um die Fangstatistik der Fischer, welche nicht sauber geführt wurde.

Noch immer können am Lungerersee Tagespatente gelöst werden, auch wenn man keinen SaNa-Ausweis hat. Dies aber nur dann, wenn man in Begleitung einer Person ist, welche über diesen Ausweis verfügt. Man braucht also einen SaNa-Götti. Dieses bürgt für den Gast und schaut, dass sich dieser korrekt verhält und fischt.