Obwalden
Trotz Verlust: EWO-Rechnung genehmigt

Der Kantonsrat musste einen vergleichsweise ungewohnten Jahresbericht des Elektrizitätswerks Obwalden zur Kenntnis nehmen.

Philipp Unterschütz
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Das EWO-Gebäude in Kerns.

Das EWO-Gebäude in Kerns.

Bild: Sarina Fellmann (Kerns, 20. 4. 2023)

Anstatt der sprudelnden Gewinne, die in den letzten Jahren bereits zur Gewohnheit geworden sind, gab es 2022 einen happigen Verlust. Anstatt einer Eigenproduktion auf Rekordkurs standen im vergangenen Jahr die Turbinen 17 Tage still. Christoph von Rotz (SVP, Sarnen), Präsident der vorberatenden Kommission, musste vom schwierigen Jahr des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO) berichten. Der Verlust von 2,5 Millionen Franken und auch die stark gestiegenen Strompreise für die Kunden des EWO seien darin begründet, dass das EWO durch den Produktionsausfall viel Strom zu teuren Preisen zukaufen musste.

Regierungsrat Josef Hess erklärte, dass für 50 zugekaufte Gigawattstunden 2021 3,5 Millionen zu zahlen waren, 2022 waren es für die gleiche Menge 17,5 Millionen Franken. Das EWO habe sonst nicht schlecht gearbeitet. Als erfolgreiche Beispiele erwähnte er die Gebäudetechnik oder das Kraftwerk Obermatt. Und dass der Nachbar Nidwalden besser dastehe, sei nur wegen langfristigen Stromabnahmeverträge mit Kernkraftwerken.

Dass die fehlende Energie teuer eingekauft werden musste und deshalb die Kosten höher seien, sei eine Folge der Eignerstrategie, hatte schon Christoph von Rotz erwähnt. Alle Fraktionen gaben bekannt, dass sie Geschäftsbericht und Jahresrechnung annehmen. Die Sitzung wurde dann am Donnerstagabend unterbrochen.

In der Detailberatung am Freitagmorgen gab Marcel Jöri (CVP/Mitte Alpnach) für die CVP/Mitte-GLP Fraktion bekannt, dass es Aufgabe des Kantonsrats sei, zum Volksvermögen, zu dem auch das EWO gehöre, zu schauen. Entgegen der Regierung, die sich diesbezüglich bereits früher abschlägig geäussert hat, gebe es für seine Fraktion durchaus Veranlassung über die Eignerstrategie zu diskutieren.

Der Kantonsrat nahm Geschäftsbericht und Jahresrechnung des EWO einstimmig mit 53 Stimmen an.