Pandemie
Kanton Obwalden führt Maskenpflicht ab der 5. Primarklasse ein

Ab Freitag gilt für Obwaldner Primarschülerinnen und -schüler ab der 5. Klasse eine generelle Maskenpflicht. Wenn sich mindestens 80 Prozent der Schulstufe repetitiv testen lässt, kann auf das Tragen der Maske verzichtet werden.

Ernst Zimmerli/Matthias Piazza
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Die epidemiologische Lage im gesamten Kanton hat sich in den letzten Wochen stark verschlechtert. Besonders hoch ist die Anzahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus an Schulen, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Obwalden vom Donnerstag. Zurzeit befänden sich mehr als 110 Schülerinnen und Schüler aus mehreren Schulen im ganzen Kanton in Isolation und über 130 in Quarantäne. Die Ansteckungen finden laut Mitteilung insbesondere ab der 5. Klasse der Primarschule statt. Erfahrungen aus der Praxis und Erkenntnisse aus dem Contact-Tracing würden zeigen, dass viele Ansteckungen mit Covid-19 in der Schule geschehen und anschliessend zu Hause im familiären Umfeld weitergegeben werden.

Maskentragen ist ab der 5. Primarklasse Pflicht. Im Bild eine Primarklasse in Allschwil/BL.

Maskentragen ist ab der 5. Primarklasse Pflicht. Im Bild eine Primarklasse in Allschwil/BL.

Bild: Keystone

Der Regierungsrat hat aus diesem Grund beschlossen, dass ab Freitag eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse der Primarschule gilt. Die bisherige Regelung auf der Orientierungsstufe, wonach auf die Maske verzichtet werden kann, wenn sich mehr als 80 Prozent der entsprechenden Stufe am Schulstandort am repetitiven Testen beteiligen, gilt nun ab der 5. Klasse. Gemäss den Vorgaben des Bundes gilt neu für sämtliche Erwachsenen in den Innenräumen von Bildungseinrichtungen eine Maskentragpflicht.

«Meines Wissens hat nur die Sportmittelschule diese 80-Prozent-Quote erreicht. Die anderen Schulstufen sind weit davon entfernt», sagt Gesundheitsdirektorin Maya Büchi auf Anfrage. Mit der erweiterten Maskenpflicht sollen auch die Kinder vermehrt zum Testen motiviert werden. «Eine Testquote von 80 Prozent hat einen ähnlichen Effekt wie eine Durchimpfungsrate von 80 Prozent. Die Verbreitung des Virus kann eingedämmt, die Ansteckungskette unterbrochen werden.» Auch könne so der Präsenzunterricht aufrechterhalten bleiben.

Repetitives Testen ab der 1. Primarklasse

Als zusätzliche Massnahme hat der Regierungsrat entschieden, dass das repetitive Testen neu in den öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen ab der 1. Klasse der Primarschule angeboten werden muss. Bisher galt diese Angebotspflicht erst ab der Orientierungsschule. Die Teilnahme am repetitiven Testen bleibt sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrpersonen freiwillig und ist kostenlos.

«Wir erhoffen uns, dass sich noch mehr Obwaldnerinnen und Obwaldner impfen lassen. Die Fallzahlen müssen sinken, damit wir möglichst schnell wieder in eine annähernde Normalität kommen», sagt Maya Büchi. In Obwalden sind aktuell 63 Prozent doppelt geimpft, was in etwa dem schweizweiten Schnitt entspricht (65 Prozent). «Wir stellen fest, dass zurzeit vor allem Drittimpfungen verabreicht werden. Wir würden uns wünschen, dass die Zahl der Erstimpfungen noch deutlich zunimmt.» In Obwalden dürfen sich alle ab 12 Jahren impfen lassen.

Weiterhin bleibe es wichtig, die gängigen Abstands- und Hygieneregeln wie Lüften oder Händewaschen einzuhalten. «Unsere Strategie ist es, so wenig Massnahmen wie möglich und so viele wie nötig anzuordnen, um die Fallzahlen zu senken.»