Rockmusik
Luke Gasser ist zurück in der Heimat: Die Spielfreude wächst mit jedem Song

Das Kumpelding rockte den Garage Club in Giswil. Nach sechs Jahren ohne Auftritt in der Heimat Obwalden präsentierte Luke Gasser eines der wohl besten Projekte, die er je angestossen hat.

Philipp Unterschütz
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Luke Gasser und sein Kumpelding im Garage Club: Brige Geiser, Phippu Bluedög Gerber, Freddy Steady, Luke Gasser und Yves Horisberg (v.l.).

Luke Gasser und sein Kumpelding im Garage Club: Brige Geiser, Phippu Bluedög Gerber, Freddy Steady, Luke Gasser und Yves Horisberg (v.l.).

Bild: Philipp Unterschütz (Giswil, 19. November 2022)

Wenn Kumpels zusammen was anstellen, wird es oft laut. So wie am Samstagabend im Garage Club Giswil. Das Kumpelding liess es krachen. Luke Gasser (Gitarre, Gesang), Brige Geiser (Keyboard), Phippu Bluedög Gerber (Gitarre), Freddy Steady (Drums) und Yves Horisberg (Bass) rockten die Bühne im Garage Club. Dabei spielten sie nicht nur Songs von ihrem Album «Kumpelding», sondern auch einige Nummern aus Luke Gassers umfangreichen Fundus. Dazu verneigten sie sich mit Coverversionen auch vor ihren Vorbildern, wie den Rolling Stones mit rauen Versionen von «Gimme Shelter» oder «Sympathy for the Devil». Dass Luke Gasser auch stark von Bob Dylan beeinflusst wurde, kam im Song «All along the Watchtower» zum Ausdruck, vielen eher in der Version von Jimi Hendrix bekannt.

Ergreifend war ein Tribut für den kürzlich verstorbenen grossen Nazareth Sänger Dan McCafferty, den Gasser und Phippu Gerber im Duo spielten. Luke Gasser verneigte sich auch verbal vor McCafferty. Erzählte, wie er mit ihm einmal sogar einen Song aufnahm, wie offen er gewesen sei. Keine Spur von Starallüren, sondern ein herzensguter Mensch, wie kaum ein anderer. Luke Gasser war mit seiner eigenen Band in den vergangenen Jahren mehrfach als Vorgruppe von Nazareth in Europa unterwegs.

Tribut an den verstorbenen Dan McCafferty von Nazareth.

Tribut an den verstorbenen Dan McCafferty von Nazareth.

Bild: Philipp Unterschütz (Giswil, 19. November 2022)

Und diese Touren, die ihn durch ganz Europa führten, sind ein Stück weit mitschuldig, dass Luke Gasser seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr in seiner Heimat Obwalden auf der Bühne zu sehen war. Abgesehen von einer inoffiziellen Plattentaufe gab es seit rund sechs Jahren keine Auftritte mehr. Das «Heimkommen» war sicherlich auch einer der Gründe für Gassers gut gelaunten Auftritt, immer wieder grüsste er im Publikum Leute, die er kannte.

Und das Kumpelding zeigte, wie gut es funktioniert. Die Songs wurden nicht einfach heruntergespult, sondern es gab immer wieder Platz für gelungene Jamsession-Momente. Dass der Funke zwischen den sechs Vollblut-Musikern gesprungen ist, zeigte sich Anfang Jahr schon bei der Aufnahme ihres Albums «Kumpelding», das sie aufgrund von Demotapes nach einer kurzen Vorbereitung in nur zweieinhalb Tagen einspielten, wie Gasser und Gerber erklärten. Auf der Bühne wurde das Grinsen der sechs mit jedem Song breiter, die Spielfreude noch grösser.

Das Kumpelding rockt den Garage Club.

Das Kumpelding rockt den Garage Club.

Bild: Philipp Unterschütz (Giswil, 19. November 2022)

Luke Gasser überliess die Gitarren-Soloparts weitgehend Phippu Bluedög Gerber, der bewies, dass die Bezeichnung härtester Blueser der Schweiz durchaus zutreffend ist. Gasser dagegen spielte seine knackigen Gitarrenriffs, die Basis jedes guten Rocksongs. Die Kombination der beiden hat durchaus Parallelen zu den Stones. Und über Gassers Reibeisenstimme muss man nichts Weiteres mehr sagen.

Luke Gasser singt «Sympathy for the Devil» von den Rolling Stones.

Luke Gasser singt «Sympathy for the Devil» von den Rolling Stones.

Bild: Philipp Unterschütz (Giswil, 19. November 2022)

Schade war einzig, dass Brige Geisers Keyboardklänge, die gerade auf dem Album so beeindruckten, manchmal im Gitarrensound etwas untergingen. Freddy Steady dagegen, der ehemalige Krokus-Drummer und eine Schweizer Schlagzeug-Legende, gab derweil gnadenlos und laut den Takt vor, dabei strahlte er übers ganze Gesicht. Sein Auftritt allein wäre schon den Konzertbesuch wert gewesen. Zusammen mit Yves Horisbergs solidem Bass ein stabiles Fundament für Gerber und Gasser mit ihren Gitarren.