Sarnen
Umbau fürs Gemeindehausprovisorium kostet 600'000 Franken mehr als erwartet

Zwei Kreditanträge dominieren die Einwohnergemeindeversammlung in Sarnen am 17. Mai. 1,5 Millionen Franken braucht es für die Verbesserung der sanitären Anlagen im Camping Seefeld.

Markus Villiger
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An der zur Tradition gewordenen Orientierung der Parteien und der Medien erläuterten am Mittwoch Gemeindepräsident Jürg Berlinger zusammen mit weiteren Gemeinderäten die Wahl- und Sachgeschäfte der ordentlichen Einwohnergemeindeversammlung vom 17. Mai. Zur Wiederwahl auf vier Jahre als Gemeindeweibel wird Peter Spichtig-Fankhauser vorgeschlagen. Er ist seit 2001 Gemeindeweibel und geniesst das Vertrauen der Behörden und der Bevölkerung.

Der Umbau des ehemaligen Provisoriums der Kantonalbank zum vorübergehenden Gemeindehaus kostet mehr als erwartet.

Der Umbau des ehemaligen Provisoriums der Kantonalbank zum vorübergehenden Gemeindehaus kostet mehr als erwartet.

Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 12. August 2020)

Provisorium für das Gemeindehaus

Gemeinderatsvizepräsident Peter Seiler informierte über den Zusatzkredit von 600'000 Franken für den Umbau und die Einrichtung des Gebäudes Haus Cher West (ehemaliges OKB-Provisorium) zum Provisorium Gemeindehaus und vier Kindergärten. Am 8. September 2020 genehmigten die Stimmberechtigten anlässlich der Gemeindeversammlung einen Gesamtkredit von 2,1 Millionen Franken für den Kauf und die geschätzten Umbaumassnahmen des ehemaligen OKB-Provisoriums. Ein Umbauprojekt lag damals noch nicht vor und die Umbaumassnahmen basierten auf Grobkostenschätzungen. Wie Peter Seiler ausführte, liegt für dieses Projekt nun der Kostenvoranschlag vor. Die Totalnutzfläche beträgt rund 3000 Quadratmeter. Davon sind 2200 Quadratmeter für das provisorische Gemeindehaus während der Sanierung und Erweiterung, voraussichtlich bis 2025/26, vorgesehen.

Für die Realisierung von vier Kindergärten ab dem Sommer 2022 sind 800 Quadratmeter bestimmt. Dabei geht es vor allem um die Neugestaltung der Raumaufteilungen, den Einbau der Garderobenbereiche, die Abänderung und Erweiterung der WC-Anlagen und den Einbau von Zimmerwaschtrögen. Schliesslich soll auch ein gemeinsamer Gruppenraum mit Einbauküche geschaffen werden.

Logiernächte mehr als verdoppelt

Der Camping Seefeld in Sarnen ist die Nummer eins im Bereich der Parahotellerie im Sarneraatal und steht auf Platz 15 der beliebtesten 400 Campingplätzen der Schweiz. Die Übernachtungszahlen haben sich, wie Vizepräsident Peter Seiler erwähnte, seit dem Jahr 2011 von 27'500 Logiernächten auf 67'000 im Jahr 2021 mehr als verdoppelt. Die Auslastung der Anlage im Sommer 2021 lag bei 82 Prozent.

Auf der Campinganlage Seefeld sollen die sanitären Anlagen erweitert werden.

Auf der Campinganlage Seefeld sollen die sanitären Anlagen erweitert werden.

Bild: PD (Sarnen, 19. Juli 2019)

Die Fünf-Sterne-Klassifizierung ist nun gefährdet, das heisst, die sanitären Anlagen sind nicht fünf Sterne würdig. Insbesondere die sanitären Anlagen auf dem Campingareal sind überlastet. Die Kapazitäten sollen mit der Aufstockung eines Nebengebäudes erweitert werden. Für diese Erweiterung beantragt der Gemeinderat einen Kredit von 1,5 Millionen Franken. Gleichzeitig soll eine Angleichung der Architektur an das Hauptgebäude vorgenommen werden. Der Aufbau wird auch in Holz ausgeführt.

Der Schwung des Campings, der zurzeit boomt, soll langfristig genutzt werden. Schliesslich wird der Campingurlaub von den Verantwortlichen als «krisenresistent» gewertet. Sofern die Stimmberechtigten an der Einwohnergemeindeversammlung am 17. Mai der Kreditvorlage zustimmen, erfolgt anschliessend das Genehmigungsverfahren. Im August soll die Baubewilligung vorliegen und der Beginn der Bauarbeiten ist für den Oktober terminiert. Die Bauarbeiten sollen gemäss Terminplan im April 2023 abgeschlossen sein und der Bezug des Neubaus ist für den Sommer 2023 vorgesehen.

Erfreulicher Rechnungsabschluss 2021

Finanzchef Beat Odermatt durfte den Parteien ein sehr gutes Rechnungsergebnis präsentieren. Die Jahresrechnung 2021 weist einen Ertragsüberschuss von rund 4,272 Millionen Franken aus. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 3,706 Millionen Franken. «Das sehr gute Gesamtergebnis ist vor allem auf höhere Erträge bei den Steuern und dem Transferertrag (höhere Subventionen und Beiträge) zurückzuführen», sagte der Finanzchef. Der Steuerertrag fällt um 10,75 Millionen Franken höher aus als budgetiert.

Die Rechnung 2021 weist Kosten im Umfang von rund 680'000 Franken auf, welche explizit der Bekämpfung der Pandemie zugeordnet werden können. Trotz der finanziellen Folgen der Pandemie ist die Finanz- und Vermögenslage der Gemeinde Sarnen weiterhin stabil. Das in den letzten Jahren erarbeitete finanzielle Fundament mit einem Eigenkapital von 66,6 Millionen Franken, davon 27,49 Millionen Franken frei verfügbar, stellt eine solide Grundlage dar, um die künftigen Herausforderungen, vor allem im Hinblick auf die derzeitige ungewisse globale Wirtschaftssituation, bewältigen zu können.